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Gute Praxis in DeutschlandKampagne „Ich bewege mich – mir geht es gut!“

Rheinland-Pfalz

Logo zur Bewegungskampagne „Ich bewege mich es geht mir gut“Bild vergrößern Quelle: Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)

Ausgangslage

Ein großer Teil der chronischen Erkrankungen wird von Risikofaktoren bedingt, die unmittelbar mit der Lebensweise zusammenhängen. Hierzu gehören neben falscher Ernährung, hohem Alkohol- und Nikotinkonsum auch schlechte Bewegungsgewohnheiten. Das neue Präventionsgesetz soll dem entgegenwirken und die Gesundheitsförderung für alle Altersgruppen und in allen Lebensbereichen stärken. Eine entscheidende Säule für ein gesundes Altern sind Sozialkontakte und vor allem Bewegung. Denn wer sich bewegt, gewinnt: Lebensfreude, gesteigerte Leistungsfähigkeit und nicht zuletzt eine bessere gesundheitliche Verfassung. Das gilt für alle Altersgruppen und erlangt mit zunehmendem Alter besondere Bedeutung. Immer mehr Studien belegen den positiven Zusammenhang von moderater Bewegung und dem günstigen Verlauf der körperlichen, sozialen und geistigen Fähigkeiten beim Älterwerden.

Ziele
  • Bewegung für alle, besonders für Seniorinnen und Senioren
  • Mobilität fördern bzw. erhalten
  • öffentliche und private Grünflächen, Parks, Plätze und Wege wieder als Bewegungsräume aneignen
  • soziale Beziehungen nutzen und erhalten (Nachbarschaft, Treffs, Vereinswesen)
  • Selbstaktivierung für eigenbestimmtes Leben im Alter stärken
Konzept

Die Kampagne besteht im Wesentlichen aus drei Bausteinen:

Örtliche Runde Tische zum Thema Bewegung

In Stadtteilen, Dörfern, Verbandsgemeinden oder Landkreisen arbeiten an örtlichen Runden Tischen verschiedene Personen zusammen, die ein Interessen am Thema „Bewegung im öffentlichen Raum“ und „soziales Miteinander“ haben. Die Gastgeberschaft übernimmt jeweils eine Institution (z.B. ein Verein, ein sozialer Träger, eine öffentliche Einrichtung). Die Mitglieder des Runden Tisches tauschen sich in ihren Treffen über bestehende Bewegungsangebote aus und entwickeln gemeinsam neue Angebote. Ziel ist, dass dafür der öffentliche Raum genutzt wird, also zum Beispiel Plätze, Parks und Wege. Die Runden Tische sollen langfristig arbeiten und sind der steuernde Baustein der Kampagne.

Schulung, Ausstattung und Einsatz von ehrenamtlichen Bewegungsbegleitern

Bewegungsbegleiter sind ehrenamtliche tätige Personen, die selbst Freude an Bewegung haben. Sie werden durch einen der drei beteiligten Turnerbünde dafür qualifiziert, leichte und sichere Übungen für ältere Menschen anzuleiten, eine gute Stimmung in der Gruppe zu schaffen und Sicherheitsaspekte zu prüfen.
Jedem Bewegungsbegleiter werden ein Trolley mit Übungsmaterialien (z.B. Bälle, Tücher, Gedächtniskarten), ein Handbuch mit Anleitungen für abwechslungsreiche Bewegungs-angebote sowie Textvorlagen und Plakate für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung gestellt.

Mitmachangebote für mehr Bewegung im öffentlichen Raum

Die kostenfreien Bewegungsgruppen sind das Herzstück der Kampagne: Hier finden sich regelmäßig ältere Menschen mit ihrem Bewegungsbegleiter ein, um gemeinsam miteinander in Schwung zu kommen und Spaß zu haben! Die Bewegungsbegleiterinnen und -begleiter laden wöchentlich zu Boule, Ballspielen, Spaziergängen oder einfacher Gymnastik ein und fördern damit die Mobilität und körperliche Aktivität von Seniorinnen und Senioren.

Aktivitäten und Ergebnisse

Bilanz seit Beginn der Kampagne im Jahr 2015:

  • Neun Schulungen zur Bewegungsbegleiterin/zum Bewegungsbegleiter mit insgesamt rund 170 Teilnehmenden (Stand 04/2018)
  • über 50 landesweite Mitmachangebote
  • 14 regionale Runde Tische für Bewegung
  • Fortbildung für Bewegungsbegleiter zu den Themen „Bewegung und Demenz“, „Sturzprophylaxe“, „Bewegung, Musik, Tanz“ und „Rollator- und Spaziergehgruppen“
  • Fortbildung für Runde Tische für Bewegung zum Thema „Netzwerkarbeit“
  • mehrere landesweite Treffen der regionalen Runden Tische für Bewegung
  • Präsenz mit Infoständen auf verschiedenen Veranstaltungen im ganzen Land
  • Beteiligung an Gremien und Arbeitsgruppen zum Thema „Bewegung“
Besonderheiten

Die Kampagne „Ich bewege mich – mir geht es gut!“ erfüllt einen Großteil der Qualitätskriterien für Gute Praxis der soziallagenbezogenen Gesundheitsförderung, wie sie das GKV-Bündnis für Gesundheit beschreibt. Dazu zählen etwa:

  • Niedrigschwelliger- und Settingansatz: organisatorische und konzeptionelle Zugangshürden sind ausgeräumt, mit der Zielgruppe „ältere Menschen“ wird eine gesunde Lebenswelt gestaltet.
  • Vernetzung/integriertes Handlungskonzept: unterschiedliche Fach- und Politikbereiche kommen an den regionalen Runden Tischen zusammen, räumliche Ebenen (öffentliche Grünanlagen, Gemeindehäuser, Turnhallen, etc.) werden einbezogen und genutzt.
  • Qualitätsmanagement: Die Qualität der Planung, der Strukturen, der Prozesse und Ergebnisse wird von den Bewegungsbegleitern und der Projektkoordination dokumentiert und in 2019 in Zusammenarbeit mit einem wissenschaftlichen Institut umfassend evaluiert.
Finanzierung

Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie in Rheinland-Pfalz

Beteiligte
  • Rheinhessische Turnerbund (RhTB)
  • Turnverband Mittelrhein (TVM)
  • Pfälzer Turnverbund (PTB)
  • Landessportbund Rheinland-Pfalz (LSB)
Website
Ansprechpartner
Alke Peters
Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)
Hölderlinstraße 8
55131 Mainz
Telefon: 06131 206928
E-Mail: apeters@lzg-rlp.de

Zusatzinformationen

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