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Gute Praxis in DeutschlandGenerationenworkshop „Jung & Alt – wir machen Zukunft“

Kommunen in Baden-Württemberg

Generationenworkshop in Künzelsau, 19. Juli 2016 Generationenworkshop in Künzelsau am 19. Juli 2016, Quelle: FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt

Ausgangslage

Wie sieht unsere Zukunft aus? Die Gesellschaft in Baden-Württemberg verändert sich grundlegend. Sinkende Kinderzahlen, eine steigende Lebenserwartung, Veränderungen der Familienstrukturen und Lebensentwürfe wirken sich unmittelbar auf die Generationenbeziehungen aus. Dazu hat die FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt im Auftrag des Ministeriums für Soziales und Integration Baden-Württemberg ein Veranstaltungskonzept entwickelt, bei dem ältere und jüngere Menschen außerhalb der Familie miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam die Zukunft vor Ort gestalten.

Ziele
  • Schaffung einer Begegnungsmöglichkeit für Jung & Alt
  • Sensibilisierung zum Thema gesellschaftlicher und demografischer Wandel
  • generationsübergreifende Ideen und Projekte entwickeln
Konzept

Seit 2014 kommen bei diesem Projekt jüngere (13+) und ältere (60+) Bürgerinnen und Bürger intensiv miteinander ins Gespräch, hören einander zu und entwickeln gemeinsam Lösungsansätze und konkrete Projektideen für ein generationenübergreifendes Zusammenleben in der Kommune. Die etwa 40 Teilnehmenden setzen sich dabei in einer halbtägigen Veranstaltung mit dem vielfältigen Themenfeld des demografischen und gesellschaftlichen Wandels sowie der Zukunft vor Ort auseinander.

Dabei werden durch die Begegnung von Jung & Alt Vorurteile beiderseits abgebaut und durch Projektideen wie Tauschbörsen, Generationen-Cafés und Tischkicker-Turniere das „Wir-Gefühl“ vor Ort gestärkt. Deutlich wird hierbei, dass das Miteinander der Generationen großartige Möglichkeiten bietet und von beiden Seiten als Chance gesehen wird.

Aktivitäten und Ergebnisse

In den Jahren 2011 bis 2013 wurden insgesamt 14 Jugend-Workshops zur Demografie durchgeführt. Aus diesen entwickelte sich das Konzept des Generationenworkshops, das seit 2014 Bestand hat. Das Projekt ist dabei in drei Phasen gegliedert:

1. Vorbereitung

  • Einbindung von Multiplikatoren
  • organisatorische und inhaltliche Planung
  • Akquise von Jugendlichen und älteren Menschen

2. Der Generationenworkshop

  • halbtägige Veranstaltung
  • Sammlung und Planung von Generationenprojekten
  • Suche von Unterstützern für die Umsetzung

3. Nachbereitung

  • Übergabe der Dokumentation und Reflexion der Ergebnisse
  • Planung von realistischen Projekten
  • Vereinbarung einer nachhaltigen Struktur zur weiteren Umsetzung

Übergreifende Ideen beziehungsweise Anforderungen, die in den Generationenworkshops entwickelt wurden, sind:

  • Öffnung bestehender Angebote für die jeweilige Generation
  • Notwendigkeit einer Ansprechperson beziehungsweise eines Koordinators in der Kommune
  • Bedarf von Begegnungsräumen
  • Aufbau von wechselseitigen Unterstützungsangeboten
Besonderheiten

Das Besondere an diesem Konzept ist, dass junge und ältere Menschen gemeinsam diskutieren und planen, wie sich ihre Kommune weiterentwickeln soll. Die Ergebnisse der Veranstaltung werden von der Verwaltung und der Kommunalpolitik aufgenommen. Eine Evaluation des Projekts befindet sich momentan in Arbeit.

Finanzierung

Unterstützt werden die Generationenworkshops durch das Ministerium für Soziales und Integration aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg.

Beteiligte
  • FamilienForschung (FaFo) Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt
  • Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg
  • die jeweiligen Kooperationspartner vor Ort, wie Kommunen, Mehrgenerationenhäuser, Schulen, Vereine, Verbände etc.
Ansprechpartner
Konstantin Proske
Familienforschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt
Böblinger Straße  68
70199 Stuttgart
Telefon: 0711/641-2886
E-Mail: konstantin.proske@stala.bwl.de

Zusatzinformationen

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