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Gute Praxis in DeutschlandSONIA – Soziale Inklusion durch technikgestützte
Kommunikationsangebote im Stadt-Land-Vergleich

„Quartier Rauner“ in Kirchheim/Teck als städtischer Bereich, Region Furtwangen und Gemeinde Mönchweiler im Schwarzwald-Baar-Kreis als ländliche Bereiche in Baden-Württemberg

Bild

Logo des Projekts „SONIA“

Ziele

Ziel von SONIA ist es, technikbasierte Strategien und Konzepte zu entwickeln, um die Lebensqualität, Selbstversorgungsfähigkeit und Selbstbestimmung von Menschen über 60 Jahren zu erhöhen, auf diese Weise soziale und räumliche Barrieren abzubauen und mehr Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen. Dabei werden einfache Kommunikationstechnologien eingesetzt und auf ihre Eignung bzgl. der Erhöhung gesellschaftlicher Teilhabe als auch ihre Alltagstauglichkeit geprüft. Konkret wird in SONIA eine Online-Plattform zur Community-Bildung eingesetzt. Durch Verknüpfung dieses virtuellen Raumes mit dem realen Sozialraum sollen Interaktionen vor Ort unterstützt und ein Beitrag zum Aufbau lokaler Strukturen geleistet werden.

Projektinhalte

Der gesellschaftlich-demografische Wandel in Deutschland ist u.a. durch eine Verschiebung der Altersstruktur auf höhere Jahrgänge, steigende Lebenserwartung und eine damit einhergehende zunehmende Nachfrage nach Präventions-, Gesundheitsversorgungs- und Pflegedienstleistungen gekennzeichnet. Diese Notwendigkeit nehmen wir im Projekt „SONIA“ zum Anlass, Möglichkeiten der Verbesserung der Lebenssituation von Seniorinnen und Senioren zu erforschen. Ausgehend von einer Bedarfsanalyse, bei der wir Wünsche und Bedürfnisse der Zielgruppe erheben, wird ein Kommunikationskonzept entwickelt, das diese Bedarfe adressiert. Da wir für detaillierte Ergebnisse in drei verschiedenen Standorten arbeiten, wird dieses Konzept mit den jeweiligen Bürgerinnen und Bürgern konkretisiert und in einem Praxistest von der älteren Bevölkerung getestet. Mit unserer SONIA-Plattform wird ein „Raum des Austauschs“ für Seniorinnen und Senioren bereitgestellt. Die Plattform ermöglicht es, persönliche Kontakte zu knüpfen (E-Mail, Chat, Skype), regionale Veranstaltungen zu kommunizieren (Kalender) sowie Hilfsangebote und gemeinsame Aktivitäten untereinander auszutauschen (Schwarzes Brett). Die Inhalte werden mit der Zielgruppe erarbeitet und dynamisch während der einjährigen Umsetzungsphase angepasst. Der virtuelle „Raum des Austauschs“ ist eng an lokale physische Strukturen, Gruppen und Organisationen gekoppelt. Dies gewährleistet zum einen die Verankerung der Angebote der Plattform im Lebensalltag der Seniorinnen und Senioren und somit eine entsprechende Identifikation. Zum anderen wird eine Verstetigung des Angebots im regionalen Umfeld nach Abschluss des Projekts erreicht. In der Zwischenzeit sind knapp 100 Seniorinnen und Senioren in den drei Sozialräumen aktiv. Die Praxisphase wird von quantitativen Assessments und anderen Evaluationsprozessen begleitet. Im Ergebnis erarbeiten wir Praxisleitfäden und Handlungsempfehlungen für Kommunen und Politik zur Verbesserung der sozialen Infrastruktur – auch durch den Einsatz von alltagsunterstützender Technologie.

Aktivitäten und Ergebnisse
  • Juni 2013 bis Oktober 2013 Bedarfsanalyse
  • Januar 2014 Start Praxisphase im Quartier Rauner in Kirchheim/Teck
  • Juli 2014 Start Praxisphase in Furtwangen
  • Oktober 2014 Start Praxisphase in Mönchweiler
Besonderheiten

Das Projekt „SONIA“ zeichnet sich erstens durch seine hohe Bedarfsorientierung aus. Die Einbindung der Nutzer und weiterer beteiligter Akteure erfolgt von Beginn an und in allen Phasen des Projekts. Es folgt zweitens einem sozialraumbasierten Ansatz. Die Berücksichtigung von individueller Alltagspraxis und gesellschaftlichen Kontextfaktoren erlaubt eine umfassende Untersuchung von Lebenslage und Lebensführung sowohl im urbanen als auch ländlichen Nutzungskontext. Drittens sollen im Sinne einer Nachhaltigkeit des Projekts sog. „Insellösungen“ vermieden werden, d.h. erarbeitete Lösungen werden in bereits bestehenden regionalen Angeboten und Strukturen verankert.

Finanzierung

Gefördert vom Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg im Rahmen des Impulsprogramms Medizin und Pflege

Beteiligte

Projektpartner im Verbundprojekt:

  • Hochschule Furtwangen
  • Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO)
  • Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)
  • Geriatrisches Zentrum des Universitätsklinikums Tübingen
  • Entwicklungszentrum Gut-altwerden GmbH
  • Paul Wilhelm von Keppler-Stiftung
Laufzeit

2013 bis 2015

Ansprechpartner
Dr. Peter Biniok (Projektleitung und Praxisfeld Furtwangen)
Hochschule Furtwangen
Robert-Gerwig-Platz  1
78120  Furtwangen
Telefon: 07223 - 920 2958
E-Mail: peter.biniok@hs-furtwangen.de

Jennifer Müller (Praxisfeld Mönchweiler)
Hochschule Furtwangen
Robert-Gerwig-Platz 1
78120  Furtwangen
Telefon: 07223 - 920 2957
E-Mail: jennifer.mueller@hs-furtwangen.de

Petra Gaugisch (Praxisfeld Rauner)
Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO)
Nobelstr. 12
70569 Stuttgart
Telefon: 0711 - 970 5147
E-Mail: petra.gaugisch@iao.fraunhofer.de

Dr. Dietmar Becker (Praxisfeld Rauner)
Entwicklungszentrum Gut altwerden GmbH
Theodor-Heuss-Straße 82
71067 Sindelfingen
Telefon: 07031 - 436 3653
E-Mail: becker.d@ez-gaw.de

Weitere Informationen

Zusatzinformationen

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