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Internationale Gute PraxisSilver Human Resources Center (Shirubā jinzai sentā)

Tokio und über 1.300 weitere Städte und Gemeinden in Japan

Älterer Verkäufer bietet einer Kundin Obst im Kaufhaus an Alter Japaner arbeitet als Gemüseverkäufer in einem Kaufhaus, Quelle: Susanne Betz, B5-Reportage, Bayerischer Rundfunk

Ausgangslage

Japan ist bereits seit vielen Jahren mit einem Rückgang der Bevölkerung konfrontiert. Der Anteil der älteren Personen an der Gesamtbevölkerung steigt, während gleichzeitig das Risiko eines Arbeitskräftemangels besteht. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist dementsprechend hoch. Als Antwort auf demografische Veränderungen hat die japanische Regierung das offizielle Eintrittsalter staatliche Pensionen schrittweise auf 65 Jahre angehoben. Einige große Firmen haben darauf reagiert und planen ebenfalls eine Anhebung der Beschäftigungsdauer bis zu diesem Alter. Andere Unternehmen rufen zusätzlich Techniker aus der Rente zurück, um ihr Arbeitsaufkommen erledigen zu können. Auch auf der anderen Seite gibt es vielfältige Gründe für ältere Menschen in Japan, weiterhin berufstätig zu bleiben: mental und körperlich fit bleiben ist ein wesentlicher Aspekt für die meisten. Ein anderer Beweggrund ist das zusätzliche Einkommen neben der Rente.

Ziele
  • Zuverdienstmöglichkeiten im Alter schaffen
  • Kontakt und Zugehörigkeitsgefühl der älteren Menschen zur Gemeinschaft aufrechterhalten
  • sozialer Isolation vorbeugen
  • Gesundheit und Fitness erhalten
  • älteren Personen ermöglichen, einen Beitrag zu den anfallenden Aufgaben in der Kommune zu leisten
Konzept

Die Silver Human Resources Center funktionieren wie eine Arbeitsvermittlung für ältere Menschen. Sie erstellen fachliche Profile mit den Fähigkeiten und Erfahrungen der Kandidaten und vermitteln ihnen passende Arbeitseinsätze. Arbeitsaufträge erhalten die Silver Human Resources Center von Unternehmen, Privathaushalten, öffentlichen Einrichtungen und anderen Organisationen. Um Arbeit annehmen zu können, müssen die Kandidaten bei einem der Silver Human Resources Center registriert sein. Von diesem erhalten sie eine Entlohnung auf der Basis der geleisteten Arbeit und der Stunden. Die Entlohnung beträgt im Durchschnitt 30.000 bis 50.000 Yen monatlich, was etwa 250 bis 400 Euro entspricht.

Zu den von den Silver Human Resources Centers vergebenen Arbeiten zählen:

  • allgemeine Tätigkeiten drinnen und draußen wie Grundflächenreinigung, Unkraut jäten, Hausmeisterdienste, Plakate kleben
  • Gebäudewartung in Parkhäusern oder auf Fahrradparkplätzen, in Schulen, Gemeindezentren und anderen Gebäuden
  • Büroarbeiten wie allgemeine Bürotätigkeiten, Empfangstätigkeiten, Beschriften von Briefumschlägen

Die Mitglieder des Silver Human Resources Centers dürfen wöchentlich maximal 40 Stunden arbeiten.

Aktivitäten und Ergebnisse
  • 1975 wurde das erste Silver Human Resources Center in Tokio eingerichtet.
  • 1986 wurde das japanische Gesetz zur Stabilisierung der Beschäftigung für ältere Personen eingeführt und landesweit weitere Silver Human Resources Center eröffnet.
  • Heute sind rund 720.000 Personen in ganz Japan registriert, davon 483.000 Männer und 237.000 Frauen.
Besonderheiten

Es besteht keine Altersgrenze nach oben für die Vertragsnehmer; auch über 90-Jährige werden noch beschäftigt.

Die Silver Human Resources Center bieten neben den entlohnten Tätigkeiten auch Freizeitaktivitäten und Weiterbildungskurse an.

Beteiligte
  • Dachverband „National Silver Human Resources Center Association
  • lokale Vermittlungsstellen der Silver Human Resources Center
Website
Ansprechpartner
National Silver Human Resources Center Association
Toyo AN Buildung 3rd floor, 3-23-22, Toyo, Koto-ku
135-0016 Tokio (Japan)
Telefon: +81 3 5665 8011
E-Mail: zsk@sjc.ne.jp

International Longevity Center Japan
c/o Cyoju-Shakai Kaihatsu Center
Foundation of Social Development for Senior Citizens
8th floor, 33ird Mori-Building 3-8-21 Toranomon, Minato-ku
105-8446 Tokio (Japan)
Telefon: +81 3 5470 6767
E-Mail: ilcjapan@mba.sphere.ne.jp

Prof. Dr. Gabriele Vogt
Asien-Afrika-Institut, Sprache und Kultur Japans, Universität Hamburg
Edmund-Siemers-Allee 1
20146 Hamburg
Telefon: 040 42838-4825
E-Mail: gabriele.vogt@uni-hamburg.de

Zusatzinformationen

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