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Bundeskabinett beschließt Berufsbildungsbericht 2017

Bundesministerin Johanna Wanka stellt im Rahmen einer Pressekonferenz den Berufsbildungsbericht 2017 vor Bundesministerin Johanna Wanka bei der Vorstellung des Berufsbildungsberichtes 2017, Quelle: BMBF/Hans-Joachim Rickel

Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz sind für Jugendliche so gut wie nie. Rechnerisch standen 100 ausbildungsplatzsuchenden Schulabgängerinnen und Schulabgängern 104,2 Ausbildungsangebote gegenüber. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge blieb mit 520.300 gegenüber dem Vorjahr nahezu konstant. Das sind Ergebnisse aus dem Berufsbildungsbericht 2017, der heute vom Bundeskabinett beschlossen wurde.

„Jugendliche haben selten so gute Chancen auf einen interessanten Ausbildungsplatz und attraktive Berufsperspektiven gehabt wie heute. Die Praxisnähe, die guten Übergänge von der Ausbildung in Beschäftigung und die im EU-Vergleich geringe Jugendarbeitslosigkeit begründen den Erfolg und das auch international hohe Ansehen unseres dualen Ausbildungssystems. Es gibt allen Grund, die gesellschaftliche Wertschätzung der dualen Ausbildung wieder zu erhöhen“, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka.

Für viele Betriebe ist es schwieriger geworden, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. Ein Indiz dafür ist der neue Höchststand von 43.500 bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten unbesetzten Ausbildungsstellen. Dem standen rund 20.600 unversorgte Bewerber gegenüber. Damit stellen Passungsprobleme zwischen Angebot und Nachfrage weiterhin eine zentrale Herausforderung dar. Zudem ist die Quote der Ausbildungsbetriebe erneut rückläufig und betrug 2015 20 Prozent.

Die demografische Entwicklung verbunden mit dem Trend zu höheren Schulabschlüssen und der gestiegenen Anzahl von Studienanfängern erfordern es, die Attraktivität und Qualität des Berufsbildungssystems weiter zu stärken. Hierzu hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im vergangenen Jahr eine bundesweite Informationskampagne „Du + Deine Ausbildung = praktisch unschlagbar!“ gestartet. Mit dem neuen Aufstiegs-BAföG und dem verbesserten Weiterbildungsstipendium des BMBF wurden weitere Schritte unternommen, um die berufliche Bildung attraktiver zu machen. Das Stipendium kann für berufsbezogene Weiterbildung eigener Wahl genutzt werden. Seit diesem Jahr wurden die Förderleistungen des Programms deutlich erhöht.

Mit der Initiative zur Integration von Studienabbrecherinnen und Studienabbrechern in die berufliche Bildung hat das BMBF ein neues, zielgruppengerechtes Informations-, Beratungs-, und Vermittlungsangebot geschaffen. Außerdem unterstützt das BMBF mit dem Programm JOBSTARTER plus Unternehmen bei der betrieblichen Ausbildung. Ziel ist, dass sich wieder mehr Klein- und Kleinstbetriebe an der Ausbildung beteiligen.

Herausforderung und Chance zugleich ist weiterhin die Bildungsintegration von Flüchtlingen mit Bleibeperspektive, die in den vergangenen Jahren nach Deutschland gekommen sind. Dies spiegelt sich auf dem Ausbildungsmarkt 2016 noch nicht unmittelbar wider, da die Asylverfahren und die Sprach- und Integrationskurse im Vordergrund standen. Angesichts der hohen Zahl junger Flüchtlinge unter 25 Jahren ist im nächsten Jahr jedoch mit einem deutlichen Anstieg der Nachfrage von Ausbildungsbewerberinnen und -bewerbern zu rechnen. „Wichtig sind hier insbesondere auch Maßnahmen, die dabei helfen, die Kompetenzen von geflüchteten Menschen zu messen und anzuerkennen. Hier sind wir als BMBF mit dem Anerkennungsgesetz und der Initiative VALIKOM zur bundesweiten, standardisierten Kompetenzfeststellung für Berufserfahrene ohne formellen Abschluss aktiv“, sagte Wanka.

(Pressemitteilung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung vom 5. April 2017)

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