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Gute Praxis in DeutschlandGrünes Band: Alters- und genera­tionen­gerechte Quartiers­entwicklung in der Kernstadt

Buchen in Baden-Württemberg

Abschnitt des Grünen Bandes in Buchen Quelle: Anatoli Brishatjuk/Stadt Buchen

Ausgangslage

Das Projekt versucht, mit einem vielschichtigen Ansatz verschiedenen lokalen Herausforderungen zu begegnen. Hierzu gehören einerseits der Bereich Hochwasser- und Naturschutz sowie andererseits die Themen soziales Miteinander und Demografie.

  • Die Morre ist ein kleinerer Fluss im Odenwald, der als Bach direkt durch die Innenstadt von Buchen fließt, einer Kleinstadt mit insgesamt knapp 18.000 Einwohnern. Bauliche Veränderungen des Bachbettes sowie der fortschreitende Klimawandel haben über die vergangenen Jahrzehnte zu einer zunehmenden Hochwassergefahr geführt. Darüber hinaus wurden die Uferbereiche, die Potenziale als Erholungsflächen bieten, bisher kaum genutzt.
  • Wie viele Gemeinden im gesamten Bundesgebiet, ist auch Buchen vom demografischen Wandel betroffen. Für die nächsten Jahrzehnte erwartet Buchen einen leichten Bevölkerungsrückgang und einen Anstieg des Durchschnittsalters, gleichzeitig aber auch mehr Zu- als Fortzüge. Die Alterung und Diversifizierung der Gesellschaft führt zu veränderten Bedürfnissen und Anforderungen in vielen Bereichen des Zusammenlebens, etwa wenn es um Wohn- und Freizeitangebote oder um das Miteinander der Generationen geht.

Beide Herausforderungen sollen mit Mitteln der Quartiersentwicklung in einem integrierten Vorhaben adressiert werden.

Ziele
  • die Gemeinde vor Hochwasser schützen und den Flusslauf renaturieren
  • den Uferbereich der Morre in eine Parklandschaft transformieren, die Raum für Erholung und Begegnung für alle Generationen bietet
  • gesellschaftliches Miteinander und den Dialog zwischen den Generationen stärken
Konzept

Ausgehend von der Notwendigkeit, Maßnahmen zum Hochwasserschutz an der Morre zu ergreifen, hat die Stadtverwaltung unter Beteiligung von Bürgern das Konzept „Grünes Band entlang der Morre“ entwickelt. So sollen die ohnehin anstehenden Hochwasserschutz- und Renaturierungsarbeiten mit der Neugestaltung der Freizeitmöglichkeiten entlang des Flusses verknüpft werden.

Das Projekt sieht vor, die Aufenthaltsqualität zu verbessern und Raum für Sport und Bewegung, Freizeit, Erholung und Begegnung zu schaffen. Durch die Integration eines bereits bestehenden, aber mittelfristig in den Bereich des Grünen Bandes umziehenden Mehrgenerationentreffs sowie eines ebenfalls bereits bestehenden Mehrgenerationenparks mit Bewegungs- und Begegnungsangeboten („alla hopp!-Anlage“) soll sich das Areal zu einem Begegnungsort der Gemeinde entwickeln.
Damit versteht sich das „Grüne Band“ als lokale Antwort auf übergreifende gesellschaftliche Herausforderungen wie demografischer Wandel, Teilhabe und soziales Miteinander. Dabei bindet das Projekt bestehende örtliche Projekte und Konzepte zu demografischen Herausforderungen mit ein. Hierzu gehört unter anderem das oben bereits benannte neue Mehrgenerationenhaus, das sich derzeit in der Umbauplanungsphase befindet. Diese Einrichtung wird unter weitreichender Bürgerbeteiligung geplant und sieht unter anderem einen Pflegestützpunkt der Betreuungsbehörde und einen inklusiv betriebenen Kiosk vor. Zu den weiteren geplanten Einzelmaßnahmen gehören unter anderem ein Bewegungsparcours, „Ruheinseln“ mit Liegestühlen, ein „Bolzplatz“ sowie die Sanierung- beziehungsweise Wiederinbetriebnahme eines Beachvolleyballplatzes und eines Boule-Spielfelds.

Die geplanten Maßnahmen beziehen sich auf einen zwei Kilometer langen Flussabschnitt und sollen rund 1,5 Millionen Euro kosten.

Aktivitäten und Ergebnisse
  • Beginn erster Planungen im Jahr 2016
  • Schrittweise Durchführung der Baumaßnahmen seit 2016
  • Durchführung von Informationsveranstaltungen für Bürger, etwa im Mai 2017 im Rahmen des Tags der Städtebauförderung
  • Voraussichtliche Fertigstellung des Gesamtvorhabens im Jahr 2019
Besonderheiten

Das Projekt wurde im November 2017 beim Ideenwettbewerb „Quartier 2020 – Gemeinsam. Gestalten“ des baden-württembergischen Sozialministeriums mit einem Preisgeld in Höhe von 70.000 Euro ausgezeichnet.

Finanzierung

Das Projekt wird aus dem Gemeindehaushalt sowie aus Fördermitteln des Bundes finanziert.

Beteiligte

Stadtverwaltung Buchen

Ansprechpartner
Simone Schölch
Stadtverwaltung Buchen
Wimpinaplatz
74722 Buchen
Telefon: 06281 31131
E-Mail: simone.schoelch@buchen.de

Zusatzinformationen

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