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Gute Praxis in DeutschlandGemeindeschwesterplus

7 Modellregionen in Rheinland-Pfalz (gebildet aus 6 Landkreisen und 3 kreisfreien Städten): Alzey-Worms, Birkenfeld, Bitburg-Prüm und Neuwied, Stadt Koblenz, Stadt mit Landkreis Kaiserslautern sowie Stadt Landau mit Landkreis Südliche Weinstraße

Logo des Modellprojektes Gemeindeschwesterplus

Ausgangslage

Im Sozial- und Gesundheitswesen ist aufgrund der demografischen Entwicklungen bei hochaltrigen und nicht pflegebedürftigen Menschen ein Bedarf an Beratung und Unterstützung zur weiteren Lebensgestaltung entstanden. Das „Ausfindigmachen“ präventiver Angebote für diese Zielgruppe geschieht aufgrund der hochkomplexen und an Medizin und Hilfe orientierten bestehenden Versorgungsstrukturen für ältere Menschen meist zufällig. Zudem ist es häufig nicht auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt.

Ziele
  • selbständige Lebensführung hochbetagter Menschen durch präventive und gesundheitsfördernde Angebote unterstützen
  • Vereinsamung und deren gesundheitlichen Folgen vorbeugen
  • Eintritt von Pflegebedürftigkeit hinauszögern
  • gesundheits- und selbständigkeitsfördernde Infrastruktur für ältere Menschen stärken
  • regionale Netzwerke engmaschiger knüpfen und soziale Unterstützungssysteme stärken – zum Beispiel von Kirchen- und Ortsgemeinden sowie Nachbarschaften

Konzept

Die Gemeindeschwesternplus besuchen hochbetagte Menschen (in der Regel 80+) nach deren vorheriger Zustimmung zuhause und beraten sie individuell (zum Beispiel über Möglichkeiten zur präventiven Gesundheitsvorsorge, Teilhabemöglichkeiten wie Bewegungs-, Musik- und Spieleangebote, Gesprächsforen). Sie müssen hierzu in engem Austausch mit den Bürgermeistern, Gemeindeverwaltungen, Vereinen, kirchlichen und weiteren sozialen Organisationen und Verbänden vorhandene Angebote ausfindig machen und auf fehlende Angebote hinweisen. Gleichzeitig dokumentieren sie die Angebotssituation vor Ort und stellen diese den kommunalen Pflegestrukturplanern zur Verfügung. Dadurch leisten die Gemeindeschwesternplus einen Beitrag zur Stärkung und Verzahnung regionaler Netzwerke und sozialer Unterstützungssysteme. So tragen sie dazu bei, dass die Kommunen und die Anbieter von Unterstützungsangeboten und Leistungen wichtige Hinweise für die Gestaltung und Weiterentwicklung passender Angebote für ein selbstbestimmtes Leben im hohen Alter erhalten.

Aktivitäten und Ergebnisse
  • Juli 2015 – Dezember 2016: Vorbereitung der Kommunen, Konzeptentwicklung und erste Implementierungsphase in den 9 ausgewählten kommunalen Gebietskörperschaften mit wissenschaftlicher Begleitung durch das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. in Köln
  • Januar 2017 – Dezember 2018: Zweite Umsetzungsphase in den 9 ausgewählten kommunalen Gebietskörperschaften mit wissenschaftlicher Begleitung
  • Januar 2017 – März 2018: wissenschaftliche Evaluation des Projektes mit anschließender Auswertung und Prüfung zu Umsetzungsmöglichkeiten nach Abschluss der Modellphase
  • insgesamt 18 Pflegefachkräfte als Gemeindeschwesternplus in den Modellregionen (12,5 Vollzeitstellen) an 13 Pflegestützpunkten im Einsatz
Besonderheiten

Das Projekt Gemeindeschwesterplus schließt eine Lücke der Unterstützung und Beratung, die von den Partnern im Gesundheitswesen und in der Pflege – auch aufgrund leistungsrechtlicher Vorgaben – nicht geschlossen werden kann. Das Angebot der Gemeindeschwesternplus wird von den hochbetagten Menschen gut angenommen, besonders im ländlichen Raum konnten fehlende Teilhabeangebote angestoßen und geschaffen werden. Der Blick der Gesellschaft auf die Lebenssituation und die Bedürfnisse hochbetagter Menschen, die noch nicht pflegebedürftig sind, wurde geschärft. Es liegt ein Zwischen- und Endbericht der wissenschaftlichen Begleitung im Modellprojekt Gemeindeschwesterplus vor.

Finanzierung

Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz

Beteiligte

Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Demografie Rheinland-Pfalz, kreisfreie Städte und Landkreise, Anstellungsträger, Träger und Pflegeberater der beteiligten Pflegestützpunkte, Gemeindeschwestern, Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e.V., Servicestelle für kommunale Pflegestrukturplanung und Sozialraumentwicklung, Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V., Vertreter der Kommunalen Spitzenverbände, Pflegegesellschaft, Pflegekassen, Pflegekammer, Landesärztekammer, Landesseniorenvertretung

Website
Ansprechpartner
Ingeborg Germann
Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz
Bauhofstraße 9
55116 Mainz
Telefon: 06131 162053
E-Mail: ingeborg.germann@msagd.rlp.de

Birgit Husak-Lohest
Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz
Telefon: 06131 162081
E-Mail: birgit.husak-lohest@msagd.rlp.de

Nicole Hölz
Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz
Telefon: 06131 165334
E-Mail: nicole.hoelz@msagd.rlp.de

Zusatzinformationen

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