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Aktuelle Meldungen24 Thüringer Gemeinden für Förderprogramm Dorfentwicklung anerkannt

Thüringens Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, Birgit Keller, hat 24 neue Förderschwerpunkte der Dorferneuerung und Dorfentwicklung anerkannt. Darunter sind zwölf Dorfregionen. Die Veranstaltung fand in Nägelstedt, einem Ortsteil der Stadt Bad Langensalza im Unstrut-Hainich-Kreis, statt. Die ländliche Entwicklung ist ein Schwerpunkt der Thüringer Landespolitik. Mit der Förderung erhalten die Regionen wirtschaftliche Impulse, Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen im ländlichen Raum weiter zu entwickeln“, sagte Keller bei der Urkundenübergabe.

Dorf in hügeliger Landschaft Quelle: © celeste clochard / Fotolia

Ministerin Keller überreichte 24 Gemeinden bzw. Dorfregionen heute die Anerkennungsurkunden zur Aufnahmen in das Förderprogramm zur Dorfentwicklung und Dorferneuerung für den Zeitraum von 2018 bis 2022. Es hatten sich 31 Gemeinden auf die Anerkennung beworben.

Ministerin Keller betonte: „Wir unterstützen damit die ländlichen Regionen bei den Herausforderungen des demografischen Wandels.“

Die Anerkennung als Förderschwerpunkt erfolgte auf Grundlage eines Gemeindlichen Entwicklungskonzepts (GEK), das in den vergangenen anderthalb Jahren erarbeitet und in einem Auswahlverfahren der Ämter für Landentwicklung und Flurneuordnung geprüft wurde. In den GEK wurden auch bereits konkrete Projektideen mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 90 Millionen Euro entwickelt.

Die Anerkennung als Förderschwerpunkt ist noch keine Garantie, dass ein beantragtes Projekt gefördert wird. Es eröffnet den Gemeinden die Chance, sich für Fördermittel des Dorfentwicklungsprogramms zu bewerben. Der Zuschuss wird aufgrund von Auswahlkriterien und den verfügbaren Haushaltsmitteln bestimmt.

Während zuvor insbesondere in die Sanierung der dörflichen Infrastruktur investiert wurde, rücken in der aktuellen Förderperiode soziale Projekte der Daseinsvorsorge in das Blickfeld der gemeindlichen und interkommunalen Entwicklung.

Die Dorfentwicklung verfolgt dabei einen ganzheitlichen Ansatz, der alle Lebensbereiche und Themenfelder in den Blick nimmt. In der Bewertung der Projekte wird ein großer Wert auf bürgerschaftliche Beteiligung bei der Dorfentwicklung gelegt.

Die Fördermittel entstammen dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) sowie der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK). Voraussichtlich stehen Thüringen für die nächsten Jahre für die Dorferneuerung und -entwicklung jährlich rund 30 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung.

Die Landesregierung unterstützt den ländlichen Raum auf Basis eines integrativen Förderkonzepts. Die Dorfentwicklung wird dabei mit anderen Maßnahmen der Integrierten Ländlichen Entwicklung kombiniert, wie zum Beispiel den ländlichen Infrastrukturmaßnahmen, der Flurneuordnung, den Einrichtungen für lokale Basisdienstleistungen und den Kleinstunternehmen der Grundversorgung.

Hintergrund

Dorfentwicklung verwirklicht die Entwicklungspotenziale der Dörfer und kleinen Städte in den ländlichen Räumen.

Die klassische Dorferneuerung fokussierte stark auf gestalterische und bauliche Akzente. Mit Einführung des neuen Anforderungsprofils zur Erstellung von Gemeindlichen Entwicklungskonzepten (GEK) im Jahr 2016 wurde der Fokus auf den regionalen Betrachtungsraum, die Strategie- und Prozessorientierung und vor allem auf die Erweiterung der Themenfelder für einen interdisziplinären Ansatz gerichtet.

Hierzu gehören insbesondere der Erhalt der Strukturen der Daseinsvorsorge und der sozialen Infrastruktur, die Priorisierung innerörtlicher Siedlungsentwicklung und die Einbeziehung der Dorfgemeinschaft und Berücksichtigung ihrer Anliegen

Seit 1991 wurden im Rahmen der Dorferneuerung und Dorfentwicklung in Thüringen rund 926 Millionen Euro Fördermittel ausgezahlt. Das damit ausgelöste Volumen öffentlicher und privater Investitionen bewegt sich in einer Größenordnung zwischen 1,5 und 2 Milliarden Euro.

(Quelle: Pressemitteilung des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft vom 26. Oktober 2017)

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