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Jugendgerechte Kommune in Hessen: Jugendpartizipation vor Ort in Dreieich

Laut der hessischen Gemeindeordnung (§4c HGO) soll eine Kommune „… bei Planungen und Vorhaben, die die Interessen von Kindern und Jugendlichen berühren, diese in angemessener Weise beteiligen. Hierzu soll die Gemeinde über die in diesem Gesetz vorgesehene Beteiligung der Einwohner hinaus geeignete Verfahren entwickeln und durchführen.“

Nach einer Befragung Dreieicher Jugendlicher 2014 durch die Kinder- und Jugendförderung sprachen sich diese dafür aus, ein Jugendparlament zu gründen, um so eine geeignete Interessensvertretung zu ermöglichen. Zunächst wurden Politik und Verwaltung von dieser Idee überzeugt. Daran war eine Gruppe Jugendlicher beteiligt, die den Beschluss zur Gründung eines Jugendparlamentes im Sozialausschuss der Stadt erwirken konnte.

Im weiteren Verlauf wurde schnell klar, dass es eines langen Prozesses bedarf, um ein Jugendparlament als effektive Interessensvertretung junger Menschen in der kommunalen Politik, der Verwaltung und im Bewusstsein der Jugendlichen zu verankern.

Mehr Rückenwind erhielt diese Zielstellung, als Dreieich die Zusage bekam, gemeinsam mit 15 weiteren Kommunen am Prozess „Jugendgerechte Kommune“ teilzunehmen.

Noch während im November 2015 die Wahlen für das erste Jugendparlament in vollem Gange waren, fuhren kandidierende Jugendliche und Mitarbeiter der Kinder- und Jugendförderung Dreieich zum Auftaktseminar der Referenzkommunen nach Berlin.

Anfang 2016 haben die 19 Mitglieder des Jugendparlamentes, unterstützt durch die Kinder- und Jugendförderung Dreieich, ihre Arbeit aufgenommen. Die zusätzliche Unterstützung durch die Koordinierungsstelle und die gemeinsamen Seminare mit den anderen Referenzkommunen erweisen sich ebenfalls als hilfreich. Vor allem der Austausch zwischen den Kommunen sorgt immer wieder für Aha-Momente und gute Ideen.

Mittlerweile hat das Jugendparlament einige Aktionen durchgeführt, die bei Dreieicher Jugendlichen Zuspruch fanden. 2017 stehen nun eine groß angelegte Beteiligungsveranstaltung für Dreieicher Jugendliche, aus der heraus wahrscheinlich viele Ideen und Aufträge der Jugendlichen umgesetzt werden, sowie die Wahlen für das Jugendparlament an.

Wir würden gern zu folgenden Fragen ins Gespräch kommen:

Wie muss ein Jugendparlament aufgestellt sein, damit es jugendgerecht und für alle Jugendlichen zugänglich ist?

Wie schafft man es, dass ein Jugendparlament von Politik und Verwaltung in einer Kommune als Interessensvertretung eines nicht unerheblichen Teils der Bürgerschaft wahrgenommen wird?

  • am 01.02.2017 07:34 Uhr von Projektkoordination Dreieich

4 Kommentare

  • Digitale Beteiligungsverfahren sind zeitgemäß und sehr nützlich wenn es darum geht, z.B. ein Meinungsbild zu einem Thema einzuholen, Wahlen für ein Jugendparlament durchzuführen oder wenn Jugendliche Petitionen verfassen wollen. Dennoch würde ich "Präsenzveranstaltungen" nicht als unzeitgemäß bezeichnen. Schließlich wollen die Ideen der Jugendlichen auch umgesetzt werden. Nicht selten sind diese Ideen sehr konkreter, räumlicher Natur (z.B. Einrichtung eines Jugendtreffs, Bau eines Bolzplatzes/einer Skateanlage). Die Beteiligung von Jugendlichen bedeutet in diesen Zusammenhängen Beteiligung vor Ort -und nebenbei machen solche Aktionen auch noch Spaß. Das Dreieicher Jugendparlament nutzt eine offene Whatsapp-Gruppe als Kontaktmöglichkeit für Jugendliche. Dennoch ist den Mitgliedern des JuPa bewusst, dass ein persönlicher Kontakt durch öffentlichkeitswirksame Aktionen sehr wichtig ist um sich bei Jugendlichen ins Gespräch zu bringen.
    08.02.2017 14:37 Uhr von Projektkoordination Dreieich
  • Ich frage mich, wieso man die digitalen Jugendlichen im 21. Jh. immer noch ausschließlich analog beteiligt??? Die Teilnahme an Präsenzveranstaltungen alleine ist doch überhaupt nicht mehr zeitgemäß. Die Jugendlichen leben doch heute im Internet, interagieren dort, kommunizieren, diskutieren, bewerten und teilen, ... mit digitalen Funktionen kennen sie sich aus. Es würde wohl ein größerer Teil der Jugendlichen angesprochen und zum mitmachen bewegt werden können, wenn man ihnen geeignete Software zur Verfügung stellen würde. Und nein, damit meine ich sicherlich nicht Facebook und Co.
    08.02.2017 14:04 Uhr von Karin Hillmann
  • Hallo Herr Kannamkulam. Vielen Dank für Ihr Interesse an unserer Arbeit! 2017 wird sicherlich ein bewegtes Jahr für das Jugendparlament werden, da eine große Open Space Veranstaltung für Dreieicher Jugendliche am 10.02. und Wahlen im Herbst anstehen. Vielleicht hören wir in diesem Zusammenhang voneinander. Viele Grüße!
    03.02.2017 14:11 Uhr von Projektkoordination Dreieich
  • Hallo und viele Grüße vom Jugendprojekt JuViSta im Kreis Offenbach! mit großem Interesse verfolgen wir die Entwicklungen der Referenzkommune Dreieich und den Aufbau des dortigen Jugendparlaments. Gerne unterstützen wir auch in 2017, wo möglich. Freuen uns in Austausch mit den Mitgliedern des Jugendparlamentes bald zu kommen. Viele Grüße John Kannamkulam
    01.02.2017 15:19 Uhr von John Kannamkulam

Zusatzinformationen

Kategorisierung

Thema

Jugendgerechte Kommune

Stichworte

  • Jugend in der Stadt
  • Jugendpolitik als Querschnittsthema verankern

Projektkoordination Dreieich

Institution
Kinder- und Jugendförderung Dreieich
Bundesland
Hessen

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