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Zahlen und FaktenViele Ausländer bleiben langfristig in Deutschland

Zum Jahresende 2016 lebten rund zehn Millionen Ausländer in Deutschland. Sie halten sich im Durchschnitt bereits 15,4 Jahre hier auf. Allerdings gibt es große Unterschiede in Abhängigkeit von ihrer Staatsangehörigkeit.

Balkendiagramm zur Aufenthaltsdauer von Ausländern in Deutschland nach ausgewählten Staatsangehörigkeiten am Jahresende 2016Bild vergrößern

Einen hohen Anteil an schon sehr lange in Deutschland lebenden Ausländern haben vor allem jene Nationalitäten, die zwischen 1955 und 1973 als sogenannte „Gastarbeiter“ angeworben wurden und teils dauerhaft blieben. Dabei handelt es sich um Zuwanderer aus südeuropäischen Staaten, der Türkei und den Staaten des ehemaligen Jugoslawien. So leben die 1,5 Millionen Türken durchschnittlich bereits seit 28,8 Jahren in der Bundesrepublik. Lediglich die mehr als 180.000 Österreicher haben eine ebenso lange Aufenthaltsdauer.

In Folge des Bürgerkriegs gibt es mittlerweile fast 640.000 Syrer in Deutschland, die im Durchschnitt erst zwei Jahre hier sind. Einen hohen Anteil an Ausländern mit einer relativ kurzen Aufenthaltsdauer haben zudem Nationalitäten, die in den letzten Jahren im Rahmen der eingeführten Arbeitnehmerfreizügigkeit aus ost- und südosteuropäische EU-Staaten zugewandert sind beziehungsweise aufgrund der Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise aus einigen südeuropäischen Staaten. Ein hoher Anteil an kurzen Aufenthalten kann aber auch Ausdruck einer generell kurzen Verweildauer in Deutschland sein, zum Beispiel wenn sich der Aufenthalt wie im Fall von vielen Chinesen auf das Studium beschränkt.

Aufenthaltsdauer von Ausländern

Die Ausländerstatistik beruht auf der vom Statistischen Bundesamt jährlich durchgeführten Auswertung des Ausländerzentralregisters, das vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gepflegt wird. Im Ausländerzentralregister sind alle Ausländer registriert, die keinen deutschen Pass haben und sich mindestens drei Monate in Deutschland aufhalten. Eingebürgerte Personen werden also nicht erfasst.

Die Aufenthaltsdauer ergibt sich als Differenz zwischen dem Berichtsdatum der Statistik und dem Datum der Ersteinreise nach Deutschland beziehungsweise der Geburt in Deutschland. Unterbrechungen des Aufenthalts werden nicht berücksichtigt.

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