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Zahlen und FaktenFrauen haben immer weniger Kinder

Kinderreiche Familien sind in Deutschland immer seltener, dafür nimmt die Kinderlosigkeit zu. Frauen in ländlichen Regionen und mit niedrigem Bildungsstand haben in der Regel mehr Kinder.

Zwei Kreisdiagramme zur Kinderzahl von Frauen in Deutschland nach Geburtsjahrgang im Jahr 2016Bild vergrößern Kinderzahl nach Geburtsjahrgang

Mit 45 bis 49 Jahren ist die fertile Lebensphase von Frauen grundsätzlich abgeschlossen, so dass ihre endgültige Kinderzahl bekannt ist. Die Geburtsjahrgänge 1967 bis 1971, die 2016 in diesem Alter waren, haben im Verlauf ihres Lebens durchschnittlich rund 1,5 Kinder geboren. Demgegenüber bekamen die zwanzig Jahre früher geborenen Frauen noch 1,7 bis 1,8 Kinder. Ursache des Rückgangs ist die gestiegene Kinderlosigkeit in Deutschland. Diese Entwicklung erfolgte zu Lasten der Anteile an Frauen mit zwei, drei und mindestens vier Kindern.

Säulendiagramm zur Kinderzahl von Frauen in Ost- und Westdeutschland beziehungsweise nach Urbanisierungsgrad ihres Wohnortes im Jahr 2016Bild vergrößern Kinderzahl nach Wohnort

Die Kinderzahl unterscheidet sich regional deutlich. So haben in Ostdeutschland 38 Prozent der 45- bis 49-jährigen Frauen nur ein Kind. Im Westen liegt der Anteil dagegen bei lediglich 24 Prozent. Die Kinderzahl ist in Westdeutschland besonders kontrastreich, weil es im Vergleich zum Osten sowohl deutlich mehr kinderlose als auch mehr kinderreiche Frauen mit mindestens drei Kindern gibt.

Deutliche Unterschiede in der Kinderzahl zeigen sich auch in Hinblick auf den Urbanisierungsgrad des Wohnortes. Frauen haben tendenziell umso mehr Kinder, je ländlicher ihre Heimatgemeinde ist. Das zeigt sich einerseits in der höheren Kinderlosigkeit in urbanen, also städtischen Gebieten. Darüber hinaus ist auch die Kinderzahl der Frauen, die überhaupt Mütter sind, in urbanen Gemeinden niedriger. Dieser Unterschied erklärt sich teilweise durch den Umzug von vielen Familien aus Städten ins weniger dicht besiedelte Umland. In den Städten verbleiben dann mehr kinderlose Frauen und mehr kleine Familien.

Balkendiagramm zur Kinderzahl von Frauen nach Bildungsstand im Jahr 2016Bild vergrößern Kinderzahl nach Bildungsstand

Unterschiede in der Kinderzahl zeigen sich ferner in Abhängigkeit vom Bildungsstand. Fast ein Drittel aller 45- bis 49-jährigen Frauen mit niedriger Bildung hatten 2016 drei oder mehr Kinder. Im Vergleich dazu ist nur jede siebte Frau mit mittlerer oder hoher Bildung kinderreich. Dafür ist die Kinderlosigkeit bei Frauen mit niedriger Bildung gering und steigt mit dem Bildungsstand. Etwa jede vierte Akademikerin oder andere Frau mit hohem Bildungsabschluss bleibt heute kinderlos.

Werden allein Frauen mit Kind betrachtet, macht es bezüglich der Verteilung der Kinderzahlen keinen Unterschied, ob die Mütter eine mittlere oder hohe Bildung haben. In beiden Fällen hat ein Drittel der Mütter ein Kind, knapp die Hälfte zwei Kinder und weniger als ein Fünftel drei oder mehr Kinder. Die im Vergleich zu niedrig gebildeten Frauen geringeren Kinderzahlen werden unter anderem mit den teils noch immer unzureichenden Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Verbindung gebracht. Aber auch die längeren Ausbildungszeiten und das deutlich höhere Gebäralter tragen dazu bei.

Bildungsstand

Die Internationale Standardklassifikation für das Bildungswesen (ISCED) ist ein Instrument zur Erstellung international vergleichbarer Bildungsstatistiken. Nach der Fassung von 2011 wird zwischen zehn Ausbildungsstufen unterschieden, die zu drei Bildungsständen zusammengefasst werden können:

  • niedriger Bildungsstand: Haupt-/Realschulabschluss ohne beruflichen Abschluss, ohne Bildungsabschluss
  • mittlerer Bildungsstand: Berufsqualifizierender Abschluss, Abitur, Fachhochschulreife
  • hoher Bildungsstand: Akademischer Abschluss, Meister-/Techniker- oder Fachschulabschluss

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