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Zahlen und FaktenImmer mehr ältere Menschen in Deutschland

Die Altersstruktur der Bevölkerung entspricht schon lange nicht mehr einer Pyramidenform und verändert sich weiter. Sie ist das Abbild der Bevölkerungsgeschichte der letzten 100 Jahre.

Bevölkerungspyramide zur Altersstruktur der Bevölkerung in Deutschland in den Jahren 1950, 2017 und 2060Bild vergrößern

Die Alterung der Bevölkerung zeigt sich in zwei Entwicklungen: an der zunehmenden Zahl an Menschen im Rentenalter und an ihrem steigenden Anteil an der Gesamtbevölkerung. Der Alterungsprozess begann in Deutschland, lange Zeit unbemerkt, bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts mit dem ersten Geburtenrückgang. Seit den 1970er Jahren verstärkt die rückläufige Sterblichkeit im höheren Alter die Dynamik.

Die Verschiebungen zwischen den Anteilen der Hauptaltersgruppen der Bevölkerung sind gravierend. So ist der Anteil der unter 20-Jährigen zwischen 1950 und 2017 von 30 auf 18 Prozent zurückgegangen und wird bis 2060 voraussichtlich auf 17 Prozent sinken. Das Altern der Bevölkerung bedeutet auch, dass Hochaltrigkeit zum Massenphänomen wird. 1950 war jeder hundertste Einwohner 80 Jahre und älter. Heute sind bereits 6 Prozent hochaltrig und der Anteil wird sich bis 2060 noch einmal verdoppeln.

Die Altersstruktur: 100 Jahre Bevölkerungsgeschichte

Die Altersstruktur der Bevölkerung in Deutschland zeigt diverse Ein- und Ausbuchtungen, die auf verschiedene Ereignisse in der Vergangenheit zurückführbar sind.

An der Spitze des aktuellen Altersaufbaus fällt auf, dass es im hohen Alter deutlich mehr Frauen als Männer gibt. Dies ist auf zwei Ursachen zurückzuführen. Erstens leben Frauen länger als Männer, wodurch im höheren Lebensalter generell Frauenüberschüsse entstehen. Zweitens wird dieser Effekt dadurch verstärkt, dass viele Männer, die 2016 im Alter von über 90 Jahren gewesen wären, im Zweiten Weltkrieg gefallen sind.

Bevölkerungspyramide zur Altersstruktur der Bevölkerung in Deutschland am 31.12.2017 mit Erläuterung von Ein- und Ausbuchtungen, die auf demografische Ereignisse in der Vergangenheit zurückführbar sindBild vergrößern

Eine weitere Einbuchtung tritt bei den 84- bis 87-Jährigen auf, weil während der Weltwirtschaftskrise um 1932 in Deutschland weniger Kinder geboren wurden. Das sich anschließende Geburtenhoch wird durch den Geburtenrückgang in der Zeit des Zweiten Weltkrieges abgelöst.

In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg ist die Geburtenzahl noch einmal angestiegen. Die Ende der 1950er Jahre und in den 1960er Jahren in Deutschland geborenen Menschen werden als Babyboomer bezeichnet und waren 2017 altersmäßig überwiegend in ihren 50ern. Im Jahr 1965 setzte dann der zweite Geburtenrückgang ein. In der Folge werden die Jahrgänge ab dem Alter 52 zunächst immer kleiner.

Insbesondere zwei Gründe führen dazu, dass es heute vergleichsweise viele Frauen und Männer im Alter von etwa 30 Jahren gibt. Zum einen haben in den 1980er Jahren die stark besetzten Babyboomer-Jahrgänge ihre Kinder bekommen. Selbst bei einer niedrigeren Fertilität pro Frau kam es daher wieder zu etwas mehr Geburten als zuvor. Zum anderen erholten sich die Geburtenzahlen in der DDR ab Ende der 1970er Jahre aufgrund von familienpolitischen Maßnahmen.

Bei den jüngeren Menschen sind die Altersjahre immer schwächer besetzt. Die Einbuchtung bei den 22- bis 26-Jährigen zeigt das Geburtentief in Ostdeutschland in der ersten Hälfte der 1990er Jahre an. Der danach weitergehende Rückgang der Stärke der jüngeren Jahrgänge ist auf die immer kleiner werdenden Müttergenerationen zurückzuführen. Dieser Trend wird sich in den nächsten Jahrzehnten fortsetzen.

Aktuell zeigen sich wieder leicht steigende Geburtenzahlen. Das liegt aber vor allem daran, dass die vergleichsweise zahlreichen Kinder der Babyboomer im Alter ihrer höchsten Fertilität sind. Die etwas höhere Zahl an Neugeborenen wird von kurzfristiger Natur sein und sich als neue kleine Ausbuchtung am unteren Ende der Bevölkerungspyramide niederschlagen. Auch die starke Zuwanderung der letzten Jahre, die mit höheren Geburtenzahlen einhergeht, wird den Trend schrumpfender Geburtsjahrgänge nicht nachhaltig aufhalten.

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