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Gute Praxis in DeutschlandMoKiS – Mobiler Kinderbetreuungsservice

Berlin

Logo des Projekts MoKiS – Mobiler Kinderbetreuungsservice

Ausgangslage

Nach einer Studie des Bundesfamilienministeriums leben in Deutschland rund 1,6 Millionen Alleinerziehende. Dies entspricht einem Anteil von 20 Prozent aller Familien. Großstädte sind hiervon besonders betroffen – in Berlin als bundesweitem Spitzenreiter liegt der Anteil Alleinerziehender bei 32 Prozent. Gleichzeitig weist das Statistikamt Berlin-Brandenburg darauf hin, dass 14 Prozent der Berliner Erwerbstätigen von Nachtarbeit betroffen sind, also zwischen 23 und 6 Uhr arbeiten.

Nächtliche Arbeitszeiten sind für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine besondere Herausforderung. Im Falle von Alleinerziehenden wird diese Situation zu einer beinahe unlösbaren Aufgabe, da Kitas, Horte und vergleichbare Einrichtungen ihre Öffnungszeiten in der Regel auf klassische Tagesarbeitszeiten ausrichten. Vor diesem Hintergrund versucht das Projekt MoKiS, Eltern mit besonderen Arbeitszeiten durch die Vermittlung von Betreuungspersonen im Rahmen der ergänzenden Kindertagespflege zu helfen.

Ziele
  • die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Alleinerziehende und Eltern mit besonderen Arbeitszeiten verbessern
  • Vermittlung von Betreuungspersonen an Familien mit Bedarf an ergänzender Kindertagespflege zu besonderen Zeiten: früh morgens, abends, nachts, am Wochenende, an Feiertagen
Konzept

Das Projekt MoKiS bietet die Vermittlung ergänzender Kindertagespflegepersonen für berufstätige Eltern an. Dabei zielt es insbesondere auf Eltern, deren Arbeitszeiten außerhalb der regulären Öffnungszeiten der meisten Kitas und sonstiger Betreuungseinrichtungen liegen. Interessierte Eltern können hierfür einen speziellen Betreuungsgutschein beantragen, den sogenannten „Gutschein für ergänzende Kindertagespflege“. Nach einer Registrierung bei MoKiS versuchen die Mitarbeiterinnen, der jeweiligen Familie eine Betreuungsperson zu vermitteln, der ihrem Anforderungsprofil entspricht.

Betreuungspersonen müssen keine pädagogische Vorqualifikation mitbringen, in Frage kommen grundsätzlich alle, die volljährig sind und Interesse an der Arbeit mit Kindern haben, wie etwa Rentner oder Studierende. Alle Betreuungspersonen müssen einen Basiskurs (24 Unterrichtseinheiten) besuchen, werden vom Jugendamt auf ihre Eignung überprüft und müssen unter anderem ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Die Betreuung findet in den meisten Fällen bei den Familien zu Hause statt, ist aber grundsätzlich auch in den Räumen der Betreuungsperson möglich. Die Betreuungspersonen werden durch das Jugendamt vergütet. MoKiS steht sowohl den teilnehmenden Familien als auch den Betreuungspersonen laufend als Ansprechpartner zur Seite, hilft mit Beratung und Informationen und trägt mit regelmäßigen Veranstaltungen zur Akquise neuer Betreuungspersonen bei.

Aktivitäten und Ergebnisse
  • September 2016 Initiierung des Projekts, Aufbau der Servicestelle
  • fortlaufende Akquise von Betreuungspersonen
  • Informationen für Eltern und Alleinerziehende sowie Betreuungspersonen
  • bislang Registrierung von 298 Eltern mit Vermittlungsinteresse; 409 potentielle Betreuungspersonen haben grundlegendes Interesse signalisiert, davon haben 189 bereits an Infoabenden teilgenommen
  • regelmäßige Durchführung von Informationsveranstaltungen, in der Regel alle zwei Wochen
  • Laufzeit des Projektes bis Ende 2017 – eine Verlängerung der Projektlaufzeit wird angestrebt; bestehende Betreuungsverträge werden nicht aufgelöst, auch wenn das Modellprojekt nicht verlängert werden sollte
Finanzierung

Das Projekt MoKiS wird mit Geldern der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie des Landes Berlin gefördert.

Beteiligte

Das Projekt wird von der proFam gGmbH im Auftrag der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie des Landes Berlin geleitet.

Website
Ansprechpartner
MoKiS – proFam gGmbH
Stresemannstr. 78
10963 Berlin
Telefon: (030) 2610 3120
E-Mail: info@mokis.berlin

Zusatzinformationen

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