Navigation und Service

Gute Praxis in DeutschlandSoziale Kümmerer

in den Städten Chemnitz, Dresden, Döbeln, Schneeberg, Werdau und Zwickau in Sachsen

Porträt von Mann mit Wohnblock im Hintergrund Der Soziale Hausmeister als erster Sozialer Kümmerer in Sachsen, Quelle: @CSg

Ausgangslage

2030 wird laut Sächsischer Staatskanzlei jeder zehnte Einwohner in Sachsen 80 Jahre und älter sein. Senioren oder auch Menschen mit Behinderung sind zum Teil in ihrer Mobilität und Fähigkeiten zur Bewältigung des Alltags eingeschränkt und bei einigen Aufgaben des alltäglichen Lebens auf Unterstützung angewiesen. Um Hilfe zu bitten, fällt jedoch vielen schwer, da beispielsweise Ansprechpartner unbekannt sind oder Hemmschwellen existieren. Auch die Praxis zeigt, dass Hilfesuchende erst kurzfristig an potenziell unterstützungsleistende Dienstleister herantreten. Die richtige Unterstützung jedoch kann eine selbstständige und selbstbestimmte Lebensführung in der eigenen Häuslichkeit ermöglichen und fördern.

Ziele
  • niedrigschwellige Zugänge zu Personen mit potentiellem Unterstützungsbedarf schaffen
  • mit unterstützungsbedürftigen Personen generationenübergreifend ins Gespräch kommen und soziale Kontakte fördern
  • Früherkennung von Hilfesituationen, Vereinsamung oder Verwahrlosung
  • im Quartier für die Belange von Menschen mit Unterstützungsbedarf sensibilisieren, Gelegenheiten für Austausch schaffen und das soziale Miteinander gestalten
  • Möglichkeiten zur Informationsweiterleitung und Vermittlung zwischen verschiedenen Bereichen der Wohnungswirtschaft und professionellen Akteuren auf- und ausbauen
  • Hilfenetzwerke entwickeln: Schnittstellen bilden zwischen Hilfesuchenden und professionellen Akteuren aus dem Sozialbereich
Konzept

Das Konzept des Sozialen Kümmerer wurde erstmals unter der Stellenbezeichnung Sozialer Hausmeister im Projekt „Chemnitz + Zukunftsregion lebenswert gestalten“ ins Leben gerufen. Damit konnten im Jahr 2015 erste Erfahrungen zum Konzept gesammelt und landespolitisch transferiert werden. Der Soziale Kümmerer stellt dabei eine Vertrauensperson dar, die den Bewohnern als Ansprechpartner zur Verfügung stehen soll, soziale Kontakte fördert, Unterstützungsbedarf erkennt und Hilfe- und Handlungsketten initiiert. Dies ist eine Lösungsmöglichkeit für die seit Jahren in der Praxis bestehenden Hürden wie Angst, Schamgefühl, Unsicherheit der betroffenen Bewohner, die gegenüber professionellen Akteuren aus der Sozial- und Wohnungswirtschaft auftreten. Der Netzwerkansatz bedeutet dabei mit Fachpartnern lokal zu arbeiten, um den Auf- und Ausbau von Versorgungsnetzwerken zu fördern und den Zugang zu gemeindenahen Dienstleistungen sicherzustellen.

Aktivitäten und Ergebnisse
  • Förderung von neun Sozialen Kümmerern in sächsischen Wohnungsgenossenschaften von Juni bis Dezember 2016
  • Erfolgsfaktoren verschiedener Ansätze der sozialen Unterstützung beschreiben, in das konkrete Arbeitsfeld übertragen, von diesen lernen und die Bedeutung niedrigschwelliger Angebote verdeutlichen
  • Vermittlung von Kompetenzen der sozialen Arbeit und Reflexion der Tätigkeit in Austauschtreffen
  • Begleitung der Tätigkeit der Kümmerer durch fachkompetente Ansprechpartner
  • Prüfung der Barrierefreiheit von Wohnungen und Erarbeiten von Lösungen mit den Bewohnern
  • Vermittlung von Fördermöglichkeiten zwischen Bewohnern und sozialen Dienstleistern
Besonderheiten

Seit 2011 werden Projekte der Inklusion im Nationalen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention gestaltet. Bund, Länder und Kommunen setzen hier teils in Zusammenarbeit Initiativen um. Mit Pilotprojekten wie den Sozialen Kümmerern wird die Erarbeitung des Aktionsplanes zur UN-Behindertenrechtskonvention begleitet. Die Schaffung inklusiver Sozialräume ist eines der Ziele, das sich das Sächsische Sozialministerium gesetzt hat.

