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Gute Praxis in DeutschlandWat Nu? Demografischer Wandel im Wattenmeer-Raum

Gemeinden Wangerland, Norden, Juist und Spiekeroog in Niedersachsen

Aktive Bürger vor einer Karte der Gemeinde Wangerland im Rahmen der ersten Bürgerwerkstatt Aktive Bürgerinnen und Bürger vor einer Karte der Gemeinde Wangerland im Rahmen der ersten Bürgerwerkstatt, Quelle: ARSU GmbH

Ausgangslage

Die vier Gemeinden an der niedersächsischen Nordseeküste verbinden zwei Gemeinsamkeiten: zum einen ihre exponierte Lage im Nationalpark „Niedersächsisches Wattenmeer“, zum anderen ihre starke Prägung durch den Tourismus. Die einzigartige Lage ist damit wesentliche Grundlage der wirtschaftlichen Entwicklung. Besondere Herausforderungen ergeben sich jedoch aus der Notwendigkeit, die Lebensqualität in den Kommunen und die auf den Tourismus ausgerichtete Infrastruktur ganzjährig zu erhalten. Hinzu kommt, dass die Gemeinden auch vom demografischen Wandel betroffen sind und damit neue Lösungen für die Sicherung der Daseinsvorsorge notwendig werden. Das Forschungsvorhaben „Wat Nu? Demografischer Wandel im Wattenmeer-Raum“ verfolgt vor diesem Hintergrund das Ziel, mittels unterschiedlicher partizipativer Methoden mit den Kommunen und der ansässigen Bevölkerung neue Lösungsansätze zu entwickeln.

Ziele
  • Den konzeptionellen Ansatz der Reallabore entwickeln und Räume schaffen, in denen offene Diskussionen möglich sind, Ideen entwickelt und neue Methoden ausprobiert werden können.
  • Den Ansatz in sieben Handlungsbausteinen umsetzen: Governance-Strukturen schaffen; Verständnis über Konsequenzen des demografischen Wandels herstellen; Visionen und Leitbilder entwickeln; Experimente entwickeln und umsetzen; Evaluation und Monitoring durchführen; Reallabore in die tägliche Praxis überführen.
  • Den Ansatz anhand kooperativ identifizierter Probleme wie die Sicherung von Mobilität und Nahversorgung sowie von Wohnraum auf den Inseln erproben und langfristig etablieren.
Konzept

In „Reallaboren“ entwickeln Wissenschaftler gemeinsam mit Kommunen und der Bevölkerung Lösungsansätze, die in sachgerechte und tragfähige Handlungsoptionen münden sollen. Reallabore sind ein Instrument partizipativer Entscheidungsfindung, das Informationen bündelt und Lösungen exemplarisch erprobt. Im „Wat Nu?“-Projekt finden zwei Labor-Formate Anwendung: Neben dem persönlichen Austausch in Workshops oder Bürgerwerkstätten, dient eine Online-Plattform als virtueller Raum der Kommunikation. Gute Praxisbeispiele aus Nachbarregionen und -ländern dienen als weitere Ideenbank zur Selbsthilfe. Die Wissenschaftler organisieren und moderieren die Reallabore und werten die Methoden und Ergebnisse aus. Übergeordnetes Ziel ist die Etablierung von informellen Strukturen, in denen Bürger kontinuierlich Lösungsansätze erarbeiten. Zugleich sollen die gewonnenen Erkenntnisse auf andere touristisch geprägte Regionen übertragen werden.

Aktivitäten und Ergebnisse
  • Juni 2016: Projektstart
  • November 2016/September 2017: Vorstellung des Projektes auf Fachkonferenzen des Förderprogramms „Kommunen innovativ“ in Berlin und Hamburg
  • März 2017: Demografie-Café als Auftaktveranstaltung und Informationsaustausch
  • Sommer 2017: Fotowettbewerb „Zeig uns deine Orte und Ihre Menschen!“
  • Juni 2017: Urlaubswerkstätten in Wangerland und auf Spiekeroog mit Interviews und Mental-Map Methode
  • Ab Juni 2017: zwei Bürgerwerkstätten in Wangerland zu den Themen Mobilität, Nahversorgung und Gemeinschaftsleben
  • Fortlaufende Dokumentation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Betreuung von Studienprojekten und Abschlussarbeiten, Kooperation mit dem niederländischen Krimp-Netzwerk, Erstellung eines Online-Tools
  • Mai 2019: geplantes Ende des Projektes
Finanzierung

Das Projekt wird mit einem Fördervolumen von 454.000 Euro im Rahmen der BMBF-Fördermaßnahme „Kommunen innovativ“ und als Teil des Rahmenprogramms „Forschung für nachhaltige Entwicklung (FONA)“ gefördert.

Beteiligte

Das Projekt wird von der Arbeitsgruppe Angewandte Geographie und Umweltplanung am Institut für Biologie und Umweltwissenschaften der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg sowie der Arbeitsgruppe für regionale Struktur- und Umweltforschung GmbH Oldenburg geleitet. Die Gemeinde Wangerland ist Projektpartner, assoziierte Partner sind die drei Gemeinden Norden, Juist und Spiekeroog sowie das Wattenmeer-Forum. Die Entwicklung der Online-Tools ist Aufgabe der Universität Groningen. Projektträger ist das PtJ, Forschungszentrum Jülich GmbH.

Website
Ansprechpartner
Prof. Dr. Ingo Mose und Dr.-Ing. Peter Schaal
AG Angewandte Geographie und Umweltplanung
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Institut für Biologie und Umweltwissenschaften
26111 Oldenburg
Telefon: 0441 7984689
E-Mail: ingo.mose@uni-oldenburg.de

Apl. Prof. Dr. Ulrich Scheele
ARSU GmbH
Escherweg 1
26121 Oldenburg
Telefon: 0441 9717472
E-Mail: scheele@arsu.de

Zusatzinformationen

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