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Online Jugendbeteiligung beim Fuldaer Jugenddialog

Bereits Ende 2015 haben beim "Fuldaer Jugenddialog" mehr als 900 Jugendliche mit 474 Ideen und über 600 Bewertungen und Meinungen das Szenario für eine jugendfreundlichere Stadtentwicklung entworfen.

Gefördert von der Robert Bosch Stiftung wurde erstmals ein integriertes Modell für eine Jugendbeteiligung an Entscheidungsfindungsprozessen eingesetzt. Dabei wurden Ideen, Wünsche und Vorschläge der Jugendlichen offline an Schulen, Jugendtreffs, an öffentlichen Plätzen und Events auf Ideenplakaten und in Wunschboxen gesammelt und online übertragen, diskutiert und bewertet.

Dieser neue Ansatz setzt voll auf Community Building und Community Organizing, also auf eine permanente Beteiligungsmöglichkeit. Das von der Firma „mührmedia“ entwickelte paowao-System (indianisch für ein großes Stammestreffen) wurde vom Vesta e.V. in Kooperation mit dem Fuldaer Jugendbildungswerk gestartet und mit dem Jugendforum Deluxe und dem Medienprojektzentrum Offener Kanal geplant und durchgeführt.

Die hohe Beteiligungsquote von ca. 15% ist auch auf den Einsatz der Internet-Plattform www.fuldabistdu.de zurückzuführen. Denn hier konnten die Digital Natives ihre Beiträge einstellen, verorten, vernetzen, diskutieren, bewerten und teilen.

Ideen und Bedürfnisse, an die im Rathaus kaum jemand denkt

Dabei hat sich gezeigt, dass die Ideen, Wünsche, Vorstellungen und Bedürfnisse der Jugendlichen sich oft nicht mit den Debatten im Rathaus decken. Die Aktionsstände mit den Ideenplakattafeln kamen so gut an, dass viele Jugendliche mehrfach unterschiedliche Ideen eingetragen haben. Auch in den Schulklassen mit Unterstützung der PoWi-Lehrer oder der Schülervertretungen, füllten sich die einst leeren Ideenkästchen über die Tage mit zahlreichen Ideen.

Auch wenn nur die zehn am besten bewerteten Ideen der Jugendlichen in Anträgen formuliert an die Stadtverwaltung weitergegeben wurden, um etliche Ideen, selbst wenn sie keine Mehrheit auf sich
vereinen, war es schade. Mittlerweile sind die Wünsche "freies WLAN in der Innenstadt" und "ein Fitnessparcour in der Fulda Aue" bereits umgesetzt worden.

Rückblickend hat der Jugenddialog gezeigt, dass es eine vielversprechende Methode ist, Jugendliche über ihr Medium zu beteiligen. In Zeiten von Facebook, Twitter, Pinterest und Co. reicht es allerdings nicht mehr aus, ihnen ein altbackenes Web-Forum oder ein CMS mit Kommentarfunktionen ins Netz zu stellen. Sie erwarten Systeme, die sich in Design, Layout und Funktionalität mit den Großen messen können.

  • am 08.02.2017 16:51 Uhr von Helge Mühr

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