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Gute Praxis in Deutschlandhalle.neu.stadt.2050

Stadt Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt

moderne grüne Stadt Visualisierung der klimaneutralen, langfristigen Transformation der großen Planstadt der 60er bis 80 Jahre, Quelle: Norman Klüber, Sascha Jecht / Fraunhofer Institut IMWS

Ausgangslage

Die Chemiearbeiterstadt Halle-Neustadt wuchs bis in die 1980er Jahre rasant. Die Bevölkerung des eingemeindeten Hallenser Stadtteils hat sich jedoch von 94.000 auf heute 45.000 mehr als halbiert. Die vormals begehrte Plattenbausiedlung verlor ihren Glanz im Wettbewerb mit restaurierten Altbauten in der Innenstadt, Wohneigentum in Stadt und Umland oder wegen der arbeitsbedingten Abwanderung insbesondere junger Leute. Weiterhin ist das Gebiet durch Arbeitslosigkeit, Überalterung, den Zuzug vieler Migranten, Kinderarmut und Alleinerziehende gekennzeichnet.

Seit 2001 gibt es ein Quartiermanagement, das unter anderem Aktivitäten im Rahmen der Programme Soziale Stadt und Stadtumbau Ost umsetzt. In der Nachbarschaft von Halle-Neustadt hat sich mit dem weinberg campus der zweitgrößte Technologiepark Ostdeutschlands und Sitz der naturwissenschaftlichen Fakultäten der Universität entwickelt. Um Halle-Neustadt weiterzuentwickeln bewarb sich Halle im Rahmen des Bundeswettbewerbs„Zukunftsstadt”.

Ziele
  • die Großwohnsiedlung bis 2050 zum klimaneutralen und sozial funktionsfähigen Stadtteil der Zukunft transformieren
  • die Neustadt mit angrenzendem Wissenschafts- und Technologiepark weinberg campus und den Einfamilienhaus-Wohngebieten in Nachbarschaft enger verbinden
  • einen Brückenschlag zwischen wissenschaftlicher, internationaler Exzellenz und interkulturellem Sozialraum entwickeln
  • Bürger zu kreativem Engagement für ihr Wohn-, Arbeits- und Lebensumfeld in Neustadt anregen
Konzept

In der ersten Phase des Projektes Zukunftsstadt wurde mit intensiver Bürger- und Akteursbeteiligung eine Zukunftsvision bis zum Jahr 2050 entwickelt. Dazu wurde ein gut vernetztes Zukunftsstadtteam aus Stadtverwaltung, Quartiermanagement, wissenschaftlichen Instituten, dem halleschen Fraunhofer Institut IMWS und engagierten Vereinen gegründet. Die erfolgreiche Projektentwicklung zur Zukunftsstadt halle.neu.stadt 2050 katalysierte viele Ideen und verstärkte die Kooperation mit dem Wissenschaftsstandort weinberg campus, wo an Sanierungsstrategien, klimaneutralen Energie-Infrastruktursystemen und grünen Mobilitätskonzepten gearbeitet wird. Halle-Neustadt soll im Rahmen der weiteren Projektstufen zum „Reallabor“ des Wissenschaftsstandortes werden, um die frühere sozialistische Vorzeigestadt international beispielgebend weiterzuentwickeln.

Aktivitäten und Ergebnisse

Phase 1 (Juli 2015 – Mai 2016):

  • zwei Zukunftswerkstätten, Bürgerumfrage sowie mehr als zehn thematische Workshops mit Bürgern, lokalen Akteuren und externen Experten
  • Generierung von Projektideen in vier „Laboren“ (Kommunikationslabor, Gründungslabor, Technologielabor, Soziallabor)
  • Entwicklung der Vision für die Großwohnsiedlung, eine Modellstadt für den erfolgreichen Wandel von Abwanderung bedrohter Satellitenstädte zu werden

Phase 2 (Januar 2017 – Juni 2018):

  • Entwicklung einer Umsetzungskonzeption in drei Aktionsfeldern:

    1. neu.stadt.campus: Weiterentwicklung eines Schulkomplexes zum neuen Bildungsmodell für Großsiedlungen; Quartiersmittelpunkt für Schüler und Erwachsene, insbesondere bildungsferne Haushalte, durch Integration von Schule, Senior Academy und Außenstelle Wissenschaft
    2. Innovationsquartier Weinberg Süd: Transformation von Stadtumbau Rückbauflächen zur Gewinnung neuer Wohn-Zielgruppen in Neustadt; Hineinwachsen des Wissenschaftsstandortes in die Großsiedlung
    3. frei.raum.mitgestalten: neue Beteiligungsformate bei der Lebenswelt- und Wohnumfeldgestaltung auch für beteiligungsferne Schichten sowie Migranten über den Modus „Kunst“
Besonderheiten

Kreative Beteiligungsformate und eine intensive Öffentlichkeitsarbeit. Die entwickelte Vision ist weitreichend und räumlich-konkret. Das Projekt ist eines von 23 bundesweit, die in die zweite Wettbewerbsphase übernommen wurden.

Finanzierung

Quartiermanagement: Bundesprogramm Soziale Stadt
Wettbewerb Zukunftsstadt: Bundesministerium für Bildung und Forschung

Beteiligte

Projektträger: Stadt Halle (Saale)

Kernteam: ISW Institut, Zentrum für Sozialforschung Halle e.V., Univations Gründerservice, science2public, Freiraumgalerie e.V., Fraunhofer Institut (IMWS), Quartiermanagement Halle-Neustadt

Website
Ansprechpartner
Jana Kirsch
Quartiermanagement Halle Neustadt
SPI GmbH
Zur Saaleaue 51a
06122 Halle (Saale)
Telefon: 0345 68 69 48 11
E-Mail: j.kirsch@spi-ost.de

Dr. Steffen Fliegner
Fachbereich Planen
Stadt Halle (Saale)
Hansering 15
06108 Halle (Saale)
Telefon: 0345 221 47 41
E-Mail: steffen.fliegner@halle.de

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