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Zahlen und FaktenLebenserwartung steigt schneller als das Renteneintrittsalter

Liniendiagramm zum durchschnittlichen Zugangsalter in eine Altersrente, zur Regelaltersgrenze für eine Altersrente sowie zur ferneren Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren von Männern und Frauen im Zeitraum 1960 bis 2015Bild vergrößern

Das Renteneintrittsalter hält in Deutschland nicht mit der Entwicklung der Lebenserwartung Schritt. So erhielten Männer im Jahr 1970 mit durchschnittlich 65,2 Jahren erstmals eine Altersrente und konnten erwarten, noch fast zwölf weitere Jahre zu leben. Heute gehen sie rund ein Jahr früher in den Ruhestand, während die fernere Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren um beinahe sechs Jahre gestiegen ist. Bei den Frauen zeigt sich eine vergleichbare Entwicklung. Die direkte Folge sind eine zunehmende Rentenbezugsdauer und damit steigende Kosten für die Alterssicherung. Dieser Trend stellt ein zentrales Motiv für die Erhöhung der Regelaltersgrenze für den Bezug einer Altersrente dar, die zwischen 2012 und 2031 schrittweise von 65 auf 67 Jahre steigen wird.

Der rückläufigen Sterblichkeit und zunehmend besseren Gesundheit im höheren Alter steht die fast ein Jahrhundert lang unveränderte Regelaltersgrenze von 65 Jahren gegenüber. Die konträre Entwicklung wurde durch die Ausweitung der Frühverrentungs- und Vorruhestandsmöglichkeiten in den 1970er und frühen 1980er Jahren in Westdeutschland noch verschärft. Noch immer sehen es viele Menschen als erstrebenswert an, möglichst früh in den Ruhestand zu gehen.

Seit Ende der 1990er Jahre nimmt das durchschnittliche Renteneintrittsalter wieder leicht zu. Dieser mit einer steigenden Erwerbstätigkeit älterer Erwerbspersonen einhergehende Trend ist wesentlich eine Folge der ab 1997 eingeführten Frühverrentungsabschläge. Die Kürzung von Renten bei einem vorzeitigen Ruhestand macht Frühverrentungen für ältere Arbeitnehmer finanziell deutlich unattraktiver als zuvor ohne Abschläge. Darüber hinaus wurden in den letzten Jahren einige Frühverrentungsmöglichkeiten abgeschafft oder eingeschränkt. Zusammen mit der Erhöhung der Regelaltersgrenze tragen diese Maßnahmen dazu bei, dass die Kluft zwischen Renteneintrittsalter und Lebenserwartung sich zukünftig nicht weiter oder weniger stark als in der Vergangenheit vergrößert.

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