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Aktuelle MeldungenBerliner Kita-Spitzenrunde diskutiert über Fachkräftemangel und knappe Plätze

Berlins Jugendsenatorin Sandra Scheeres will Hürden bei der Ausbildung senken und Platzsuche erleichtern.

Kinder malen mit Erzieherin im Kindergarten Quelle: © spass / Fotolia.com

Jugendsenatorin Scheeres hat das Kita-Spitzengespräch mit Vertreterinnen und Vertretern von Kita-Verbänden, Gewerkschaften, den Bezirken und Elternvertretungen am Freitag als erfolgreich bezeichnet: „Es war ein offener und intensiver Austausch, bei dem die aktuellen Herausforderungen im Kita-Bereich klar benannt wurden: steigende Kinderzahlen, Fachkräftemangel, weitere Qualitätsverbesserungen, Schwierigkeiten bei der Platzsuche für die Eltern. Das Land, die Bezirke und die Kita-Träger haben eine gemeinsame Verantwortung, den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz trotz der schwierigen Fachkräftesituation umzusetzen. Heute ist sehr deutlich geworden, dass allen bewusst ist, dass wir die Herausforderungen nur gemeinsam bewältigen können und es war eine große Bereitschaft vorhanden, daran konstruktiv mitzuwirken.“

Während des dreistündigen Gesprächs wurden zahlreiche Vorschläge diskutiert, die jetzt geprüft und bewertet werden sollen. Dabei werden die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Spitzen-Gesprächs weiter einbezogen. Unstrittig war, dass Erzieherinnen und Erzieher deutlich besser bezahlt werden müssen. Scheeres setzt sich dafür ein, dass mit den Verhandlungen zwischen der Tarifgemeinschaft der Länder und den Gewerkschaften Anfang 2019 die Gehaltslücke zu den Brandenburger Fachkräften geschlossen wird.

Die Senatorin betont jedoch, dass durch die bessere Bezahlung das akute Fachkräfteproblem nicht gelöst werden kann. „Die Kinderzahlen steigen und jedes Kind, das einen Rechtsanspruch hat, muss auch einen Platz bekommen. Wir waren uns heute einig, dass wir dennoch an den erreichten Verbesserungen beim Betreuungsschlüssel festhalten wollen. Das sind Qualitätsstandards, die wir nicht aufgeben sollten, selbst wenn wir momentan in Einzelfällen Überbelegungen genehmigen. Das bedeutet aber: Wir benötigen möglichst schnell mehr Personal und das geht nur mit Quereinsteigenden und wenn wir neue Wege gehen.“ Manche diskutierten Maßnahmen sollen möglichst rasch umgesetzt werden, andere könnten laut Scheeres im Rahmen des geplanten Gute-Kita-Gesetzes des Bundes ermöglicht werden.

Scheeres stellte am Freitag eine Reihe von konkreten Maßnahmen zur Diskussion, mit denen die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie kurz- und längerfristig auf die Herausforderungen im Kita-Bereich reagieren möchte. Sie knüpfen an das bereits umgesetzte Maßnahmenpaket an. Aus Sicht der Senatorin sind nun unter anderem folgende Schritte erforderlich:

  • Für Personen mit einem Mittleren Schulabschluss soll der Zugang zur Erzieherausbildung erleichtert werden; die Gesamt-Qualifizierungsdauer für diese Personen von derzeit mindestens fünf Jahren (berufliche Vorbildung plus Fachschulausbildung) soll verkürzt werden.
  • Weitere Förderung des Quereinstiegs und der berufsbegleitenden Ausbildung. Erforderlich sind weitere Werbe- und Informationsmaßnahmen. Geprüft werden auch verbindliche Ausbildungsquoten für die Kita-Eigenbetriebe und Ganztagsschulen. Kita-Leitungen und Fachkräfte, die Personen in den Kitas ausbilden, sollen mehr Unterstützung erhalten.
  • Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung, wenn BAFöG/Aufstiegs-BAFöG nicht bezahlt werden; unter anderem Prüfung eines Stipendienprogramms.
  • Anerkennung von sogenannten „sonstigen geeigneten Kräften“, die bereits in den Kitas arbeiten (jeweils Einzelfallprüfung); Gewinnung von weiteren Personen, die von Kita-Trägern als geeignet eingestuft werden. Ebenfalls Anerkennung nach Einzelfallprüfung.
  • Erleichterungen bei der Anerkennung von ausländischen Abschlüssen
  • Ausbau der Tagespflege
  • Die Kita-Platz-Suche und das Anmeldeverfahren müssen elternfreundlicher werden. Unter anderem sollen Eltern durch ein neues, verbessertes Online-Angebot („Kita-Navigator“), das derzeit entwickelt wird, schneller eine Übersicht über das Kita-Angebot und freie Plätze erhalten sowie Kontakt zu Kitas aufnehmen können. Start mit einem Teil der Funktionen voraussichtlich ab Ende 2018.

(Quelle: Pressemitteilung der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie vom 29. Juni 2018)

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