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Demographiepolitik in Bielefeld

Die Stadt Bielefeld reagierte früh auf die demographischen Veränderungen und siedelte schon 2004 als erste deutsche Kommune den Arbeitsbereich „Demographische Entwicklungsplanung“ hochrangig in der Verwaltung an als Stabsstelle im Dezernat des Oberbürgermeisters. 2011 wurde dieser Aufgabenbereich erweitert und ein eigenes Amt für Demographie und Statistik eingerichtet.

Aufgabe der Demographiebeauftragten ist eine strategische, demographieorientierte Planung, die alle kommunalen Handlungsfelder umfasst. Ziel ist, Anregungen für das Nutzen der Chancen von Bevölkerungsentwicklung zu geben und bei städtischen Entscheidungen auf demographische Entwicklungen und Folgen aufmerksam zu machen.

Das kommunale Handlungskonzept „Demographischer Wandel als Chance?“ mit Vorschlägen für die Vorbereitung der Stadt auf zukünftige Herausforderungen durch den demographischen Wandel gehört inzwischen zur Basis der städtischen Planung. Grundlegend war dabei, eine einheitliche Strategie zu gestalten und sie politisch abzustimmen.

Das Konzept enthält sechs demographiepolitische Ziele für Bielefeld, die nun schrittweise umgesetzt werden: Handlungsfelder sind Stadtentwicklung, Integration, Bildung, Familie, Gesundheit und Wirtschaft. Als demographieorientierte Gesamtstrategie für Bielefeld dient es als Instrument, rechtzeitig Weichen für die Zukunft zu stellen.

Eine Pilotphase visierte zunächst das demographiepolitische Ziel an „Wir wohnen zukunftsfähig!“ Anschließend wurde das demographiepolitische Ziel „Wir fördern Integration!“ und damit das 1. Bielefelder Integrationskonzept erarbeitet. Aktuell steht das demographiepolitische Ziel „Wir lernen lebenslang!“ im Mittelpunkt.

Beim Thema Demographie ist dezernatsübergreifende Arbeit unverzichtbar. Für die Entwicklung passgenauer Konzepte und Projekte für die Zukunft braucht es einen demographiezentrierten Blick; der demographische Wandel ist ein komplexes Querschnittsthema das ganz verschiedene Bereiche der Stadt betrifft.

Notwendig ist weiterhin die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an der Zukunftsgestaltung `ihrer` Stadt. So entwickelte die Demographiebeauftragte auch Projekte, in denen Ideen eingebracht werden können. Beispiel dafür sind die Zukunftswerkstätten zur Frage „Wie wollen wir leben in Bielefeld im Jahr 2050?“, wo zahlreiche Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit Akteuren der Stadtgesellschaft ihre Vorstellungen für Bielefeld entwickelten.

  • am 04.10.2012 10:00 Uhr von Susanne Tatje

2 Kommentare

  • In diesem Zusammenhang möchte ich auf das Demografie-Konzept und das Demografie-Check-Verfahren der Landeshauptstadt Potsdam hinweisen. Durch das Check-Verfahren wird die Demografie in das Verwaltungshandeln implementiert. Beispielsweise werden politische Beschlüsse zu allen Themen auf ihre Demografierelevanz überprüft, um die Auswirkungen von Verwaltungshandeln auf die demografische Entwicklung evaluieren zu können. Und dabei handelt es sich um eine Kommune, die in demografischer Hinsicht - zumindest was die Bevölkerungs- und Kinderzahl betrifft - bundesweit vergleichsweise sehr gut dasteht und insofern nachhaltig handelt, ohne einem konkreten demografischen Problemdruck ausgesetzt zu sein.
    06.11.2012 18:43 Uhr von Thomas Kreitsch
  • Die Stadt Bielefeld ist mit ihrem Demographiekonzept bundesweit ganz vorne. Ich bin sehr beeindruckt, wie eine Kommune dieses Zukunftsthema aktiv angehen kann und sich den Fragen der Stadt- und Bevölkerungsentwicklung stellt. Das Thema Demographie als Stabstelle und Querschnittsaufgabe in die Verwaltung zu implementieren, ist die einzige und gleichzeitig auch eine sehr mutige Entscheidung, um tatsächlich handlungsfähig zu werden - das sehen wir seit Jahren parallel bei der Implementierung von Gender Mainstreaming. Gleichzeitig wird das Top-down-Prinzip durch die Partizipation der Bevölkerung bottom-up ergänzt - eine weitere wichtige strategische Stellschraube für den Erfolg. Ich hoffe, dass das Demographiekonzept der Stadt Bielefeld Nachahmer_innen in anderen Städten und Landkreisen findet.
    03.11.2012 08:42 Uhr von Dr. Claudia Wallner

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