Navigation und Service

Zahlen und FaktenImmer mehr Ältere sind erwerbstätig

Die Erwerbstätigenquote im Alter von 55 bis 64 Jahren ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Noch nie waren so viele Frauen in diesem Alter erwerbstätig. Bei den Männern war die Erwerbsbeteiligung hingegen vor fünfzig Jahren höher als heute.

Liniendiagramm zur Entwicklung der Erwerbstätigenquote von Frauen und Männern im Alter von 55 bis 64 Jahren in den Jahren 1970 bis 2015Bild vergrößern

Der Anteil der Erwerbstätigen an der Bevölkerung im Alter von 55 bis 64 Jahren unterlag in den letzten Jahrzehnten starken Veränderungen. Im Jahr 1970 waren rund 84 Prozent der Männer dieser Altersgruppe erwerbstätig, aber nur 30 Prozent der Frauen. Während die Erwerbstätigenquote älterer Frauen in der Folge anhaltend niedrig blieb, ging die Erwerbsbeteiligung älterer Männer kontinuierlich zurück. In den 1990er Jahren stand nur noch jeder zweite 55- bis 64-jährige Mann im Erwerbsleben. Seit einigen Jahren nimmt die Erwerbstätigenquote jedoch für beide Geschlechter deutlich zu. Gleichzeitig verringert sich der Geschlechterunterschied. 2015 waren in Deutschland 71 Prozent der Männer und 61 Prozent der Frauen im Alter von 55 bis 64 Jahren erwerbstätig.

Die Abnahme der Erwerbstätigenquote der Älteren in den 1970er und 1980er Jahren war einerseits durch den Strukturwandel auf dem Arbeitsmarkt begründet, der ältere Personen stärker betroffen hat. Andererseits war sie auch eine Folge der Rahmenbedingungen durch die sozialen Sicherungssysteme. Die großzügige Ausgestaltung der Frühverrentungsmöglichkeiten sowie der Arbeitslosenversicherung für ältere Erwerbspersonen begünstigte den verbreiteten Rückzug dieser Altersgruppe aus dem Arbeitsmarkt. Dazu zählten längere Bezugsdauern von Arbeitslosengeld und die Befreiung von einer Arbeitssuche für Personen, die über 58 Jahre alt waren.

Die steigende Erwerbsbeteiligung von 55- bis 64-jährigen Männern und Frauen in jüngerer Zeit ist maßgeblich auf Restriktionen bei der Frühverrentung zurückzuführen. Dazu zählen insbesondere die Einführung von Abschlägen bei einem vorzeitigen Rentenbeginn, die Anhebung der Mindestaltersgrenzen für den Altersrentenbezug sowie Reformen in der Arbeitslosenversicherung.

Erwerbstätigenquote

Die Erwerbstätigenquote entspricht dem prozentualen Anteil der Erwerbstätigen an der Bevölkerung gleichen Alters und Geschlechts. Datengrundlage ist die Arbeitskräfteerhebung des Statistischen Bundesamtes. Die Abgrenzung des Erwerbsstatus erfolgt dabei entsprechend dem Labour-Force-Konzept der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Erwerbstätige sind demnach Personen im Alter von 15 und mehr Jahren, die im Berichtszeitraum mindestens eine Stunde für Lohn oder sonstiges Entgelt irgendeiner beruflichen Tätigkeit nachgehen beziehungsweise in einem Arbeitsverhältnis stehen, selbstständig ein Gewerbe oder eine Landwirtschaft betreiben oder einen Freien Beruf ausüben.

Zusatzinformationen

Das könnte Sie auch interessieren

Zahlen und Fakten Erwerbsbeteiligung von Älteren und Frauen nimmt zu

Liniendiagramm zur Erwerbstätigenquote in Deutschland nach Alter und Geschlecht in den Jahren 2000 und 2015

Der Anteil der Erwerbstätigen variiert stark nach Alter und Geschlecht, ist aber zwischen 2000 und 2015 insgesamt deutlich gestiegen. Im Alter von 30 bis 50 Jahren ist die Erwerbsbeteiligung am höchsten.mehr: Erwerbsbeteiligung von Älteren und Frauen nimmt zu …

Zahlen und Fakten Die Mehrheit geht vorzeitig in Rente

Säulendiagramm zum Zugang von Männern und Frauen in die gesetzliche Rentenversicherung nach Leistungsart in den Jahren 1970 bis 2015

Der Übergang aus dem Erwerbsleben in den Bezug einer gesetzlichen Rente hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gewandelt. Nur ein Drittel der Neurentner bezog 2015 eine Regelaltersrente.mehr: Die Mehrheit geht vorzeitig in Rente …

Zahlen und Fakten Krebserkrankungen und psychische Störungen gefährden zunehmend die Erwerbsfähigkeit

Säulendiagramm zum Anteil von medizinischen Rehabilitationsleistungen an Erwachsene nach Diagnose in den Jahren 1991 und 2015

Der Anteil der mit diesen Diagnosen begründeten medizinischen Rehabilitationsleistungen ist deutlich gestiegen. Krankheiten der Gelenke und Wirbelsäule bleiben aber die häufigste Diagnose.mehr: Krebserkrankungen und psychische Störungen gefährden zunehmend die Erwerbsfähigkeit …

Studien Übergänge in den Ruhestand und Potenziale älterer Erwachsener

Titelseite des Buchs „Mittendrin? Lebenspläne und Potenziale älterer Menschen beim Übergang in den Ruhestand“

Die Publikation stellt erste Ergebnisse zu Altersbildern, der Lebenserwartung in Gesundheit sowie beruflichen, zivilgesellschaftlichen und familialen Tätigkeiten dieser Altersgruppe vor.mehr: Übergänge in den Ruhestand und Potenziale älterer Erwachsener …

Logo des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung




Als registrierter Nutzer anmelden

Schließen