Navigation und Service

Gute Praxis in DeutschlandGemeindepraxen – Hausärzte als Angestellte der Gemeinde

Die Gemeinden Büsum und Lunden im Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein

Ziele

Das Projekt stellt eine alternative Lösung zur Gewinnung von jungen Hausärzten für den ländlichen Raum dar. Wesentlich ist, dass sich die Gemeinden selbst engagieren und die Trägerschaft für eine Hausarztpraxis übernehmen. Sie gründen eine Betriebsgesellschaft, werden Arbeitgeber der Ärzte und engagieren sich finanziell.

Projektinhalte

Weil es immer schwieriger wird, Ärzte für die Arbeit in ländlichen Regionen zu begeistern, sind auch die Kommunen gefragt, selbst aktiv zu werden. Gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein, der Ärztegenossenschaft Nord und dem Koordinator des Kreises Dithmarschen für die ambulante Versorgung wird ein Konzept erarbeitet, bei dem Ärzte als kommunale Angestellte tätig werden können. Die Gemeinde errichtet ein Ärztezentrum, schafft moderne Rahmenbedingungen und übernimmt damit die Verantwortung für die hausärztliche Versorgung.

Es ist derzeit zu beobachten, dass ein Großteil der zumeist weiblichen Bewerber auch in der ambulanten Versorgung, vorzugsweise in Teilzeit und im Team, ärztlich tätig werden möchte. Die Nachwuchshausärzte scheuen die Übernahme der wirtschaftlichen Verantwortung für den Praxisbetrieb. Eine Eigeneinrichtung der Gemeinde nach § 105 Abs. 5 SGB V kann eine Alternative für die Sicherstellung der Versorgung insbesondere in solchen ländlichen Regionen sein, in denen sich für in den Ruhestand tretende Ärzte (die mehrheitlich in Einzelpraxen tätig waren) keine Nachfolger finden. Die Gemeindepraxen ermöglichen den jungen Ärzten einen Berufseinstieg, der ihren Vorstellungen von Teamarbeit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf entspricht. Das Praxis-Management für die Gemeinde übernimmt die Ärztegenossenschaft Nord.

Aktivitäten und Ergebnisse
  • Bis Ende 2014 erarbeiten die Gemeinden, unterstützt von den Projektbeteiligten, jeweils einen Businessplan, der ihnen als Entscheidungsgrundlage dienen soll. Dazu gehört u.a. die gesamte Bewertung der kaufmännischen Rahmenbedingungen, der Baupläne mit Kalkulation sowie der Verträge, die die Gemeinde abschließen muss.
  • Anfang 2015 wird die Gemeindevertretung entscheiden.
Besonderheiten

Die Übernahme der kaufmännischen Gesamtverantwortung für den Betrieb der Praxis durch die Gemeinde ist ein neuer Weg. Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein unterstützt die Maßnahme und hat in ihrem Sicherstellungsstatut Regelungen verankert, nach denen Gemeinden mit einer Anschubfinanzierung gefördert werden können. Der wesentliche Erfolgsfaktor ist die Gewinnung der vorhandenen Ärzte für das Projekt, da sie die tragende Rolle für die Einbindung junger Kollegen übernehmen müssen.

Finanzierung

Förderung durch die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein

Beteiligte
  • Ärztegenossenschaft Nord, Bad Segeberg
  • Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH), Bad Segeberg
  • Koordinator ambulante Versorgung des Kreises Dithmarschen
  • Gemeinden Büsum und Lunden
Laufzeit
  • Projektphase 1 – Businessplan bis Ende des Jahres 2014
  • Projektphase 2 – Schaffung der baulichen und organisatorischen Voraussetzungen bis Ende 2015
Ansprechpartner
Dr. Monika Schliffke
Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein
Bismarckallee 1-6
23795 Bad Segeberg
Telefon: 04551 883 217

Delf Kröger
Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein
Bismarckallee 1-6
23795 Bad Segeberg
Telefon: 04551 883 454
E-Mail: delf.kroeger@kvsh.de

Harald Stender
Projektkoordinator „Häusliche Versorgung des Kreises Dithmarschen“
Esmarchstraße 50
25746 Heide
Telefon: 0481 785 1007
E-Mail: hstender@koordinator-stender.de

Andreas Rinck
2. Sprecher des Vorstandes
Ärztegenossenschaft Nord eG
Bahnhofstraße 1
23795 Bad Segeberg
Telefon: 0481 785 1007
E-Mail: Andreas.rinck@aegsh.de

Zusatzinformationen

Das könnte Sie auch interessieren

Handlungshilfen Kommunalbüro für ärztliche Versorgung

Das Kommunalbüro für ärztliche Versorgung berät Gemeinden in Bayern bei Problemen zur Verbesserung der ärztlichen Versorgung.mehr: Kommunalbüro für ärztliche Versorgung …

Gute Praxis in Deutschland Gesundheitsforum Neuwied e.V.

Gruppenfoto der Mitglieder bei Gründung des Gesundheitsforums Neuwied e.V  (Foto: Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz)

Das Netzwerk hat es sich zum Ziel gesetzt, die medizinische Versorgung im ländlichen Raum langfristig zu sichern. mehr: Gesundheitsforum Neuwied e.V. …

Gute Praxis in Deutschland Stadt-Land-Fluss-Hauptstadtregion

Projektauszeichnung der Staatskanzlei Brandenburg 2013 für das Projekt „Stadt-Land-Fluss“ (Foto/Hrsg.: www.brandenburg.de)

Bei dem Projekt absolvieren ausländische Studierende ein Praktikum in brandenburgischen Kliniken, um ihr Interesse für eine zukünftige Tätigkeit als Arzt in ländlichen Regionen zu wecken.mehr: Stadt-Land-Fluss-Hauptstadtregion …

Studien Bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung – Perspektiven für ländliche Regionen

Titelseite des Gutachtens „Bedarfsgerechte Versorgung – Perspektiven für ländliche Regionen und ausgewählte Leistungsbereiche“

Das Gutachten 2014 des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen legt seinen Fokus auf die Herausforderungen der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum.mehr: Bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung – Perspektiven für ländliche Regionen …

Logo des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung




Als registrierter Nutzer anmelden

Schließen