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Zukunftsgespräche mit Kindern und Jugendlichen

Bei meiner Arbeit als Demographiebeauftragte der Stadt Bielefeld spielten von Beginn an die Wünsche nachwachsender Generationen an ihre Stadt eine zentrale Rolle. Dabei haben wir viele positive Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gesammelt. Schnell wurde klar: Sie haben ihre eigenen Ideen. Wir müssen sie nur fragen! Unter anderem gab es eine generationenübergreifende Zukunftswerkstatt für Jung und Alt „Wie wollen wir leben?“, ein Kinderbuchprojekt ebenfalls mit Zukunftswerkstatt und einen neuen Onlineauftritt im virtuellen KinderRathaus der Stadt, an dem Kinder und Jugendliche sich mit eigenen Vorschlägen beteiligen können.

Eine Aktionsreihe fand an zwei Bielefelder Schulen mit 12- bis 13-jährigen Schülerinnen und Schülern im Unterricht und in einer außerschulischen Zukunftswerkstatt statt. Zunächst befassten sich die Jugendlichen mit ihrer eigenen Situation. Dabei zählten die Realschüler 4,2 Kinder pro Familie im Durchschnitt in ihrer Klasse, über 30 Nationen an ihrer Schule und 76 % Schüler mit Migrationshintergrund.

Grundlage des Projektes waren Unterrichtsmaterialien zum Thema Demographie, die ich gemeinsam mit Lehrerinnen und Lehrern vorbereitet hatte. Geleitet von den drei Demographie-Aspekten „weniger, älter, bunter“, besuchten die Jugendlichen zusätzlich Wohnprojekte für Demenzkranke, den Seniorenrat, eine Kindertagesstätte und die Integrationsbeauftragte der Stadt. In der Zukunftswerkstatt „Wie wollen wir leben in Bielefeld im Jahr 2030?“ mit 80 Jugendlichen waren vor allem eigene Ideen gefragt. Welche Wünsche wurden formuliert? Bei 27 von 33 Vorschlägen rund um die Schule ging es um Entlastung im Schulalltag: „ein bisschen Freizeit“ oder „gleich viel Schule, weniger Stoff“. Über 150 Wünsche betrafen die Themen Zusammenleben und Wohnen: „jeder hat genug Geld“, „Küche, Bad und Wohnzimmer sind getrennte Zimmer“ und „der Verkehr ist wenig und man hat mehr Platz zum Spielen“. Eine dritte Gruppe befasste sich mit der Zukunft in der Stadt: „ein günstiges, aber modernes Einkaufszentrum“, „schönere Flächen“ oder „die Bahn fährt alle zwei Minuten“. Zum Abschluss waren Eltern, Großeltern, Lehrer und die lokalen Medien zur Präsentation der Zukunftsideen eingeladen und der Bürgermeister versprach, die Vorschläge im Rathaus aufzugreifen. Die Wünsche und Vorschläge wurden im Demographiebuch für Kinder veröffentlicht.


  • am 21.02.2017 18:39 Uhr von Susanne Tatje

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Zusatzinformationen

Kategorisierung

Thema

Jugendgerechte Kommune

Stichworte

  • Jugend in der Stadt
  • Jugendbeteiligung etablieren
  • Jugendpolitik als Querschnittsthema verankern

Susanne Tatje

Funktion
Leiterin des Amts für Demographie und Statistik der Stadt Bielefeld
Institution
Amt für Demographie und Statistik
Bundesland
Nordrhein-Westfalen

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