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Zahlen und Fakten100 Jahre Bevölkerungsgeschichte: Die Altersstruktur der Bevölkerung in Deutschland

Bevölkerungspyramide zur Altersstruktur der Bevölkerung in Deutschland am 31.12.2015 mit Erläuterung von Ein- und Ausbuchtungen, die auf demografische Ereignisse in der Vergangenheit zurückführbar sindBild vergrößern

Die Altersstruktur der Bevölkerung in Deutschland zeigt diverse Ein- und Ausbuchtungen, die auf verschiedene Ereignisse in der Vergangenheit zurückführbar sind. Damit ist die Altersstruktur das Abbild der Bevölkerungsgeschichte der letzten 100 Jahre.

An der Spitze des Altersaufbaus fällt auf, dass es im hohen Alter deutlich mehr Frauen als Männer gibt. Dies ist auf zwei Ursachen zurückzuführen. Erstens leben Frauen länger als Männer, wodurch im höheren Lebensalter generell Frauenüberschüsse entstehen. Zweitens wird dieser Effekt dadurch verstärkt, dass viele Männer, die 2015 im Alter von über 87 Jahren gewesen wären, im Zweiten Weltkrieg gefallen sind.

Eine weitere Einbuchtung tritt bei den 82- bis 85-Jährigen auf, weil während der Weltwirtschaftskrise um 1932 in Deutschland weniger Kinder geboren wurden. Das sich anschließende Geburtenhoch wird durch den Geburtenrückgang in der Zeit des Zweiten Weltkrieges abgelöst.

In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg ist die Geburtenzahl noch einmal angestiegen. Die Ende der 1950er Jahre und in den 1960er Jahren in Deutschland geborenen Menschen werden als Babyboomer bezeichnet und waren 2015 ungefähr 50 Jahre alt. Im Jahr 1965 setzte dann der zweite Geburtenrückgang ein. In der Folge werden die Jahrgänge ab dem Alter 50 zunächst immer kleiner.

Insbesondere zwei Gründe führen dazu, dass es heute vergleichsweise viele Frauen und Männer im Alter von Mitte 20 bis Mitte 30 gibt. Zum einen haben in den 1980er Jahren die stark besetzten Babyboomer-Jahrgänge ihre Kinder bekommen. Selbst bei einer niedrigeren Fertilität pro Frau kam es daher wieder zu etwas mehr Geburten als zuvor. Zum anderen erholten sich die Geburtenzahlen in der DDR ab Ende der 1970er Jahre aufgrund von familienpolitischen Maßnahmen.

Ab dem 24. Lebensjahr sind die Altersjahre immer schwächer besetzt. Die Einbuchtung bei den 20- bis 24-Jährigen zeigt das Geburtentief in Ostdeutschland in der ersten Hälfte der 1990er Jahre an. Der danach weitergehende Rückgang der Stärke der jüngeren Jahrgänge ist auf die immer kleiner werdenden Müttergenerationen zurückzuführen. Dieser Trend wird sich in den nächsten Jahrzehnten fortsetzen.

Aktuell zeigen sich wieder leicht steigende Geburtenzahlen. Das liegt aber daran, dass die vergleichsweise zahlreichen Kinder der Babyboomer im Alter ihrer höchsten Fertilität sind. Die etwas höhere Zahl an Neugeborenen wird von kurzfristiger Natur sein und sich als neue kleine Ausbuchtung am unteren Ende der Bevölkerungspyramide niederschlagen.

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