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  • 23.10.2014 13:20 Uhr
  • Rubrik Aktuelles
  • 2 Kommentare

Smart Country – Was können digitale Strategien für den ländlichen Raum leisten?

Im Rahmen der Initiative „Smart Country – Digitale Strategien für Regionen“ des Internet & Gesellschaft Collaboratory hat eine interdisziplinäre Expertengruppe Empfehlungen zur Stärkung ländlicher Regionen beim Umgang mit Digitalisierung entwickelt. Unter anderem hat sie betrachtet wie Ansätze aus dem Bereich „Smart City” auf Regionen übertragen werden können. Vor dem Hintergrund des demografischen Handlungsdrucks vieler Regionen sehen die Experten der Initiative internetbasierte Innovationen unter anderem als ein Instrument, die Lebensqualität im ländlichen Raum positiv zu beeinflussen. Auch der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) ist Partner der Initiative und in der Expertengruppe vertreten.

Karte zur Anzahl der Gemeinden Deutschlands nach Bundesland und Siedlungsdichte (Quelle: interaktiver Hintergrundbericht zu Ergebnissen der CoLab-Initiative „Smart Country –Digitale Strategien für Regionen“)Bild vergrößern Anzahl der Gemeinden nach Siedlungsdichte, Quelle: Collaboratory, CC BY 4.0 (http://bit.ly/1uFxyzJ)

Die Initiative „Smart Country – Digitale Strategien für Regionen“ sieht bei der Diskussion um „Smart Cities“ außer Acht gelassen, dass 70 % der Deutschen außerhalb von Großstädten leben. Der Begriff „Smart” bedeutet für die Initiative mehr als nur digital und vernetzt, es bedeutet intelligent nicht nur im technologischen Sinn. Wenn die Experten der Initiative von Regionen bzw.Country“ sprechen, beziehen sie sich auf alle Gebiete, die nicht zu großstädtischen Ballungszentren gehören. Neben dünn besiedelten ländlichen Räumen zählen sie auch kleinere und mittlere Städte dazu. Diese sehr breite Definition des Begriffs soll die Vielfalt der Herausforderungen in Deutschland aufzeigen.




Empfehlungen für sechs Themenfelder – Bringen auch Sie Ihre Ideen und Projekte ein!

Titelseite der Executive Summary „Smart Country – Digitale Strategien für Regionen“Bild vergrößern Titelseite der Executive Summary „Smart Country – Digitale Strategien für Regionen“

Von Juni bis Oktober 2014 haben etwa 35 ehrenamtliche Experten in einer Workshopreihe Strategien und Anwendungen zur Stärkung ländlicher Regionen beim Umgang mit Digitalisierung entwickelt und am 9. Oktober 2014 in Berlin bei einer Abschlussveranstaltung vorgestellt. Die Themenfelder Verwaltung und Politik, Mobilität und Logistik, Pflege und Gesundheit, Bildung, Energie sowie Wertschöpfung wurden dabei in den Blick genommen. Erläuterungen zu Potenzialen und Risiken, Beispielen und Zukunftsszenarien ergänzen die Empfehlungen. Neben einer Executive Summary steht die erste Version des interaktiven Hintergrundberichts bereit, um kommentiert zu werden. Auf einer Projektlandkarte kann jeder gelungene Beispielprojekte eintragen.

Mobilität und Logistik

Um Ideen wie Paketdrohnen, selbständig fahrende Lieferfahrzeuge oder smarte Tante-Emma-Läden (Multi-Service-Shop) realisieren zu können, kommt der Anpassung von gesetzlichen Rahmenbedingungen und über Branchen- und Firmengrenzen hinweg gedachten Lösungen eine herausragende Rolle zu. Die Expertengruppe empfiehlt, sich auf die Handlungsfelder Infrastruktur, Bürgerbeteiligung und neue Geschäftsmodelle wie zum Beispiel Crowd Logistics zu konzentrieren, wobei Privat-Pkw über eine Smartphone-App auf dem Weg von oder zur Arbeit Pakete transportieren.

Ideen zur Mobilität auf dem Land können Sie bis 16. November auch noch in unseren aktuellen Praxisdialog „Mobil in ländlichen Räumen“ einbringen!

Pflege und Gesundheit

Aus Sicht der Expertengruppe muss jede technische Innovation Lebensqualität erhalten und soziale Vernetzung fördern. Es gilt, technische Innovationen in die Kataloge der Krankenkassen einzubeziehen, rechtliche und regulatorische Hemmnisse bspw. im Feld der Telemedizin aufzubrechen sowie die Technikakzeptanz bei medizinischem Personal und Pflegepersonal zu erhöhen. Als gelungenes Praxisbeispiel wird das EU-geförderte ALFRED-Projekt als persönlicher, interaktiver Assistent für ein unabhängiges und aktives Altern aufgeführt. Verschiedene Lösungsansätze wie „Wearable Computing“, Kleidung die Austrocknung und Bewegungsmangel signalisiert, sollen zudem weiter diskutiert werden.

Gerald Swarat, Projektleiter der Initiative, macht im Blog des Internet & Gesellschaft Collaboratory deutlich, dass es noch viel zu tun gibt: „Deutschland steht ganz am Anfang, die Chancen der Digitalisierung gesamtgesellschaftlich positiv nutzbar zu machen. Wir laufen in Gefahr, den Anschluss zu verlieren, und sollten gleichzeitig vermeiden, ganze Regionen abzuschreiben, weil junge Leute abwandern und man dort kein Breitband hingelegt hat.”

Statements der Teilnehmer der Initiative

Smart Country ist cool, weil es um die Lebenssituation der Menschen im ländlichen Raum geht“, so das Statement von DStGB-Sprecher und Teil der Expertengruppe Franz-Reinhard Habbel.

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Nutzen Sie die Kommentarfunktion und berichten Sie auf dem Demografieportal von digitalen Strategien und Projekten aus Ihren Regionen.

Yvonne Eich und das Redaktionsteam des Demografieportals

2 Kommentare

  • das ist sicherlich eine von mehreren Optionen, die aber von weiteren Maßnahmen flankiert werden müssen. Wichtig ist, dass die lokalen Akteure ihre aktuellen aber auch künftigen Herausforderungen diskutieren und die Menschen in ihrer Region sensibilisieren. Anschließend sollten die Akteure (Verwaltung und Politik) unter Beteiligung engagierter Bürger Ziele und Maßnahmen zur deren Erreichung formulieren. So machen wir das mit unseren www.workshops-fuer-kommunen.de.
    30.10.2014 11:51 Uhr von Wolfgang Wähnke
  • Dies wäre eine sehr gute Möglichkeit, die Infrastruktur im ländlichen Raum zu stärken. Gerade auf dem Land gibt es eine Menge vorteilhaftes Potential gegenüber den Städten. Ich bin gespannt, wie sich das entwickeln wird! Jedenfalls eine super Idee!!!!!!!!!
    28.10.2014 19:45 Uhr von Ingrid Stumpf
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