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Gute Praxis in DeutschlandVerzahnung von ÖPNV- und Schulentwicklungsplanung

Landkreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein

Zuständigkeitsbereiche der Schulträger im Kreis Dithmarschen, farblich markiert, mit allen Schulstandorten (schwarz) Zuständigkeitsbereiche der Schulträger im Kreis Dithmarschen, farblich markiert, mit allen Schulstandorten (schwarz), Quelle: Büro GGR (Gertz Gutsche Rümenapp), Hamburg

Ausgangslage

Dithmarschen gehört zu den Landkreisen mit dem landesweit höchsten erwarteten Bevölkerungsrückgang. Aufgrund des Geburtendefizits und der geringen Zuwanderungsrate rechnet die Prognose bis 2030 mit einer Schrumpfung um mehr als fünf Prozent. Weiterhin wird für Dithmarschen ein im Landesvergleich überproportional starker Alterungsprozess erwartet. Lag die Anzahl der unter 20-Jährigen in Dithmarschen 2015 noch bei über 25.000, wird für 2030 eine Schrumpfung dieser Gruppe um knapp 18 Prozent erwartet, was dem höchsten Wert aller Landkreise entspricht.

Unter diesen demografischen Bedingungen wird es in Landkreisen wie Dithmarschen zunehmend schwierig, eine angemessene schulische Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. In der Folge sind kleinere Schulstandorte mehr und mehr von der Schließung bedroht. Kommt es zu einer Ausdünnung der schulischen Infrastruktur im ländlichen Raum, bedeutet dies in der Konsequenz, dass sich die Anzahl und die Länge der benötigten Fahrten zur Schule erhöhen. Auch führt der Ausbau von Ganztagsschulen dazu, dass der Schulschluss individueller wird, was ebenfalls zusätzliche Anforderungen an den Schülerverkehr stellt.

Ziele
  • die Schulentwicklungsplanung 2012–2018 durch Modellrechnungen und den Vergleich alternativer Schulstandortstrukturen unterstützen und bis zum Jahr 2024 fortschreiben
  • ein Mobilitätsangebot entwickeln, das auf die zukünftige schulische Infrastruktur abgestimmt ist
  • gezielten Informationsaustausch zwischen Schulträgern und Mobilitätsanbietern ausbauen
  • die Entwicklung des Mobilitätsangebots und die Entwicklung der schulischen Infrastruktur als übergreifende Aufgabe verstehen
Konzept

Das Projekt dient dazu, im Kontext der schrumpfenden Schülerschaft im Landkreis Dithmarschen mittels Modellrechnungen alternative Szenarien für die Entwicklung der schulischen Infrastruktur zu erstellen und so die laufende Schulentwicklungsplanung des Landkreises zu unterstützen.

Weiterhin soll ein Mobilitätsangebot konzeptioniert werden, das auf diese neue Struktur zugeschnitten ist und sich dynamisch anpassen lässt. Hierzu bedarf es insbesondere der Identifikation, Bündelung und Lenkung von Schülerströmen auf der Basis von Informationen, die von den jeweiligen Stellen erhoben und zwischen beteiligten Akteuren ausgetauscht werden müssen. Notwendige Informationen beziehen sich etwa auf Wegezeiten, Entfernungen, Kosten und erwartete Schülerzahlen und -ströme.

Aktivitäten und Ergebnisse
  • Zum Projektbeginn 2013 wurden Interviews mit Akteuren wie Schulträgern, Schulen, Elternvertretern, Verkehrsunternehmen und anderen zur Analyse des Handlungsbedarfs durchgeführt.
  • Im Verlauf des Jahres 2015 gab es eine Aufstellung von Bewertungskriterien für den Vergleich von Szenarien für eine zukünftige Schulstruktur.
  • In 2016 erfolgte eine systematische Erfassung von Daten wie Schülerzahlen, Wohnorten, oder Schulgebäuden, aufbauend darauf wurden Modellrechnungen zur Abschätzung der Schülerzahlenentwicklung durchgeführt.
  • Ausgehend von den bisherigen Untersuchungen soll ein auf Informationserhebung und -austausch aufbauendes Mobilitätsangebot entwickelt werden, das sich wandelnden Rahmenbedingungen anpasst und zukünftigen Schulstrukturen gerecht wird.
  • Das Projekt soll im ersten Halbjahr 2017 mit einem abschließenden Workshop zur beschlussreifen Fassung des Schulentwicklungsplanes 2018–2024 abgeschlossen sein.
Besonderheiten

An entscheidenden Punkten im Projektverlauf finden Workshops mit beteiligten Akteuren statt, um Erreichtes zu analysieren und das weitere Vorgehen zu erörtern. Gleichzeitig führt diese offene Ausgestaltung dazu, dass die eingangs geplanten Ziele und Vorgehensweisen im Laufe des Projekts angepasst werden mussten.

Finanzierung

Im Rahmen des Leitprojekts „Demografie und Daseinsvorsorge“ fördert die Metropolregion Hamburg das Projekt als eines von zwölf Teilprojekten. Für alle Projekte stehen insgesamt 1,2 Millionen Euro zur Verfügung, die Förderquote liegt bei 80 Prozent.

Beteiligte

Metropolregion Hamburg, Landkreis Dithmarschen, Büro für Stadtentwicklung und Mobilität GGR sowie örtliche Akteure aus den Bereichen Schule und Verkehr

Website
Ansprechpartner
Holger Popp
Kreis Dithmarschen
Fachdienst Liegenschaften, Schulen u. Kommunalaufsicht
Stettiner Straße 30
25746 Heide
Telefon: 0481 971481
E-Mail: holger.popp@dithmarschen.de

Zusatzinformationen

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