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Zahlen und FaktenDeutschland ist ein Zuwanderungsland

Der seit Ende der 1950er Jahre meist positive Außenwanderungssaldo erreichte 2015 seinen Höhepunkt. Die häufigsten Herkunftsländer der Zuwanderer waren zuletzt Rumänien und Polen.

Diagramm zur Anzahl der Zuzüge und Fortzüge sowie dem Außenwanderungssaldo Deutschlands im Zeitraum von 1950 bis 2017Bild vergrößern

Das Bevölkerungswachstum Deutschlands in den letzten Jahrzehnten ist auf einen überwiegend positiven Außenwanderungssaldo zurückzuführen. Seit Ende der 1950er Jahre ziehen in der Regel mehr Menschen aus dem Ausland in die Bundesrepublik als im gleichen Jahr das Land verlassen. Die Anzahl der Zuzüge unterliegt dabei deutlich stärkeren Schwankungen als die Zahl der Fortzüge und prägt daher maßgeblich den Wanderungssaldo.

Eine erste Zuwanderungsphase gab es in den 1960er Jahren bis Anfang der 1970er Jahre in Folge der Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte. Diese kamen vorwiegend aus dem südlichen Europa, der Türkei sowie dem ehemaligen Jugoslawien nach Deutschland. Nach dem Anwerbestopp im Jahr 1973 war die Zuwanderung zunächst hauptsächlich durch Familiennachzüge gekennzeichnet. In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre setzte dann eine zweite Zuwanderungswelle ein. Sie umfasste vor allem Asylsuchende aus Kriegsgebieten und Armuts- und Konfliktregionen der Entwicklungsländer sowie deutschstämmige Spätaussiedler aus Ost- und Südosteuropa. Der vorläufige Höhepunkt der Zuwanderung lag im Jahr 1992 bei 1,5 Millionen zugezogenen Menschen, darunter fast ein Drittel Asylsuchende. Im Zuge einer strikteren Regelung nahm die Zuwanderung danach wieder ab.

Seit 2010 ist erneut eine starke Zunahme der Zuzüge nach Deutschland zu beobachten. Diese beruht einerseits auf der gestiegenen Zuwanderung von Menschen aus Ost- und Südeuropa, die oft wirtschaftlich motiviert ist. Andererseits ist in den letzten Jahren die Zahl der Schutzsuchenden stark gestiegen, insbesondere von syrischen Flüchtlingen. Mit 2,1 Millionen Zuzügen und 1 Million Fortzügen erreichten die Wanderungsbewegungen im Jahr 2015 einen Rekordwert. Auch der Wanderungsgewinn von 1,1 Millionen Personen war der höchste in der deutschen Geschichte. Trotz des anschließenden Rückgangs lag der Außenwanderungssaldo 2017 mit 416 000 Personen weiterhin deutlich über dem langfristigen Durchschnitt Deutschlands.

Die meisten Zuwanderer kommen aus Europa

Zwei Drittel der 1,55 Millionen Menschen, die 2017 aus dem Ausland nach Deutschland gezogen sind, kam aus anderen europäischen Ländern – vor allem aus der Europäischen Union. Die mit Abstand wichtigsten Herkunftsländer waren Rumänien und Polen. Demgegenüber ging der Zuzug von Schutzsuchenden aus Ländern wie Syrien, dem Irak und Afghanistan im Vergleich zu den Vorjahren deutlich zurück.

Balken- und Kreisdiagramm zu den Herkunftsländern und -gebieten von Zuwanderern im Jahr 2017Bild vergrößern

Jede zehnte zugezogene Person hatte 2017 die deutsche Staatsangehörigkeit. Bei einigen Herkunftsländern wie der Schweiz, Neuseeland und Kasachstan lag der Anteil sogar deutlich über 50 Prozent. In absoluten Zahlen kamen die meisten Deutschen aus der Schweiz, den USA, Großbritannien und Österreich. Oft handelt es sich dabei um Rückkehrer, die zu einem früheren Zeitpunkt aus Deutschland fortgezogen sind, zum Beispiel für ein Studium oder eine Arbeit.

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