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Zahlen und FaktenEin Drittel der unter 3-Jährigen in Kindertagesbetreuung

Immer mehr Kinder besuchen eine Tageseinrichtung oder sind in Tagespflege. In Ostdeutschland ist die Betreuungsquote höher als im Westen und werden Kinder häufiger ganztags betreut.

Säulendiagramm zur altersspezifischen Betreuungsquote von Kindern in den Jahren 2006, 2011 und 2016Bild vergrößern

Der Ausbau der Kindertagesbetreuung ist ein zentrales familienpolitisches Ziel von Bund, Ländern und Kommunen in Deutschland. So hat seit 2013 jedes Kind ab Vollendung des ersten Lebensjahres einen gesetzlichen Anspruch auf Betreuung und frühkindliche Förderung in einer Tageseinrichtung oder in Kindertagespflege.

Im Jahr 2016 wurden bundesweit ein Drittel der Kinder unter drei Jahren außerfamiliär betreut. Die Betreuungsquote ist damit mehr als doppelt so hoch wie im Jahr 2006. Der bisherige Ausbau der Betreuungsplätze reicht aber vielerorts noch nicht aus, um den Bedarf für diese Altersgruppe zu decken. Bei Kindern im Alter von drei bis unter sechs Jahren nimmt die Betreuungsquote ebenfalls zu und beträgt aktuell 94 Prozent.

Säulendiagramm zur altersspezifischen Betreuungsquote in Ost- und Westdeutschland im Jahr 2016Bild vergrößern Betreuungsquote von Kindern in Ost- und Westdeutschland

Die Kinderbetreuung unterscheidet sich weiterhin stark zwischen Ost- und Westdeutschland. Während im Osten mehr als die Hälfte der unter 3-Jährigen in Kindertagesbetreuung sind, beträgt die Betreuungsquote im Westen nur 28 Prozent. Zudem ist die Ganztagesbetreuung in Ostdeutschland weitaus verbreiteter. Der Anteil der Kinder unter drei Jahren, die täglich mehr als sieben Stunden betreut werden, ist im Osten mit 40 Prozent dreimal so hoch wie im Westen. Auch die 3- bis unter 6-Jährigen werden in Ostdeutschland häufiger ganztags betreut. Der Anteil ist hier mit 74 Prozent doppelt so hoch wie in Westdeutschland.

Ein wesentlicher Grund für den anhaltenden Ost-West-Unterschied liegt im Familienleitbild. Für ostdeutsche Frauen ist es selbstverständlich, Kinder und Karriere vereinbaren zu können. Es bestehen weniger Bedenken, Kinder schon im jungen Alter und längere Zeit fremd betreuen zu lassen und erwerbstätig zu sein. In Westdeutschland ist dagegen noch das Bild der Rabenmutter verbreiteter, die Karriere macht und dadurch ihre Kinder vernachlässigt. Verstärkt werden diese Unterschiede durch die seit der DDR-Zeit besser ausgebaute Betreuungsinfrastruktur in Ostdeutschland.

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