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Wissen erben

Kann es sein, dass die Frage, wie Wissen und Erfahrungen der demnächst in Ruhestand geschickten Mitarbeiter*innen weitergegeben werden kann, nicht erörtert wird?
Ein Beispiel: Vor ein paar Tagen sprach ich mit einem Leiter QPK auf regionaler Ebene. Der Mann hat großartige Arbeit geleistet, tragfähige Netzwerke aufgebaut und vereinigt in sich Kompetenzen, Erfahrungen, strukturelles Wissen und Kontakte, die dafür ausschlaggebend waren. Der sagte mir, dass er eigentlich gern weiter arbeiten würde, ihm das aber nicht nur nicht zugestanden wird, sondern bis heute nicht bekannt ist, ob seine Stelle überhaupt wieder besetzt wird. Mich befällt kalter Schauder angesichts dieses kalkulierten Wissensverlustes.

  • am 22.05.2017 14:01 Uhr von Elke Schilling

2 Kommentare

  • Das ist unglaublich wichtig. Ich bin gerade von der UNO in Ruhestand gegangen (koennte aber, vom Alter her, noch gut in Deutschland arbeiten). Wir rotieren unsere Jobs alle 5 Jahre, in verschiedene Positionen und Laender, und das ist ein grosses Problem. Wir schreiben beim Wechsel 'handover notes' (was etwas, je nach Management und Motivation, variiert), und ich habe auch meine saemtlichen Akten uebergeben, aber in 5 Jahren kommt eine Menge zusammen, deren System nicht unbedingt von den neuen Mitarbeitern verstanden wird. Auch wissen wir, dass 'neue Ideen' schon vielleicht einmal in der Vergangenheit mit grossem Aufwand eingefuehrt wurden, und nicht immer klappten...Man muss wirklich ein Standardformat haben fuer den systematischen Wissenstransfer, sonst wird viel Zeit damit vergeudet, das Wissen wieder aufzubauen. Nichtzuletzt nervt es auch die Partner, mit denen man arbeitet, wenn der Nachfolger etwas nicht versteht (andererseits ist es auch nicht unbekannt, dass Partner solche Wissensluecken ausnutzen...).
    31.05.2017 19:55 Uhr von Peter Gross
  • Sehr geehrte Frau Schilling, vielen Dank für das Aufwerfen dieser wichtigen Frage. Das Thema Wissenssicherung ist in der Tat eine wichtige Aufgabe für öffentliche Arbeitgeber angesichts der zunehmenden Altersabgänge in den Verwaltungen. Aber: Wie sichert und transferiert man das Know-how und Erfahrungen von Wissensträgern systematisch? Diese Frage wurde im Rahmen der Arbeitsgruppe „Der öffentliche Dienst als attraktiver und moderner Arbeitgeber“ im Rahmen eines Projektes näher untersucht [http://www.demografie-portal.de/SharedDocs/Arbeitsgruppen/DE/2012/Ergebnisse/AG_F_Projektsteckbrief3_Wissenstransfer.pdf]. Und so hat die Bundesakademie für öffentliche Verwaltung Bundesbehörden ihr Qualifizierungsprogramm „Personalentwicklung“ um dieses Thema erweitert und bietet Behörden beim Aufbau eines „systematischen Wissenstransfers“ Unterstützung an. Doch unabhängig davon, ob eine Behörde „Wissensstafetten“ organisiert, Übergabegespräche führt oder Wissensnetzwerke aufbaut (hier gibt es viele Möglichkeiten), entscheidend für den Erfolg ist: Wissensträger und Arbeitgeber müssen Hand in Hand und vor allem rechtzeitig agieren! Gruß, Katharina Hedstück
    23.05.2017 11:17 Uhr von Katharina Hedtstück (BMI) - Redaktionsteam durchstaaten.de

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Thema

Arbeiten im öffentlichen Dienst – durchstaaten.de

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  • Feedback und Anregungen zu durchstaaten.de
  • Öffentlicher Dienst als attraktiver Arbeitgeber

Elke Schilling

Funktion
Vorsitzende
Institution
SeniorInnenvertretung Berlin Mitte
Bundesland
Berlin

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