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Gute Praxis in DeutschlandIntegrierte Gemeindliche Entwicklungskonzepte (IGEK)

zehn Modellkommunen in Sachsen-Anhalt

Demografie-Logo von Sachsen-Anhalt mit Schriftzug „Sachsen-Anhalt. Wir gestalten Demografie“ Quelle: Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt

Ausgangslage

Im Land Sachsen-Anhalt wurde 2006 die gemeindliche Ebene neu gegliedert, um im Zuge des demografischen Wandels den Kommunen größere Entscheidungsspielräume für kommunales Handeln bieten zu können. Ziel der Gemeindegebietsreform war es, gemeindliche Strukturen zu schaffen, die in der Lage sind, ihre Aufgaben dauerhaft, effizient und in hoher Qualität zu erfüllen und die wirtschaftliche Nutzung der kommunalen Einrichtungen zu sichern.

Mit Abschluss der Gemeindegebietsreform 2011 gibt es in Sachsen-Anhalt 219 Gemeinden. Gab es bis 2010 noch Städte und viele kleine Gemeinden, gibt es heute in der Mehrzahl Strukturen, die eine Trennung zwischen Stadt und Land nicht mehr ermöglichen. Die neu gebildeten Gemeinden, vor allem die Städte, müssen sich nun auch Fragen der ländlichen Entwicklung stellen. Dazu sind Gemeinde- beziehungsweise Stadtentwicklungskonzepte notwendig, die nicht nur Infrastrukturen, Klimawandel und andere gesellschaftspolitische Themen in den Blick nehmen, sondern auch veränderte Lebensstile und Wertvorstellungen ihrer Einwohner berücksichtigen.

Ziele

Übergeordnetes Ziel der Entwicklungskonzepte ist, die Gemeinden langfristig und nachhaltig zu entwickeln. Darüber hinaus werden folgende Ziele verfolgt:

  • in einem ganzheitlichen Ansatz Anpassungsstrategien in den Bereichen der kommunalen Entwicklung erarbeiten
  • Probleme aufzeigen und zielgenaue Umsetzungsstrategien entwickeln
  • den Einsatz knapper Mittel optimieren und Synergieeffekte innerhalb und zwischen den Gemeinden fördern
  • Leitbilder für Städte und Gemeinden entwickeln
  • einen transparenten öffentlichen Diskussionsprozesses unter Beteiligung der Bürger initiieren
Konzept

Am Anfang der landesweiten Initiative „Integrierte Gemeindliche Entwicklungskonzepte“ (IGEK) steht ein kurzes Profil der Städte und Gemeinden, welches die Ausgangslage beschreibt und die zentralen kommunalen und regionalen Rahmenbedingungen beleuchtet. Die Kurzbeschreibung kommunaler Rahmenbedingungen enthält die wichtigsten Eckdaten zur Bevölkerungs- und Sozialstruktur sowie zur Wirtschaftsstruktur, zum Aufbau der Verwaltung und zur Lage der kommunalen Finanzen.

Die Koordination und Steuerung der IGEK liegt grundsätzlich in den Händen der Kommune. Unterstützt werden sollte das Entwicklungskonzept durch ein fachbereichs- und ämterübergreifendes Lenkungsgremium sowie durch Initiierung von Foren zur Beteiligung der Bürger. Im Ergebnis sind die IGEK ein auf einen Zeithorizont von etwa 15 Jahren angelegtes Planungsinstrument. Sie dienen als Orientierungshilfe zur Einordnung öffentlicher und privater Planungen und Projekte in den gemeindlichen Zielrahmen und regionalen Zusammenhang. Zugleich erfüllen sie auch die Funktion eines Steuerungs- und Kontrollinstruments.

Aktivitäten und Ergebnisse
  • Zeitraum für die modellhaften IGEK war 2013 bis 2015.
  • In den zehn Modellkommunen der IGEK wurden unterschiedliche Einzelprojekte abhängig von den individuellen Bedürfnissen in der Gemeinde durchgeführt:

    • Analyse der demografischen Entwicklung der Gemeinde
    • Entwicklungskonzepte ergänzt durch Fachanalysen in den Bereichen Bauleitplanung, Klimaschutzkonzepte, Erosionsschutzkonzepte und kommunaler Hochwasserschutz
    • Bedarfsanalyse des Wohnungsmarktes und der Flächennutzung
    • Soll-Ist-Vergleich zwischen dem derzeitigen Bestand an Infrastruktureinrichtungen und der zu erwartenden Nachfrage
    • Entwicklung von Strategien zur Umnutzung von Leerständen und Aktivierung des Einzelhandels
    • Ermittlung von Einsparpotenzialen im Interesse des Klimaschutzes und der Entlastung der kommunalen Haushalte
Besonderheiten

Wissenschaftlich wurde das Projekt von der Hochschule Anhalt, dem Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) in Berlin und der Hochschule Harz begleitet.

Finanzierung

Die Finanzierung erfolgte durch das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr und das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie Sachsen-Anhalt.

Beteiligte

In den zehn Modellstädten und -gemeinden in Sachsen-Anhalt begleiteten das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr und das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie die Entwicklung der IGEK.

Website
Ansprechpartner
Ines Heidler
Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt
Turmschanzenstraße 30
39114 Magdeburg
Telefon: 0391 567 3513
E-Mail: ines.heidler@mlv.sachsen-anhalt.de

Zusatzinformationen

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