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Gute Praxis in DeutschlandLeer bietet mehr!

Stadt Eisleben in Sachsen-Anhalt

Fünf Jugendliche (vier weibliche und ein männlicher) stehen im Schaufenster des ehemaligen HO Supermarktes, jetzt Kulturkaufhaus „Großer HO“ Die Kerngruppe der Dehnungsfuge in Eisleben im Schaufenster des ehemaligen HO Supermarkts, jetzt Kulturkaufhaus „Großer HO“, Quelle: Daniel Theuring

Ausgangslage

Die Stadt Eisleben verzeichnet einen kontinuierlichen Bevölkerungsrückgang aufgrund von Abwanderung und Geburtenrückgang. Vor allem junge Menschen ziehen für Ausbildungs- oder Berufszwecke in größere Städte. Dadurch finden sich in der Stadt zahlreiche leerstehende Häuser, Geschäftslokale, Gehöfte oder Gemeindeeinrichtungen. Die ungenutzten Gebäude sind dem Verfall und der Verwahrlosung ausgesetzt und bieten einen tristen Eindruck. Gleichzeitig sind Freizeit- und Kulturangebote und soziale Infrastrukturen durch den Bevölkerungsrückgang in ihrem Fortbestand gefährdet sowie in ihrem Angebot eingeschränkt.

Ziele
  • den Leerstand der Gebäude nutzen und wieder Leben in ungenutzte Räume bringen
  • Aktivitäten und Aktionen mit Jugendlichen und für sie ermöglichen
  • der Abwanderung entgegenwirken und zum „Hierbleiben“ anregen
  • Ideen und Visionen von Jugendlichen nutzen und sie dazu aktivieren, ihre Umgebung selbst zu gestalten
  • Jugendliche zur demokratischen Teilhabe am Gemeinwesen motivieren und mobilisieren
Konzept

Die Mitmachkampagne „Leer bietet mehr“ in Eisleben ist Teil des bundesweiten Modellprojekts „Dehnungsfuge“. Dieses hat seinen Namen von den Dehnungsfugen beim Bauen, mit denen Ausdehnen und Schrumpfen von Bauteilen und Materialien ausgeglichen werden. Im Modellprojekt „Dehnungsfuge“ wird dieser Gedanke auf die Gesellschaft übertragen, um symbolische „Risse“ zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen wie Alt und Jung, Arm und Reich oder auch zwischen Kunst und Kommerz auszugleichen. Dem demografischen Wandel in ländlichen Regionen soll mit Kunst und Diskurs entgegen getreten werden. Dabei werden Ideen und Visionen von Jugendlichen genutzt, um in einem „Bottom-Up-Prozess“ die Möglichkeiten zu geben, leerstehende Räume wieder zu beleben.

Aktivitäten und Ergebnisse
  • 2015: Befragung der Eislebener Bürger auf der Straße: Wie sehen Sie Ihre Stadt? Was gefällt Ihnen, was sind Ihre Wünsche, was fehlt Ihnen?
  • April 2016: Graffitiworkshop mit Jugendlichen zur Verschönerung der Glascontainer in der Stadt
  • Oktober 2016: „Interlese“: Schreibwerkstatt und Poetry Slam
  • ganzjährig Theater- und Tanzprojekte für Jugendliche
  • ab Mitte 2016: Umwandlung eines leerstehenden, ehemaligen HO-Supermarkts in das Kulturkaufhaus „Großer HO“ für Ausstellungen, Theaterproben, Workshopangebot „Theater Tanzen“ und andere Workshops, Kindertheaterclub, Sportgruppe HO, Ensemble Ruhe- und Freiraum der Schauspielgruppe und anderes
  • Nutzung eines ehemaligen Sportgeschäfts für Kinovorführungen (in Zusammenarbeit mit einem mobilen Kinobetreiber) oder für Filmvorstellungen, Proben des Theatererwachsenenclubs, Aufführung neuer Theaterformate
  • geplante Projektdauer bis 2019
Besonderheiten

Vorhandene Leerstände in der Stadt ermöglichen es, Kulturveranstaltungen für die Bürger anzubieten, beziehungsweise bisher nicht dagewesene Aktivitäten mit Jugendlichen durchzuführen. Ein bestehender kultureller Akteur – das Theater der Stadt Eisleben, Kulturwerk Mansfeld-Südharz – führt das Projekt vor Ort durch.

Finanzierung

Das Modellprojekt „Dehnungsfuge“ wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“ von 2015 bis 2019 gefördert.

Beteiligte

Projektträger: Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt e.V.

Umsetzungspartner in Eisleben: Kulturwerk Mansfeld-Südharz Schauspiel

Lokale Unterstützungspartner: Lutherstadt Eisleben, Eigenbetrieb Abfallwirtschaft Mansfeld Südharz, freies Radio Corax Halle und weitere

Website
Ansprechpartner
Torsten Sowada
Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt e.V. (lkj)
Fachbereich Interkulturelle Bildung, Netzwerk und Geschichtslernen | Bundesmodellprojekt „Dehnungsfuge – Auf dem Lande alles dicht?“
Brandenburger Straße 9
39104 Magdeburg
Telefon: 0391 2445174
E-Mail: torsten.sowada@jugend-lsa.de

Daniel Theuring
Fallbeispiel Lutherstadt Eisleben „Leer bietet mehr!”
Telefon: 03475 669922
E-Mail: dehnungsfuge@theater-eisleben.de

Zusatzinformationen

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