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Zahlen und FaktenÄltere Wähler beeinflussen immer stärker den Wahlausgang

Der Anteil älterer Menschen an den Wahlberechtigten nimmt zu. Gleichzeitig ist die Wahlbeteiligung in dieser Altersgruppe bei Bundestagswahlen besonders hoch.

Säulendiagramm zu den Wahlberechtigten bei den Bundestagswahlen 1972, 1987, 2002 und 2017 nach Altersgruppen sowie Liniendiagramm zur Wahlbeteiligung nach Altersgruppen an diesen BundestagswahlenBild vergrößern

Bei der Bundestagswahl 2017 waren insgesamt 61,7 Millionen Menschen wahlberechtigt. Davon waren mehr als jeder Dritte über 60 Jahre, etwa die Hälfte zwischen 30 und 59 Jahre und nur jeder Siebte jünger als 30 Jahre alt. Damit hat sich die Altersverteilung der potenziellen Wähler gegenüber früheren Wahlen deutlich zugunsten älterer Wahlberechtigter verschoben. So war bei der Bundestagswahl 1987 lediglich jeder vierte Wahlberechtigte über 60 Jahre und dafür fast jeder Vierte unter 30 Jahre alt. Diese Entwicklung wird sich angesichts des demografischen Wandels und der zunehmenden Langlebigkeit der Bevölkerung fortsetzen. Auf Grundlage der aktuellen Bevölkerungsvorausberechnung könnten ab 2040 ungefähr 45 Prozent der Wahlberechtigten mindestens 60 Jahre alt sein, davon zwei Drittel über 70 Jahre.

Gleichzeitig beteiligen sich ältere Menschen besonders stark an Wahlen. Mit Ausnahme der jüngsten und ältesten Altersgruppe nimmt die Wahlbeteiligung grundsätzlich mit steigendem Alter zu. Rund 76 Prozent der über 70-jährigen und sogar 81 Prozent der 60- bis 69-jährigen Wahlberechtigten haben bei der Bundestagswahl 2017 ihre Stimme abgegeben. Die Wahlbeteiligung von jüngeren Menschen war deutlich niedriger und betrug für die 21- bis 24-Jährigen nur 67 Prozent. Im Vergleich dazu war die Beteiligung bei der Wahl 1972 in allen Altersgruppen mit 84 bis 94 Prozent deutlich höher und waren damit auch die altersspezifischen Unterschiede im Wahlverhalten geringer. Aufgrund des wachsenden Anteils über 60-jähriger Männer und Frauen an den Wahlberechtigten sowie ihrer überdurchschnittlichen Wahlbeteiligung beeinflussen ältere Wähler immer stärker den Wahlausgang und damit möglicherweise auch die Politik.

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