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Zahlen und FaktenAlterung regional unterschiedlich weit fortgeschritten

Der Anteil älterer Menschen in Deutschland nimmt kontinuierlich zu. Abwanderungsregionen sind von der Alterung der Bevölkerung besonders stark betroffen. In zahlreichen ostdeutschen Kreisen ist bereits mehr als jeder vierte Einwohner älter als 65 Jahre.

Zwei Balkendiagramme zum Anteil der über 65-Jährigen und über 80-Jährigen an der Gesamtbevölkerung in Deutschland in den Jahren 1960 bis 2060Bild vergrößern

Die Alterung der Bevölkerung ist ein wesentliches Merkmal des demografischen Wandels und zeigt sich in Deutschland in einem kontinuierlich steigenden Anteil älterer Menschen. Im Jahr 1960 war jeder achte Einwohner mindestens 65 Jahre alt, heute ist es jeder Fünfte und bis 2060 könnte es jeder Dritte sein. Auch der Anteil hochaltriger Menschen nimmt zu. Gegenüber 1960 hat sich der Anteil der über 80-Jährigen auf sechs Prozent erhöht und könnte sich bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts noch einmal verdoppeln. Rund jeder achte Deutsche wäre dann 80 Jahre und älter.

Der Hintergrund dieser Entwicklung ist einerseits die seit Jahrzehnten anhaltend niedrige Geburtenrate. Die damit verbundenen schrumpfenden jungen Jahrgänge führen zu einem wachsenden Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung. Andererseits nimmt die Langlebigkeit der Menschen in Deutschland stetig zu. Immer mehr Deutsche erleben ihren 65., 80. und auch 90. Geburtstag. Wenn die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer in den nächsten Jahren das Rentenalter erreichen, wird die Alterung eine besondere Dynamik erleben.

Junges Frankfurt, altes Suhl

Die Alterung der Bevölkerung ist in Abwanderungsregionen besonders weit fortgeschritten. Der Grund ist, dass vor allem jüngere Menschen strukturschwache und ländliche Räume verlassen. Damit einher gehen weniger Kinder und ein steigenden Anteil der Älteren an den verbleibenden Einwohnern. In Ostdeutschland hat zudem der Geburteneinbruch nach 1989 dazu beigetragen, dass heute in vielen Gebieten die Bevölkerung vergleichsweise alt ist. Den im Vergleich aller deutschen Kreise höchsten Anteil über 65-Jähriger wies 2017 mit über 31 Prozent die Stadt Suhl in Thüringen auf, gefolgt von der Stadt Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt und zahlreichen ostdeutschen Landkreisen. In Westdeutschland hatte der niedersächsische Landkreis Lüchow-Dannenberg mit rund 28 Prozent den höchsten Anteil älterer Menschen.

Karte zum Anteil der Bevölkerung im Alter von über 65 Jahren in den Landkreisen und kreisfreien Städten Deutschlands im Jahr 2017

In einigen Regionen ist der hohe Seniorenanteil jedoch nicht nur auf den Fortzug junger Menschen, sondern auch auf den Zuzug älterer Menschen zurückzuführen. Dazu zählt zum Beispiel die Stadt Baden-Baden in Baden-Württemberg, die aktiv um ältere, möglichst einkommensstarke Menschen wirbt. Mehr als ein Viertel ihrer Bevölkerung ist älter als 65 Jahre. Auch landschaftlich attraktive Gebiete mit seniorenfreundlichen Angeboten und Infrastruktur wie der norddeutsche Landkreis Ostholstein und der bayerische Landkreis Garmisch-Partenkirchen sind für Rentner ein attraktiver Wohnstandort.

Einen geringen Anteil älterer Einwohner haben vor allem für jüngere Zuwanderer attraktive Kreise, also viele Großstädte und wirtschaftlich starke Räume. Aber auch eine relativ hohe Geburtenrate, wie sie insbesondere im Nordwesen Deutschlands zu beobachten ist, kann den Seniorenanteil niedrig halten. Die niedrigsten Anteile verzeichneten 2017 mit unter 16 Prozent die hessische Stadt Frankfurt am Main, der bayerische Landkreis Freising sowie der Landkreis Vechta in Niedersachsen. Weniger als jeder sechste Einwohner ist dort über 65 Jahre alt.

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