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Gute Praxis in DeutschlandAge4Health – Gesunde Stadtteile für Ältere

Kassel (Stadtteil Bettenhausen) und Stadt Witzenhausen im Werra-Meißner-Kreis in Hessen

Logo des Projekts Age4Health – Gesunde Stadtteile für Ältere

Ausgangslage

Nach aktuellen Berechnungen nimmt der Anteil älterer Menschen in Hessen bis zum Jahr 2030 deutlich zu. Bei den über 80-Jährigen wird landesweit im Vergleich zu heute ein Anstieg um etwa ein Drittel oder 115.000 Personen prognostiziert. Diese Entwicklung trifft in unterschiedlicher Ausprägung auf sämtliche Landkreise und kreisfreien Städte Hessens zu. Sowohl urbane als auch ländliche Regionen stehen hierdurch vor neuen Herausforderungen, wozu auch Fragen der Quartiersentwicklung gehören. Insbesondere für Ältere mit eingeschränkter Mobilität oder geringem finanziellen Spielraum hat das eigene Quartier eine wichtige Funktion zur Wahrung der Lebensqualität. Gleichzeitig gibt es in diesem Feld noch eine erhebliche Forschungslücke: Partizipative, stadtteilbezogene Strategien zur Förderung der Gesundheit Älterer sind bislang nur unzureichend untersucht und evaluiert worden. Vor diesem Hintergrund führt das Forschungsprojekt Age4Health zwei Fallstudien durch: Am Beispiel von Witzenhausen und Kassel-Bettenhausen sollen neue Strategien und Methoden in der Quartiersentwicklung entwickelt und erprobt werden.

Ziele
  • Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe Älterer im städtischen wie ländlichen Umfeld stärken
  • gezielte Partizipation Älterer in der Quartiersentwicklung erproben und auswerten
  • Netzwerke zwischen relevanten Akteuren aufbauen und deren bestehende Aktivitäten koordinieren, weiterentwickeln und verstetigen
Konzept

Anhand zweier Fallstudien untersucht Age4Health, inwiefern sich Quartiersentwicklung auf die Anforderungen einer alternden Gesellschaft ausrichten lässt. Darunter fallen Aspekte wie soziale Teilhabe, Unterstützung bei Mobilität, oder das „Sichtbarmachen“ vorhandener sozialer Ressourcen. Den Grundstein des Projekts bilden lokale Steuerungsgruppen aus Wissenschaft und Praxis, die den Forschungsprozess gemeinsam leiten und gestalten.

Für beide Fallstudien wurden jeweils sogenannte Runde Tische ins Leben gerufen. Dieses Format hat sich zu einem Kernelement des Projekts entwickelt und dient als zentrale Kommunikations-, Vernetzungs- und Informationsplattform, auf der Bürger, zivilgesellschaftliche Gruppen und Akteure aus dem Bereich Altenhilfe und -pflege zusammentreffen. Durch die Runden Tische lassen sich wertvolle Einblicke in die Lebenssituation Älterer vor Ort und in bereits bestehende Netzwerke gewinnen. Von diesen Runden Tischen ausgehend wurde ein Interviewformat entwickelt, bei dem engagierte Bürger wissenschaftlich begleitet Einzelinterviews mit älteren Einwohnern durchführen. Auf diese Weise soll eine systematische Erfassung der Lebenssituation Älterer, ihrer Bedürfnisse, sowie lokaler Ressourcen und Bedarfe ermöglicht werden. Im weiteren Projektverlauf sollen diese Ergebnisse beispielübergreifend ausgewertet und für weitere Initiativen genutzt werden.

Aktivitäten und Ergebnisse
  • im Februar 2015 Beginn des dreijährigen Projekts
  • Vernetzung mit relevanten professionellen und zivilgesellschaftlichen Akteuren
  • im Halbjahresrhythmus Durchführung von Runden Tischen
  • Durchführung von rund 25 Einzelinterviews mit älteren Einwohnern
  • gemeinsame Erarbeitung und Durchführung von Einzelinitiativen auf lokaler Ebene wie Erzählcafés, Stadtspaziergänge etc.
  • im künftigen Projektverlauf Auswertung der Interviews und der bisherigen Erkenntnisse
  • Entwicklung neuer Initiativen in einer möglichen zweiten Phase
  • Ausarbeitung von Handlungsempfehlungen für den Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit
Besonderheiten
  • Age4Health verfolgt einen partizipativen Ansatz.
  • Innerhalb der Steuerungsgruppen findet eine kontinuierliche Selbstevaluation statt, deren Ergebnisse direkt in die weitere Projektarbeit einfließen.
Finanzierung

Age4Health wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Rahmen des Programms „Präventionsforschung“ gefördert.

Beteiligte

Age4Health ist ein Teilprojekt von „PartKommPlus“ dem Forschungsverbund für gesunde Kommunen. Die Projektleitung unterliegt der Hochschule Fulda. Neben der Stadt Kassel und der Gemeinde Witzenhausen sind weitere Akteure beteiligt.

Website
Ansprechpartner
Prof. Dr. Susanne Kümpers
Hochschule Fulda, Fachbereich Pflege & Gesundheit
Leipziger Str. 123
36037 Fulda
E-Mail: susanne.kuempers@pg.hs-fulda.de

Zusatzinformationen

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