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Zahlen und FaktenKinderlosigkeit in Deutschland nimmt zu

Immer mehr deutsche Frauen bleiben kinderlos. Besonders hoch ist der Anteil für Akademikerinnen und für Frauen, die in Westdeutschland oder in städtischen Regionen leben.

Säulendiagramm zum Anteil kinderloser Frauen in Deutschland nach Geburtsjahrgängen im Jahr 2016Bild vergrößern Kinderlosigkeit nach Geburtsjahrgang

In den letzten Jahrzehnten hat die Kinderlosigkeit in Deutschland stetig zugenommen. Das zeigt sich daran, dass jüngere Frauen häufiger kinderlos sind als ältere Jahrgänge. So hatte 2016 jede fünfte Frau im Alter von 45 bis 49 Jahren keine Kinder geboren. Der Anteil gehört zu den höchsten in Europa. Im Vergleich dazu ist bei den heute 65- bis 69-Jährigen nur jede siebte Frau kinderlos geblieben. Vorläufige Statistiken für jüngere Jahrgänge deuten allerdings darauf hin, dass die Kinderlosigkeit zukünftig vermutlich nicht weiter ansteigen wird.




Säulendiagramm zum Anteil kinderloser Frauen in Ost- und Westdeutschland beziehungsweise nach Urbanisierungsgrad des Wohnortes im Jahr 2016Bild vergrößern Kinderlosigkeit nach Wohnort

Der Anteil kinderloser Frauen unterscheidet sich regional deutlich. So hatten 2016 fast doppelt so viele west- als ostdeutsche Frauen im Alter von 45 bis 54 Jahren keine Kinder: Während im Osten (ohne Berlin) nur etwa jede zehnte Frau kinderlos blieb, war es im Westen jede fünfte Frau. Noch deutlicher sind die regionalen Unterschiede in Hinblick auf den Urbanisierungsgrad des Wohnortes. In urbanen, also städtischen Gemeinden liegt der Anteil kinderloser Frauen bei 25 Prozent. In semiurbanen Gemeinen beträgt er hingegen nur 19 Prozent und in ländlichen Gemeinden sogar 15 Prozent. Dieser Unterschied erklärt sich aber teilweise durch den Umzug von vielen Familien aus Städten ins weniger dicht besiedelte Umland. In den Städten verbleiben dann mehr kinderlose Frauen.

Balkendiagramm zum Anteil kinderloser Frauen in Deutschland nach Bildungsstand im Jahr 2016Bild vergrößern Kinderlosigkeit nach Bildungsstand

Unterschiede im Niveau der Kinderlosigkeit zeigen sich auch in Abhängigkeit vom Bildungsstand. Je höher die Bildung von Frauen ist, desto häufiger sind sie kinderlos. Von den 45- bis 54-jährigen Frauen mit niedriger Bildung haben 16 Prozent keine Kinder geboren. Demgegenüber war 2016 fast jede vierte Akademikerin oder andere Frau mit hoher Bildung kinderlos.

Die Kinderlosigkeit hochqualifizierter Frauen wird vor allem mit den teils noch immer unzureichenden Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Verbindung gebracht. Akademikerinnen investieren sehr viel in ihre Ausbildung und wollen das erworbene Potenzial auch nutzen. Vor die Wahl zwischen Erwerbstätigkeit und Familie gestellt, entscheiden sich die Frauen häufiger gegen Kinder und für den Beruf und die Karriere. Aufgrund der langen Ausbildungszeiten bekommen Akademikerinnen ihre Kinder zudem relativ spät, wodurch sich die fertile Lebensphase verkürzt. Die aufgeschobenen Geburten werden dann nicht in vollem Umfang nachgeholt und es kommt öfter zu ungewollter Kinderlosigkeit. Dazu trägt auch bei, dass sich Akademikerinnen oft schwerer tun, für die Familiengründung einen geeigneten Lebenspartner zu finden. Hinzu kommt die Gewöhnung an einen Lebensstil ohne Kinder, der die Entscheidung für die Kinderlosigkeit begünstigt.

Bildungsstand

Die Internationale Standardklassifikation für das Bildungswesen (ISCED) ist ein Instrument zur Erstellung international vergleichbarer Bildungsstatistiken. Nach der Fassung von 2011 wird zwischen zehn Ausbildungsstufen unterschieden, die zu drei Bildungsständen zusammengefasst werden können:

  • niedriger Bildungsstand: Haupt-/Realschulabschluss ohne beruflichen Abschluss, ohne Bildungsabschluss
  • mittlerer Bildungsstand: Berufsqualifizierender Abschluss, Abitur, Fachhochschulreife
  • hoher Bildungsstand: Akademischer Abschluss, Meister-/Techniker- oder Fachschulabschluss

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