Finanzierung

Das Staatsministerium fördert das Projekt der Sozialen Kümmerer 2016 an sechs Standorten in Sachsen mit insgesamt bis zu 135.000 Euro.

Im Rahmen der Unterstützung durch das Sächsische Ministerium für Soziales und Verbraucherschutz wurde eine Pilotförderung im Rahmen der Richtlinie „Förderung der sozialen Arbeit“ gewährt, um weitere Soziale Kümmerer in den Wohnungsgenossenschaften zu etablieren.

Beteiligte

Partner bei diesem Projekt ist der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e.V., seine Mitgliedsunternehmen und Partner des Projekts „Chemnitz + Zukunftsregion lebenswert gestalten“.

Website
Ansprechpartner
Alexandra Brylok
Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften e. V.
Antonstraße 37
01097 Dresden
Telefon: 0351 8070151
E-Mail: brylok@vswg.de

Zusatzinformationen

Das könnte Sie auch interessieren

Gute Praxis in Deutschland Wohnen für Hilfe – Kieler Studenten wohnen bei Senioren

Wohnen für Hilfe – Gemeinsam statt einsam! (Foto: Studentenwerk Schleswig-Holstein)

Wohnpartnerschaften sollen nicht nur Wohnraum für Studierende schaffen, sondern auch den Zusammenhalt der Generationen stärken.mehr: Wohnen für Hilfe – Kieler Studenten wohnen bei Senioren …

Gute Praxis in Deutschland Bürgergemeinschaft Eichstetten e.V.

Foto/Entwurf: Bürgergemeinschaft Eichstetten e. V.

Der Verein ist eine Bürgergemeinschaft von Dorfbewohnern, insbesondere Frauen, welche ältere und hilfebedürftige Menschen im Dorf unterstützen.mehr: Bürgergemeinschaft Eichstetten e.V. …

Gute Praxis in Deutschland Hofreite „Krafts Hof“ – ein Ort der Begegnung

Gäste beim Hoffest

Um die Lebensqualität älterer Menschen zu erhöhen und ihnen das Altern im gewohntem Umfeld zu ermöglichen, organisiert die Gemeinde Lahntal in Hessen gemeinschaftsstiftende Angebote.mehr: Hofreite „Krafts Hof“ – ein Ort der Begegnung …

Gute Praxis in Deutschland Neue Nachbarschaften – engagiert zusammen leben in Rheinland-Pfalz!

Logo der Landesinitiative „Neue Nachbarschaften – engagiert zusammen leben in Rheinland-Pfalz “

Mit Werkstätten, Vernetzungstreffen und anderen Angeboten sorgt das rheinland-pfälzische Projekt dafür, dass sich nachbarschaftliche Initiativen austauschen und sich nachhaltig etablieren.mehr: Neue Nachbarschaften – engagiert zusammen leben in Rheinland-Pfalz! …

Internationale Gute Praxis Stadtmenschen Wien

Zwei ehrenamtliche Stadtmenschen beraten einen Kunden

Einwohner der österreichischen Hauptstadt helfen einander auf freiwilliger Basis, sich im sozialen Netz der Stadt zurechtzufinden.mehr: Stadtmenschen Wien …

Internationale Gute Praxis Stadtvertrag der Metropolregion Marseille 2015–2020

Spielende Kinder vor einem Sportplatz, auf dem Jugendliche Sport machen

Der Vertrag beinhaltet umfassende Zukunftsprojekte für „prioritäre“ Viertel der französischen Stadt in den Bereichen Soziales, Stadtentwicklung und Wirtschaft.mehr: Stadtvertrag der Metropolregion Marseille 2015–2020 …

Logo des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung




Als registrierter Nutzer anmelden

Schließen