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Gute Praxis in DeutschlandLandärztInnen Nord – Anpassungsqualifizierung für ausländische Ärztinnen und Ärzte

Schleswig-Holstein

Eindrücke aus einer praktischen Übung während des Fortbildungskurses Quelle: Jost Steinhäuser/Institut für Allgemeinmedizin

Ausgangslage

Eine auch in den ländlichen Regionen gute Gesundheitsversorgung ist wichtiger denn je. Eine Gesellschaft des längeren Lebens bedarf einer wohnortnahen ärztlichen Versorgung, deren wichtigste Träger Hausärzte darstellen. Rund 90 Prozent der Bevölkerung haben eine Allgemeinärztin oder einen Allgemeinarzt. Viele Gemeinden haben einen absehbaren Bedarf an Krankenhausärzten sowie Allgemeinärzten. Da die nachrückende Ärztegeneration eine ausgeprägtere Tendenz zum Arbeiten in einem Team und in Teilzeit hat, wird eine Herausforderung sein, für Regionen, die aktuell durch eine Einzelpraxis versorgt werden, einen Nachfolger zu finden. So könnte sich die Situation in Zukunft lokal verschärfen.

Gleichzeitig ziehen bereits ausgebildete Ärzte aus dem Nicht-EU-Ausland überwiegend in städtische Gebiete. Um diesen Ärzte einen Eindruck vom „ländlichen Raum“ und dem ärztlichen Arbeiten in Schleswig-Holstein zu ermöglichen, wurde das Projekt „LandärztInnen Nord“ ins Leben gerufen.

Ziele
  • ausländische Ärzte bei ihrer Tätigkeit in Deutschland unterstützen
  • Anreize für Ärzte aus dem Nicht-EU-Ausland schaffen, um im ländlichen Raum zu praktizieren
  • die zukünftige, wohnortnahe Versorgung in den ländlichen Gemeinden Schleswig-Holsteins unterstützen
Konzept

Im Rahmen von „LandärztInnen Nord“ – einem Teilprojekt des IQ-Netzwerks Schleswig-Holstein – entwickelt das Institut für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein am Campus Lübeck einen Lehrplan zur Vermittlung von Fachwissen und Informationen zum Arbeiten im ländlichen Raum und stellt persönliche Kontakte für die Teilnehmer bereit. Die Teilnehmer werden mit theoretischen und praktischen Herausforderungen konfrontiert, die im Alltag für Ärzte typisch sind.

Aktivitäten und Ergebnisse

Der erste Kurs fand Juli/August 2017 in der Akademie für medizinische Fort-und Weiterbildung in Bad Segeberg mit sechs Teilnehmern aus sechs unterschiedlichen Ländern statt. Den zweiten Kurs, welcher im Oktober 2017 stattfand, schlossen 16 Teilnehmer ab. Bis zum Ende der Projektlaufzeit Ende 2018 sind zwei weitere Kurse geplant. Aufgrund der hohen Nachfrage nach dem Kursangebot wird aktuell geprüft, ob die Kursanzahl für 2018 erhöht werden kann.

Der erste Hospitationstag im ländlichen Raum fand im März 2017 statt.

Besonderheiten

Das Herzstück des Projektes, der 10-tägige Fortbildungskurs, wartet mit einem umfangreichen inhaltlichen sowie didaktischen Angebot auf. Neben der Auffrischung der medizinischen Expertise, beispielsweise in Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Chirurgie und Notfallmedizin, werden weitere Themen wie das Gesundheitssystem, die Aufgaben des Gesundheitsamts sowie die Arbeit mit Leitlinien und Polypharmazie behandelt. Didaktisch wird mit Simulationsschauspielern gearbeitet, Simulationspuppen zum Üben von Reanimationen kommen zum Einsatz, aber auch das Üben chirurgischer Nahttechniken ist ein wichtiger Bestandteil. Abgerundet wird der Kurs durch ein E-Learning-Angebot.

Finanzierung

Das Projekt ist Teil des Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung (IQ)“, das aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und des Europäischen Sozialfonds gefördert wird.

Beteiligte
  • Institut für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein
  • IQ-Netzwerk Schleswig-Holstein
Website
Ansprechpartner
Karolin Hahn
Institut für Allgemeinmedizin - Direktor: Prof. Dr. med. Jost Steinhäuser
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
Telefon: 0451 31018011
E-Mail: karolin.hahn@uni-luebeck.de

IQ Netzwerk Schleswig-Holstein
Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein e.V.
Sophienblatt 82-86
24114 Kiel
Telefon: 0431 20509524
E-Mail: iq-koordination@frsh.de

Zusatzinformationen

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