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Zahlen und FaktenDie Mehrheit geht vorzeitig in Rente

Der Übergang aus dem Erwerbsleben in den Bezug einer gesetzlichen Rente hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gewandelt. Nur ein Drittel der Neurentner bezog 2015 eine Regelaltersrente.

Säulendiagramm zum Zugang von Männern und Frauen in die gesetzliche Rentenversicherung nach Leistungsart in den Jahren 1970 bis 2015Bild vergrößern

Der Übergang aus dem Erwerbsleben in den Bezug einer gesetzlichen Rente hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gewandelt. Im Jahr 1970 erfolgte nahezu die Hälfte aller Rentenzugänge von westdeutschen Männern und Frauen in eine Erwerbsminderungsrente, genauer gesagt in deren Vorläufer, die Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsrente. Gegenwärtig beträgt dieser Anteil noch etwa ein Sechstel aller Rentenzugänge. Allerdings gingen 2015 auch nur 29 Prozent der Männer und 37 Prozent der Frauen mit Erreichen der Regelaltersgrenze von 65 Jahren und vier Monaten in den Ruhestand. Zu früheren Zeitpunkten waren es bis zur Hälfte der Erwerbsbevölkerung. Weit verbreitet ist der vorzeitige Bezug einer Altersrente, wobei die Rentenarten zwischen beiden Geschlechtern variieren. Im Durchschnitt erhalten Männer und Frauen gegenwärtig mit 61,9 Jahren erstmals eine Rente.

Die Veränderungen im Rentenzugang sind maßgeblich von gesetzlichen Rahmenbedingungen beeinflusst. Im Zuge der Rentenreform von 1972 führte der Gesetzgeber unter anderem Altersrenten für Schwerbehinderte und für langjährig Versicherte ein. Dies erleichterte insbesondere Männern einen vorzeitigen Ruhestand ab 60 beziehungswese 63 Jahren. In der Folge bezogen weniger Männer regulär mit 65 Jahren eine Altersrente. Der Anteil sank in den folgenden zehn Jahren auf unter 10 Prozent aller Zugänge. Auch als Reaktion auf diese Entwicklung wurden 1984 die Anspruchsvoraussetzungen für Regelaltersrenten vereinfacht und zugleich für Erwerbsminderungsrenten verschärft. Aufgrund dieser Maßnahme ergab sich gleichzeitig für viele westdeutsche Frauen überhaupt erst die Möglichkeit, eine eigene Altersrente zu beziehen. Die zwei Jahre später eingeführte Anrechnung von Kindererziehungszeiten erleichterte den Altersrentenbezug von Frauen weiter.

Der Einfluss der Politik zeigt sich zudem bei den Abschlägen wegen Frühverrentung. Zwischen ihrer Einführung ab dem Jahr 1997 und dem Jahr 2010 hatte sich der Anteil der männlichen Neuzugänge in eine Regelaltersrente etwa verdoppelt. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen befinden sich jedoch weiter im Wandel. So sind die Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeit sowie die Altersrente für Frauen am Auslaufen und im Rahmen von Übergangsfristen nur noch den vor 1952 geborenen Jahrgängen zugänglich. Andererseits gibt es seit 2012 eine neue und bereits häufig genutzte Altersrente für besonders langjährig Versicherte, die besonders lange Erwerbstätigen weiterhin eine abschlagsfreie Frühverrentung ermöglicht. Und die Regelaltersgrenze für den Bezug einer Altersrente steigt bis 2031 schrittweise weiter auf 67 Jahre an.

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