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Zahlen und FaktenBevölkerungszahl nimmt noch zu

Zum Ende des Jahres 2016 lebten rund 82,5 Millionen Menschen in Deutschland. Das sind über zwei Millionen Einwohner mehr als fünf Jahre zuvor. Langfristig wird jedoch ein Rückgang der Bevölkerungszahl erwartet.

Liniendiagramm zur Entwicklung der Bevölkerungszahl in Deutschland zwischen 1950 und 2060Bild vergrößern

Seit 1950 hat sich die Bevölkerungszahl sogar um 13 Millionen Einwohner erhöht. Vor allem in den 1950er, 1960er und 1990er Jahren sowie seit 2011 ist die Bevölkerung stark gewachsen. Dieser Trend wird sich aber vermutlich nicht fortsetzen. Die (aktualisierte) 13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung der statistischen Ämter hat ergeben, dass die Bevölkerungszahl in den nächsten Jahrzehnten deutlich zurückgehen wird und im Jahr 2060 voraussichtlich nur noch etwa 67 bis 77 Millionen Menschen in Deutschland leben werden.

Die Entwicklung der Bevölkerungszahl wird durch die Anzahl der Geburten und Sterbefälle sowie der Anzahl der Zu- und Fortzüge über die Grenzen Deutschlands bestimmt. Bereits seit 1972 gibt es in Deutschland mehr Sterbefälle als Kinder geboren werden. Kein anderes Land weltweit hat nach 1945 so früh ein dauerhaftes Geburtendefizit erlebt. In der Vergangenheit konnte diese negative natürliche Bevölkerungsbilanz oft durch die Nettozuwanderung aber mehr als ausgeglichen werden.

Zukünftig wird die Schere zwischen der Zahl der Geborenen und Gestorbenen immer weiter auseinander gehen. Dies ist auf zwei Entwicklungen zurückzuführen. Zum einen führt das seit Jahrzehnten niedrige Geburtenniveau dazu, dass die heutige Elterngeneration deutlich kleiner ist als frühere. Durch die geringere Zahl an potenziellen Müttern werden, selbst bei einer konstanten Fertilität pro Frau, insgesamt immer weniger Kinder geboren. Zum anderen wird die Zahl der Sterbefälle trotz der zunehmenden Lebenserwartung stark wachsen. Das liegt vor allem daran, dass die geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge zunehmend die Lebensalter mit einer hohen Sterbewahrscheinlichkeit erreichen werden. Die Bevölkerungsvorausberechnung hat ergeben, dass ab etwa 2045 das Geburtendefizit größer als 400.000 Personen pro Jahr sein könnte. Eine im langfristigen Durchschnitt liegende Nettozuwanderung von rund 250.000 Menschen pro Jahr wird nicht mehr ausreichen, den Überschuss an Sterbefällen zu kompensieren.

Zensus 2011

In einem Zensus wird die gesamte Bevölkerung eines Landes statistisch erfasst. Es wird ermittelt, wie viele Menschen zum Zeitpunkt der Erhebung in dem Land leben, wie sie wohnen und wie sie arbeiten. Der Zensus dient der verlässlichen Planung der Politik und Verwaltung in Bund, Ländern und Kommunen.

Ein Zensus hat auch das Ziel, die in der amtlichen Statistik ausgewiesene Bevölkerungszahl zu überprüfen. Zwischen zwei Volkszählungen wird die Bevölkerung über die Anzahl an Geburten, Sterbefällen, Zuzügen und Fortzügen fortgeschrieben. Dabei kommt es insbesondere bei den Wanderungen im Laufe der Zeit zu statistischen Fehlern, zum Beispiel wenn sich Personen beim Fortzug ins Ausland nicht in Deutschland abmelden und somit weiter als Einwohner geführt werden.

Am 9. Mai 2011 fand in Deutschland der erste Zensus seit der Wiedervereinigung statt. Im früheren Bundesgebiet wurde das Volk zuvor das letzte Mal 1987 gezählt, in der DDR sogar bereits 1981. Auf Grundlage der Ergebnisse des Zensus 2011 wurde die Bevölkerungszahl in Deutschland um rund 1,5 Millionen Menschen nach unten korrigiert.

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