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Aktuelle MeldungenSonderkabinett diskutiert medizinische Versorgung in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalts Landesregierung hat bei einer Sonderberatung die Gesundheitsversorgung im Land mit Fachleuten aus dem Gesundheitswesen und den Kommunalen Spitzenverbänden diskutiert. Ein Fokus lag dabei auf der medizinischen Versorgung des ländlichen Raumes und der für dieses Jahr geplanten Novellierung des Krankenhausgesetzes.

Altenpflegerin beim Messen vom Blutzucker Quelle: © Robert Kneschke / Fotolia.com

Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne: „Die demografische Entwicklung stellt uns vor große Herausforderungen, die wir gemeinsam angehen müssen.“ Dabei stehe das Thema einer zukunftsfähigen Krankenhausstruktur ebenso auf der Agenda wie Maßnahmen gegen einen drohenden Landärzte-Mangel. Grimm-Benne: „Für die Versorgung im ländlichen Raum brauchen wir neue Ideen, vor allem auch solche, die die Grenzen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung überwinden.“ Das sei ein wesentlicher Punkt für die Zukunft.

Zentrales Thema der Beratung war die hausärztliche Versorgung im ländlichen Raum. Grimm-Benne: „Hier haben wir über die Allianz für Allgemeinmedizin, aber auch über die Themen Notfallversorgung, die Hochschulambulanzen, den Rettungsdienst und Telemedizin gesprochen.“ In der Allianz für Allgemeinmedizin haben sich im Jahr 2015 Partner aus dem Gesundheitswesen zusammengeschlossen. Ziel ist, die Ansiedlung von Ärztinnen und Ärzten insbesondere in ländlichen Regionen zu fördern. Dazu ist ein Maßnahmenbündel geschnürt worden, das weiter ergänzt wird. Wesentlich seien hier die Kompetenzzentren für Weiterbildung in der Allgemeinmedizin an den beiden Standorten der Universitätsmedizin des Landes. „Insbesondere in Halle haben wir da sehr gute Erfahrungen gemacht“, so Grimm-Benne.

Darum arbeitet auch das Land im Masterplan Medizinstudium 2020 auf Bundesebene mit. „Reformen müssen schon im Studium ansetzen.“ Dazu gehöre auch, im Land ein rechtlich mögliches Verfahren zu finden, um die so genannte Landarztquote umzusetzen. Hier geht es konkret darum, Studienplätze für angehende Mediziner zu reservieren, die sich verpflichten, im Anschluss an ihre Ausbildung als Arzt im ländlichen Raum zu arbeiten. Um eine Landarztquote im Land umzusetzen, bräuchte es eine Stelle, die die Auswahl übernimmt und das Verfahren begleitet. Grimm-Benne: „Ich bin froh, dass die Kassenärztliche Vereinigung signalisiert hat, hier zu Gesprächen zur Verfügung zu stehen.“

Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff verwies darauf, dass das Thema auch bei der Ministerpräsidentenkonferenz-Ost in Bad Schmiedeberg thematisiert wurde. Die Länder erwarteten vom Bund eine angemessene Beteiligung an den Umsetzungskosten des Masterplanes. „Ziel muss die Sicherstellung einer guten, flächendeckenden medizinischen und pflegerischen Versorgung aller Bürgerinnen und Bürger einschließlich einer guten Erreichbarkeit der Angebote sein“, so Haseloff.

Aktuell sind in Sachsen-Anhalt 132 Hausarztstellen offen. Bis zum Jahr 2032 werden nach neuen Prognosen 262 Hausärzte fehlen. Aber auch in einigen fachärztlichen Bereichen werden in Zukunft große Bedarfe bestehen.

Wichtig für die Versorgung im ländlichen Raum ist zudem eine zukunftsfeste Krankenhauslandschaft. Sachsen-Anhalt setzt bei der Weiterentwicklung auf Schwerpunktbildung und Kooperation zwischen Krankenhäusern. Sachsen-Anhalt habe eine sehr moderne Krankenhauslandschaft mit 48 Krankenhäusern, die die Versorgung sicherstellen, sagte Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne. Das neue Krankenhausplanungsgesetz werde die qualitäts- und leistungsbasierte Planung weiter entwickeln. Grimm-Benne: „Schwerpunktbildung ist das zentrale Stichwort.“

(Quelle: Pressemitteilung der Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt vom 24. April 2018)

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