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Gute Praxis in DeutschlandMobiler Rehabilitationsdienst Woltersdorf

Gemeinde Woltersdorf in Brandenburg

Begrüßung des Therapeuten  Begrüßung des Therapeuten , Quelle: Evangelisches Krankenhaus Woltersdorf

Ausgangslage

Wenn die stetig steigende Lebenserwartung für die meisten Menschen zusätzliche gesunde Lebensjahre mit sich bringt, führen die demografischen Veränderungen insgesamt zu einer wachsenden Zahl älterer Menschen und letztlich auch Pflegebedürftiger. Da ältere Patienten oftmals aufgrund mehrfacher gesundheitlicher Beeinträchtigungen in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, ist die Inanspruchnahme ambulanter Reha-Leistungen für sie selten möglich. Zugleich sind stationäre Aufenthalte im Allgemeinen für viele Menschen im hohen Lebensalter schwierig, da sie sich in fremden Umgebungen nicht gut zurechtfinden können.

In Brandenburg leben rund 112.000 pflegebedürftige Menschen. Mehr als die Hälfte der Pflegebedürftigen ist über 80 Jahre alt. 78 Prozent der Pflegebedürftigen werden in Brandenburg in der eigenen Häuslichkeit entweder von Angehörigen oder von ambulanten Pflegediensten betreut. Woltersdorf ist mit circa 8.000 Einwohnern eine kleine Gemeinde, die an das östliche Berlin angrenzt.

Ziele
  • Krankenhausaufenthalte von Pflegebedürftigen vermeiden und verkürzen
  • in das häusliche Umfeld re-integrieren und den stationären Rehabilitationserfolg sichern
  • größtmögliche Selbständigkeit durch aktivierende Pflege in der gewohnten Umgebung für zu Hause betreute Menschen erhalten
  • das soziale Netz stärken und Lebensqualität auch von Angehörigen sichern
  • Pflegebedürftigkeit vermeiden, beseitigen oder verzögern
Konzept

Das Evangelische Krankenhaus Woltersdorf bietet Rehabilitations­bedürftigen die Möglichkeit, im Bedarfsfalle zu Hause behandelt zu werden. Mit dem Mobilen Rehabilitationsdienst Woltersdorf wurde eine Alternative zur bisherigen stationären beziehungsweise ambulanten Rehabilitation geschaffen. In Woltersdorf steht im Rahmen des mobilen Reha-Angebots ein interdisziplinäres Team, bestehend aus Ärzten, Therapeuten verschiedener Fachrichtungen, aber auch einer Psychologin, einer Pflegefachkraft sowie einer Sozialarbeiterin, zur Verfügung.

Die Behandlungsfrequenz richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen des Patienten. In der Regel sind dies mindestens sechs Therapieeinheiten pro Woche an drei Terminen. Als durchschnittliche Behandlungsdauer sind sechs bis zwölf Wochen zu veranschlagen. Stationäre Einrichtungen können innerhalb von 14 Tagen nach Entlassung im Anschluss an ihre Behandlung die mobile Rehabilitation bei der Krankenkasse als Anschlussheilbehandlung beantragen. Dies erfolgt in den meisten Fällen durch den Stationsarzt oder Sozialarbeiter. Haus- und Fachärzte können die Mobile Rehabilitation als ambulante Versorgung beantragen.

Aktivitäten und Ergebnisse
  • Start der Mobilen Rehabilitation 2008 im Regelbetrieb des Krankenhauses nach langjähriger wissenschaftlicher Forschung zur Umsetzung
  • Betreuung von jährlich circa 100 bis 120 immobilen Patienten im Umkreis von 30 Kilometern
  • Unterstützung der Patienten bei der Anpassung der Wohnverhältnisse zu einem sichereren Umfeld, beispielsweise durch Beseitigen von Gefahrenstellen
  • Die Angebote der mobilen Rehabilitation sind:

    • kurzfristige umfassende medizinische Diagnostik
    • Rehabilitation und Hilfsmittelversorgung
    • Case-Management, also die Feststellung des Rehabilitationspotentials
    • Beratung und Hilfestellung bei der Lösung sozialer Probleme
    • enge Zusammenarbeit mit den ambulanten Pflegediensten und den Hausärzten
    • Beratung und Schulung der Angehörigen bei Bedarf
Besonderheiten

Auszeichnung des Woltersdorfer Mobilen Rehabilitationsdienstes von der Brandenburger Staatskanzlei als „Best-Practice-Projekt für die Gestaltung des demografischen Wandels“. Die Mobile Rehabilitation in Woltersdorf wird im Rahmen des Projektes MORECARE vom Bundesministerium für Bildung und Forschung zusammen mit weiteren Projektpartnern evaluiert. Ziel ist die weitere Verbesserung des Angebots.

Finanzierung

Die Leistung des Mobilen Rehabilitationsdienstes wird von den Krankenkassen erstattet.

Beteiligte

Die Mobile Rehabilitation wird vom Evangelischen Krankenhaus Woltersdorf angeboten.

Projektbeteiligte: MORECARE: Berliner Charité, DFKI, Tembit, Spacebit, Koralewski, Cocomore und das Evangelische Krankenhaus Woltersdorf

Website
Ansprechpartner
Kathrin Meffert
Evangelisches Krankenhaus Woltersdorf
Schleusenstraße 50
15569 Woltersdorf
Telefon: 03362 779 526
E-Mail: k.meffert@krankenhaus-woltersdorf.de

Zusatzinformationen

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