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Gute Praxis in DeutschlandMiKo-MYK (Projekt Migration und Koordinierung des Job-Centers Mayen-Koblenz)

Landkreis Mayen-Koblenz (Rheinland-Pfalz)

Logo des Projektes MiKo-MYK

Ausgangslage

Im Landkreis Mayen-Koblenz liegt der Anteil junger Erwachsener ohne deutschen Pass nach Daten des Statistischen Landesamtes aus dem Jahr 2015 bei rund 10 Prozent, mit steigender Tendenz. Nach den Flüchtlingsbewegungen der letzten Jahre dürfte insbesondere der Anteil Drittstaatenangehöriger weiter gestiegen sein. Neben der Gesellschaft als Ganzes können auch Behörden und sonstige staatliche Einrichtungen entscheidend dazu beitragen, die Integration von Einwanderern zu erleichtern. Drittstaatenangehörige spielen hier eine besondere Rolle, da sie aus Verwaltungsperspektive komplexeren Regelungen als Deutsche oder EU-Bürger unterliegen und ihre Anliegen häufig verschiedene Behörden und Einrichtungen gleichzeitig betreffen. Mangelnde Absprachen und unklare Zuständigkeiten können sich in solchen Fällen negativ auf Integrationsprozesse auswirken.

In einer Studie des Instituts für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik (ISG) aus dem Jahr 2011, das sich explizit auf die Situation im Landkreis Mayen-Koblenz bezieht, werden bereits bestehende Ansätze wie etwa die „Brückenbauer“-Initiative des Job-Centers Mayen-Koblenz hervorgehoben. Gleichzeitig weist das ISG ausdrücklich darauf hin, dass im Landkreis nach wie vor die Notwendigkeit einer weiteren kulturellen Öffnung staatlicher Einrichtungen besteht. Eine solche Öffnung ließe sich laut ISG etwa durch die verstärkte Anwerbung von Mitarbeitern mit Migrationshintergrund oder durch gezielte interkulturelle Fortbildungen realisieren.

Ziele
  • Behörden und andere relevante Einrichtungen interkulturell öffnen und untereinander besser vernetzen
  • Ängste und Vorurteile im Hinblick auf Migration abbauen
  • Menschen mit Migrationshintergrund gesellschaftliche Teilhabe sowie gleiche Bildungs- und Aufstiegschancen ermöglichen
Konzept

Vor dem Hintergrund der oben genannten Herausforderungen im Umgang mit Drittstaatenangehörigen wurde MiKo-MYK 2015 initiiert. Das Projekt setzt sich für die interkulturelle Öffnung von Behörden und anderen staatlichen Einrichtungen ein, damit Mitarbeiter in der Lage sind, kulturelle Unterschiede zu erkennen, richtig einzuschätzen und einen angemessenen Umgang mit ihnen zu finden. Dies wird unter anderem durch Schulungen von Mitarbeitern und den Austausch mit religiösen und anderen Organisationen gefördert. Gleichzeitig arbeitet das Projekt daran, relevante Einrichtungen auf institutioneller Ebene miteinander zu vernetzen, um im jeweiligen Fall adäquat und einrichtungsübergreifend reagieren zu können.

Aktivitäten und Ergebnisse
  • Projektstart im Sommer 2015
  • Aufbau eines Netzwerks, in dem das Projekt MiKo-MYK als Verbindungsstelle zwischen verschiedenen Einrichtungen funktioniert, um Kommunikationswege zu verbessern und Ressourcen effizienter zu nutzen
  • Realisierung einer passwortgeschützten Online-Plattform für Mitarbeiter verschiedener Behörden und andere relevante Akteure, um Informationen bereitzustellen und Austausch zu ermöglichen
  • Unterzeichnung von Kooperationsvereinbarungen mit allen Städten und Gemeinden des Landkreises, mit der Arbeitsagentur Koblenz-Mayen sowie mit der Handels- und der Handwerkskammer Koblenz
  • Durchführung von interkulturellen Schulungen, an denen bis August 2017 bereits 56 Führungskräfte und 111 Mitarbeiter der beteiligten Behörden teilgenommen haben
  • Mitwirkung bei der Einrichtung des „Lotsenhauses“ in der Arbeitsagentur Koblenz-Mayen, einem „one stop shop“ in dem Geflüchtete Informationen und Angebote von unterschiedlichsten Kooperationspartnern erhalten können
Besonderheiten

Die durch MiKo-MYK realisierte Online-Plattform zur besseren Vernetzung relevanter Akteure wurde zwischen Dezember 2015 und Februar 2017 im Rahmen einer Studie der European Business School (EBS) Wiesbaden untersucht.

Finanzierung

Das Projekt wird aus Mitteln des Job-Centers und des Asyl- und Integrationsfonds (AMIF) des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gefördert.

Beteiligte

Das Projekt wurde durch das Job-Center Mayen-Koblenz initiiert und ist in der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz angesiedelt.

Website
Ansprechpartner
Michael Kock
Kreisverwaltung Mayen-Koblenz
Bahnhofstr. 9
56068 Koblenz
Telefon: 0261 108655
E-Mail: michael.kock@kvmyk.de

Zusatzinformationen

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