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Aktuelle MeldungenBremen: Senat beschließt Programm zur Fachkräftesicherung in der Altenpflege

Bis zu 30 Geflüchtete und Alleinerziehende sollen gemeinsam für die Altenpflege mit staatlichem Abschluss qualifiziert werden.

Ältere Frau und Pflegerin puzzeln gemeinsam Quelle: © Alexander Raths / Fotolia.com

Für ein entsprechendes Paket an Schulungsmaßnahmen hat der Senat heute (Dienstag, 10. April 2018) die entscheidenden Weichen gestellt. Die Schulungen, die in Teilzeit angeboten werden, sollen Mitte bis Ende 2018 beginnen und nach 1,5 Jahren abgeschlossen sein. Um Ausbildungsabbrüchen frühzeitig begegnen zu können, sollen die Teilnehmenden sozialpädagogisch begleitet werden, bei Bedarf können vor und während der Schulungsmaßnahmen zudem Sprachkurse in Anspruch genommen werden. Damit setzt der Senat einen Beschluss der Bremischen Bürgerschaft um, den die Koalitionsfraktionen im November vergangenen Jahres unter dem Titel „Fachkräftesicherung in der Altenpflege“ gefasst haben. Die Schulkosten je Teilnehmerin oder Teilnehmer werden mit mindestens 425 bis 450 Euro monatlich veranschlagt.

In den Jahren 2018 und 2019 will der Senat für diese Maßnahmen rund 690.00 Euro aufwenden, davon 440.000 Euro aus dem Haushalt der Senatorin für Soziales und 250.000 Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, der im Ressort Wirtschaft, Arbeit und Häfen verwaltet wird. Die entsprechenden Deputationen sowie der Haushalts- und Finanzausschuss der Bürgerschaft müssen dem Vorhaben noch zustimmen.

„Die Ausbildung soll für die staatlich anerkannte Altenpflegehilfe qualifizieren. Damit ist sie auch eine Etappe für die Weiterbildung von der Pflegehilfskraft zur Pflegefachkraft“, sagte Senatorin Stahmann. So könnten die Einsteigerinnen im Laufe der Zeit ihre Qualifikation immer weiter ausbauen. Für Geflüchtete entfalte die Ausbildung zudem eine aufenthaltssichernde Wirkung, vergleichbar mit der Rechtslage für Geflüchtete, die als unbegleitete Minderjährige in Schule und Ausbildung sind. „Das ist eine gute Chance für Asylsuchende, sich über den Arbeitsmarkt in unsere Gesellschaft zu integrieren und so eine dauerhafte Bleibeperspektive zu entwickeln“, betonte die Senatorin. Die Konzeption als Teilzeit-Ausbildung solle zudem der Lebenssituation von Alleinerziehenden besser gerecht werden. „Frauenpolitisch ist die Ausbildung in Teilzeit ein Meilenstein“, sagte Senatorin Anja Stahmann. Damit werde man dem Umstand gerecht, dass viele Alleinerziehende ihre Berufsausbildung nicht abschließen könnten, „weil sich Vollzeitausbildung und Kindererziehung in der Regel kaum vereinbaren lassen“.

Wichtig sei allerdings eine gelingende Auswahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sagte Arbeitssenator Martin Günther. „Die Pflege ist nicht irgendein Arbeitsbereich. Sie setzt besondere Fähigkeiten voraus, wie Einfühlungsvermögen und gleichzeitig Abgrenzung. Diesem Anspruch kann nicht jeder oder jede gerecht werden, das wird leicht unterschätzt.“ Der Maßnahme sollen daher eine gezielte Akquise und ein Assessment als „erste Projektphase“ vorgeschaltet sein. „Wir wollen dafür Informationsveranstaltungen für junge Geflüchtete nutzen, die vom Aus- und Fortbildungszentrum für den bremischen öffentlichen Dienst im Rahmen des Programms ‚Zukunftschance Ausbildung‘ organisiert werden“, sagte Günthner. Zudem ist eine enge Zusammenarbeit mit der Bremer Integrationsqualifizierung (BIQ) und der Jugendberufsagentur vorgesehen.

(Pressemitteilung des Senators für Wirtschaft, Arbeit und Häfen und der Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport vom 10. April 2018)

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