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Gute Praxis in DeutschlandInterkulturelle Netzwerke – Bildungsbeauftragte für junge Menschen

bundesweit in den elf Städten Augsburg, Berlin, Bielefeld, Köln, Delmenhorst, Hannover, Hamburg, Kaiserslautern, Mainz, Kassel und Kiel

Gruppenfoto Abschlusstagung mit einigen Bildungsbeauftragten und Ministeriumsvertretern Abschlusstagung mit einigen Bildungsbeauftragten und Ministeriumsvertreter, Quelle: MOZAIK gGmbH

Ausgangslage

Rund jede fünfte Person in Deutschland hat einen Migrationshintergrund. Bei dieser Personengruppe liegt die Quote der Schul- und Ausbildungsabschlüsse unter dem bundesweiten Durchschnitt. So haben etwa sechs Prozent der Migranten zwischen 18 und 34 Jahren keinen allgemeinbildenden Schulabschluss, während der Durchschnitt über alle Bevölkerungsgruppen bei unter zwei Prozent liegt.

Knapp 26 Prozent der jungen Migranten haben keinen Ausbildungsabschluss – dieser Anteil beträgt bei jungen Menschen ohne Migrationshintergrund weniger als zehn Prozent. Einer der Gründe ist, dass es den Jugendlichen an Wissen über Aufgaben und Beratungsfunktion der Arbeitsmarktinstitutionen mangelt. Hier fehlt es an einer zielgruppen­spezifischen Ansprache. Gleichzeitig gibt es in Deutschland über 20.000 Migrantenorganisationen (MO), das heißt Vereine oder andere Zusammenschlüsse von Menschen mit Migrationsgeschichte, die Zugang zu diesen jungen Menschen haben.

Ziele
  • die Bildungsintegration junger Erwachsener mit Einwanderungsgeschichte am Übergang Schule-Ausbildung sowie beim Nachholen von Ausbildungsabschlüssen stärken
  • eine Verbindung zwischen lokalen Arbeitsmarktakteuren und MO zum beiderseitigen Nutzen schaffen
Konzept

Ehrenamtlich engagierte Mitglieder aus MO werden als Bildungsbeauftragte in ihren jeweiligen Organisationen mit zwei Funktionen tätig: einerseits als Ansprechpartner für die lokalen Arbeitsmarktakteure, andererseits zur Weitergabe regionaler Informationen und Hinweise innerhalb der MO für die jugendlichen Ratsuchenden. Als bundesweiter Projektkoordinator wählte die MOZAIK gGmbH geeignete MO aus, war zuständig für Organisationsberatung, gemeinsame Konzeption von Qualifizierungen und Veranstaltungen von Austauschtreffen sowie Veröffentlichung der Projektergebnisse und zielgruppenspezifische Öffentlichkeitsarbeit.

Aktivitäten und Ergebnisse
  • Projektlaufzeit: April 2013–Dezember 2016
  • In Zusammenarbeit mit einem Koordinierungspartner vor Ort – beispielsweise Kammer, Kommune, Unternehmen oder Verein – wurden lokale MO angesprochen und das Konzept der Bildungsbeauftragten vorgestellt.
  • 82 Personen aus 57 MO und 26 unterschiedlichen Herkunftsländern wurden als Bildungsbeauftragte gewonnen.
  • Die Koordinierungspartner organisierten monatliche Treffen mit den Bildungsbeauftragten, um sie für ihre Funktion zu qualifizieren.
  • Insgesamt wurden mehr als 5.000 Jugendliche durch Einzeltreffen und Informationsveranstaltungen in den MO erreicht.
  • Zahlreiche Arbeitsunterlagen und Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit wurden erstellt, wie etwa:

    • „Verweiskarten für Ehrenamtliche in (Migranten-)Organisationen zur Erstinformation von Jugendlichen und Eltern in (Aus-)Bildungsfragen“
    • „Handreichung zur Qualifizierung von ehrenamtlichen Bildungsbeauftragten“
    • Broschüre: „Bildungsbeauftragte – eine starke Verbindung“
Besonderheiten
  • Die Funktion eines Bildungsbeauftragten ist auch in anderen Vereinen denkbar.
  • 349 Jugendliche wurden durch die Bildungsbeauftragten in eine Ausbildung vermittelt, obwohl dies nicht Hauptziel des Projekts war.
  • Umsetzung des (Inter-)Cultural Mainstreaming-Ansatzes, dessen Ziel die Chancengerechtigkeit für Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte in öffentlichen Verwaltungen und anderen Organisationen ist.
  • Der Projektkoordinator MOZAIK erhielt Anfang 2009 den Weiterbildungs-Innovations-Preis des BIBB für das Curriculum „(Weiter-)Bildungsbeauftragte in Migrantenorganisationen“ im Rahmen des EQUAL-IQ-Projektes „Beratungsnetzwerk MO in NRW“, einer Vorarbeit für das Bildungsbeauftragtenprojekt.
  • Auch nach Projektabschluss sind die Bildungsbeauftragten an fast allen Standorten weiter tätig.
Finanzierung

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Beteiligte

Projektträger: MOZAIK gGmbH

Partner:

  • Verein Ausbilden Arbeiten Unternehmen e.V., Augsburg
  • BWK-Bildungswerk, Berlin
  • Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung, Hamburg
  • VHS Region Kassel
  • AG Migrantinnen/Migranten und Flüchtlinge in Niedersachsen
  • Reg. Personalentwicklungsgesellschaft mbH, Bielefeld
  • Deutsch-Hellenische Wirtschaftsvereinigung e.V.
  • Handwerkskammer der Pfalz
  • Städte Mainz, Kiel und Delmenhorst
Website
Ansprechpartner
Cemalettin Özer
Geschäftsführender Gesellschafter
MOZAIK gemeinnützige Gesellschaft für interkulturelle Bildungs-und Beratungsangebote mbH
Herforder Str. 46
33602 Bielefeld
Telefon: 0521 3297090
E-Mail: oezer@mozaik.de
Internetseite: www.mozaik.de

Zusatzinformationen

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