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Gute Praxis in DeutschlandWohnen – Arbeiten – Lernen – Interkommunale Kooperation zur Integration von Geflüchteten

KielRegion (Stadt Kiel sowie die Landkreise Plön und Rendsburg-Eckernförde) und die Stadt Neumünster

KielRegion-Wohnen-Arbeiten-Lernen Quelle: KielRegion GmbH

Ausgangslage

Die KielRegion mit ihren rund 649.000 Einwohnern ist durch unterschiedliche demografische Charakteristika gekennzeichnet. Während die Landeshauptstadt Kiel stark wächst, sind die benachbarten Landkreise Plön und Rendsburg-Eckernförde von uneinheitlichen und kleinteiligen Entwicklungen geprägt. In ähnlicher Weise ist die Aufnahme und Integration von Geflüchteten insbesondere in den Jahren 2015 bis 2017 eine Aufgabe, die in der Region unter sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen stattfindet. So ist beispielsweise Kiel aufgrund vorhandener Infrastruktur und Einrichtungen in den Bereichen Wohnen, Arbeit und Lernen für viele Geflüchtete ein Zentrum und Zielort für die Sekundärmigration. Für einige Orte in den benachbarten Landkreisen stellt sich die Situation hingegen anders dar. Hier kann Integration als Chance zur Revitalisierung von Ortschaften wahrgenommen werden, die vor Herausforderungen wie Abwanderung und mangelnde Arbeitsplätze stehen. Um die Integration von Geflüchteten innovativer und effizienter gelingen zu lassen, können die zuständigen Gebietskörperschaften mit interkommunaler Kooperation in den Handlungsfeldern Wohnen, Arbeiten und Lernen Vorteile erzielen.

Ziele
  • Transparenz schaffen über Möglichkeiten und Grenzen von interkommunaler Kooperation bei der Integration von Geflüchteten in der KielRegion und Neumünster
  • einen Strategie- und Aktionsplan erarbeiten und aufzeigen, mit welchen gemeinsamen Maßnahmen die Integration von Geflüchteten dauerhaft verbessert werden kann
  • interkommunale Pilotaktivitäten zur Integration durchführen
Konzept

Begleitet von einer finanzwissenschaftlichen Forschungsassistenz und Begleitforschung erarbeitet die KielRegion GmbH mit ihren Projektpartnern Probleme, Herausforderungen und Chancen der interkommunalen Zusammenarbeit bei der Integration von Geflüchteten in den Städten und im ländlichen Raum des Untersuchungsgebiets. Das Modellvorhaben geht insbesondere der Frage nach, wie interkommunale Zusammenarbeit helfen kann, dem Aufgabenzuwachs von Kommunen durch die Integration von Geflüchteten gerecht zu werden. Drei zentrale Handlungsfelder sind dabei „Wohnen“, „Arbeiten“ und „Lernen“. Dazu findet ein breites Beteiligungsverfahren mit Workshops und Interviews mit kommunalen Akteuren und Fachleuten statt. Dokumentiert werden die Ergebnisse in einem umsetzungsnahen Strategie- und Aktionsplan. In der zweiten Projektphase werden ab August 2018 die entwickelten und initiierten Umsetzungsprojekte durchgeführt

Aktivitäten und Ergebnisse
  • Oktober 2016 – Februar 2017 Projektbeginn und Durchführung einer regionalen Statuserhebung anhand von Statistiken, Dokumenten und Interviews mit regionalen Akteuren
  • Februar – Mai 2017 Bestandsaufnahme von Möglichkeiten und Grenzen für interkommunale Kooperation bei den Themen Wohnen, Arbeiten und Lernen durch Interviews, „Projektschmieden“ und Recherche guter Beispiele
  • Mai – Dezember 2017 Identifizierung potentieller Umsetzungsprojekte mittels Projektentwicklungsworkshops, Aufbereitung von guten Beispielen und Diskussionen mit interessierten Akteuren
  • Dezember 2017 Erarbeitung des Strategie- und Aktionsplans
  • 2018 – 2020 Durchführung eines Pilotprojekts zur partizipativen Entwicklung eines Angebots, das Mobilitäts-Dienstleistungen mit Kommunikations- und Informationsaspekten sowie Aspekten der Teilhabe für die Zielgruppe verbindet
Besonderheiten

Das Projekt legt besonderes Augenmerk auf das Thema „kommunale Finanzen“, um in Anbetracht der knapper werdenden Mittel bei gleichzeitigem Aufgabenzuwachs auch neue Finanzierungskonzepte zu finden.

Finanzierung

Das Projekt wird als eine von 12 Modellregionen des Forschungsprojekts „Lebendige Regionen – aktive Regionalentwicklung als Zukunftsaufgabe“ im Rahmen des „Modellvorhabens der Raumordnung“ des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung mit 200.000 Euro für zwei Jahre Konzeptionsphase gefördert. Anschließend wird die Umsetzung ebenfalls über zwei Jahre mit entsprechender Summe gefördert.

Beteiligte

Projektträger ist die KielRegion GmbH. Weitere Projektpartner sind die Städte Kiel und Neumünster, die Landkreise Plön und Rendsburg-Eckernförde, die jeweiligen Wirtschaftsförderungsgesellschaften, das Amt Hüttener Berge und die Regionalplanung des Landes Schleswig-Holstein.

Website
Ansprechpartner
Martin Kliesow


KielRegion GmbH
Neufeldtstraße 6
24118 Kiel
Telefon: 0431 53035516
E-Mail: m.kliesow@kielregion.de

Zusatzinformationen

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