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Zahlen und FaktenZunehmende Belastung der Beitragszahler in der gesetzlichen Rentenversicherung

Infografik zum Verhältnis von Beitragszahlern zu Altersrentnern in der gesetzlichen Rentenversicherung in den Jahren 1962 bis 2015Bild vergrößern

Die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland ist seit 1957 überwiegend über ein Umlageverfahren finanziert. Die erwerbstätige Generation trägt mit ihren Beiträgen die Renten der älteren Generation und erwirbt gleichzeitig den Anspruch, im Alter von der dann erwerbstätigen Generation versorgt zu werden. Daher wird auch von einem Generationenvertrag gesprochen. Da von der Rentenversicherung nur in geringem Umfang Rücklagen gebildet werden, müssen die jeweiligen Einnahmen ungefähr der Höhe der Rentenzahlungen im gleichen Zeitraum entsprechen.

Für die finanzielle Tragfähigkeit des Umlageverfahrens ist das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentenbeziehern von großer Bedeutung. Dieses hat sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend verändert. Im Jahr 1962 kamen auf einen Altersrentner sechs aktiv versicherte Erwerbspersonen. Zehn Jahre später mussten bereits vier Beitragszahler eine Rente finanzieren. Bis 2015 hat die Belastung der Erwerbstätigen weiter zugenommen: Heute stehen einem Altersrentner nur noch rund zwei Beitragszahler gegenüber. Bemerkenswert an dieser Entwicklung ist, dass die Zahl der Beitragszahler im Trend kontinuierlich zugenommen hat und es 2015 mit 37 Millionen aktiv Versicherten so viele Beitragszahler gab wie nie zuvor. Gleichzeitig ist die Zahl der Rentenempfänger aber noch stärker gewachsen und betrug 2015 rund 18 Millionen Altersrentner.

Das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern wird in Zukunft weiter deutlich abnehmen. Ein wesentlicher Grund ist, dass ab etwa 2020 die geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge in den Ruhestand gehen und die Zahl der Rentenbezieher erheblich zunimmt. Gleichzeitig schrumpft mit ihrem Ruhestand die Größe der Erwerbsbevölkerung und damit auch die Zahl der potenziellen Beitragszahler.

Aktiv Versicherte

Die aktiv Versicherten sind solche pflichtversicherten Personen, die ihre Anwartschaften durch das Entrichten von Beiträgen erwerben beziehungsweise für welche Beiträge als entrichtet gelten (Beitragszahler), sowie Personen, die gegenwärtig Anrechnungszeiten zurücklegen.

Dem stehen die passiv Versicherten gegenüber, die in der Vergangenheit einen Anspruch auf Leistungen erworben haben, aber noch keine Rente beziehen. Dazu zählen insbesondere die latent Versicherten, also die Personen, die weder am Stichtag noch sonst im Berichtsjahr der Statistik einen Beitrag oder eine Ausfallzeit aufweisen. Latent versichert sind überwiegend Personen, die tatsächlich keine Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung mehr entrichten, zum Beispiel Hausfrauen, Beamte und Selbstständige, die aber früher Beiträge entrichtet haben.

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